P2P Kredite Monatsrückblick – Dezember 2020

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Im P2P Kredite Monatsrückblick Dezember 2020, schaue ich wie gewohnt auf die Einnahmen und Transaktionen in meinem P2P Portfolio zurück und beleuchte zudem die wichtigsten Entwicklungen und Updates der einzelnen P2P Plattformen.

In diesem Monatsrückblick geht es unter anderem um die neue 400 Euro Regelung für Bondora Go & Grow, die Crowdfunding Kampagne von Mintos sowie den konsolidierten Geschäftsbericht der TWINO Gruppe für das Jahr 2019.


Mein P2P Portfolio im Dezember 2020

Zunächst eine Übersicht, wie sich mein P2P Portfolio im Monat Dezember 2020 entwickelt hat.

Einnahmen

Im Dezember 2020 konnte ich Zinseinnahmen in Höhe von 97,75 Euro verzeichnen. Damit gelangen mir erstmals, seit September 2019, wieder drei aufeinanderfolgende Monate mit steigenden Zinserträgen durch P2P Kredite. Die negativ erhaltenen Nettozinsen bei Bondora Portfolio Pro bleiben leider ein großer Wermutstropfen in meiner Einnahmen-Bilanz. Abseits dessen gab es, bis auf mein neues Investment bei TWINO, jedoch Einnahmen die stets bei +25 Euro pro P2P Plattform lagen.

Transaktionen

Im Dezember 2020 habe ich jeweils 1.000 Euro bei Bondora Go & Grow investiert (ab jetzt nur noch in 400 Euro Schritten) als auch bei TWINO (NEU). Querfinanziert wurden meine Investments durch 1.000 Euro, die ich von Mintos abgezogen habe.

P2P Portfolio

Der Wert meines P2P Portfolios hat sich von 33.786 Euro auf 34.882 Euro erhöht. Damit haben sich meine P2P Investments von zu Beginn des Jahres 2020 (78.256 Euro) ungefähr halbiert.


Bondora

Nachdem Bondora (5 EUR Bonus) im November 2020 wieder angefangen hat Kredite in Finnland zu finanzieren und auch das Kreditvolumen mit 6,5 Mio. Euro wieder deutlich angezogen hat, näherten sich die Hoffnungen vieler Investoren auf eine baldige Aufhebung der monatlichen 1.000 Euro Restriktion bei Bondora Go & Grow. Aber Pustekuchen!

Stattdessen beschloss Bondora, nur wenige Tage nach meinem Interview mit Matthew Clanachan am 15.12.2020, die Restriktion auf 400 Euro pro Monat herunterzuschrauben.

Die Reaktion fielen dabei, im Gegensatz zum September 2020, durchaus gemischt aus. Auf der einen Seite gab es erneut viel Verständnis für den weitsichtigen und vermeintlich nachhaltigen Ansatz von Bondora, gleichzeitig gab es aber auch deutlich mehr Unmut und Unverständnis für diese Maßnahme.

Häufige Reaktion auf 400 Euro Beschränkung bei Bondora Go & Grow

Persönlich habe ich Verständnis für beide Sichtweisen. Bondora tut, was es augenscheinlich für die langfristige Entwicklung tun muss. Was die tatsächlichen Motive dahinter sind, darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist, dass das Potenzial auf der Nachfrageseite deutlich höher ausfällt als das von Bondora aktuell zugelassene Kreditangebot.

„If we were originating 20 or 30 million a month, I don’t think that we would have an issue matching that“

Ob diese „erzieherische“ Maßnahme, mit der man Investoren wohl insbesondere konditionieren will in Zukunft weniger volatil mit Bondora Go & Grow umzugehen funktionieren wird (insbesondere was die Abhebungen angeht), oder ob Bondora sich durch die eingeschränkte Flexibilität von Go & Grow das Interesse der Investoren zerschlägt, wird sicherlich eine spannende Frage im Zusammenhang mit der estnischen P2P Plattform im Jahr 2021.


NEO Finance

Dass NEO Finance (10 EUR Bonus) keinesfalls eine P2P Plattform für Payday Loans ist, hat sich auch im Dezember 2020 wieder erneut bestätigt. Dort gab es nämlich die Ankündigung, dass Investoren von nun an auch in Kredite mit einer Laufzeit von 120(!) Monaten – also 10 Jahren – investieren können. Diese können ausschließlich von Kreditnehmern mit einem A+ oder einem A Rating in Anspruch genommen werden. Also den vermeintlich bonitätsstärksten Kreditnehmern. Außerdem soll der Zinssatz 1% höher sein als bei Krediten mit einer kürzeren Laufzeit.

Was mein persönliches Investment bei NEO Finance angeht, werden sich unsere Wege vorläufig trennen. Mein Investment war seit März 2019 pausiert und über den Jahreswechsel habe ich den Entschluss gefasst, dass ich bis auf weiteres nicht plane mein Investment bei NEO Finance wieder aufzunehmen. Zu den Gründen werde ich mich demnächst in meinem P2P Kredite Jahresrückblick 2020 äußern.

Dadurch wird NEO Finance an dieser Stelle auch zum letzten Mal im Rahmen meines P2P Monatsrückblicks erwähnt werden.


Mintos

Mintos hat im Dezember 2020 eine erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde via Crowdcube bekanntgegeben. Das Funding in Höhe von 7,2 Mio. Euro ist in der Folge aber auf bis zu 6,55 Mio. Euro zusammengeschrumpft. Der Grund dafür ist eine sogenannte „Cooling-Off Period“ (Bedenkzeit) nach der Kampagne, bei der Privatanleger nochmal die Möglichkeit haben ihre Entscheidungen zu überdenken. Ebenso sind AML-Checks bei den an der Kampagne beteiligten Personen durchgeführt worden. Dadurch hat sich das Funding nochmal um gut 700.000 Euro reduziert.

Unabhängig davon plant Mintos aber über eine Venture Capital Gesellschaft noch weitere 15 bis 20 Mio. Euro einzunehmen. Zuvor soll allerdings erst noch die IBF Lizenz in Lettland eingetütet werden.

Das Interview mit Mintos CEO Martins Sulte war Teil eines großen XXL Podcasts, den wir zusammen am 11. Dezember aufgenommen haben. Hier geht’s zum kostenlosen Download der Episode!

Besonders tief nachgebohrt habe ich bei den Verstrickungen mit der Finko Gruppe und der damit im Zusammenhang stehenden Varks-Affäre, welche ich im Frühjahr diesen Jahres exklusiv aufgedeckt hatte. Hier könnt ihr euch den Abschnitt als Video nochmal komplett ansehen:


Debitum Network

Debitum Network (10 EUR Bonus) hat über den Jahreswechsel hinweg ein paar Veränderungen auf der Plattform vorgenommen, die im Zusammenhang mit der im ersten Quartal 2021 anstehenden IBF Lizensierung in Lettland stehen. Unter anderem werden die Einzahlungen ab jetzt auf SIA DN Operator angewiesen, der in 2019 neu gegründeten Unternehmensgesellschaft. Die vorherige Verbindung zur SIA Prosperitu (mehr dazu im 360 Grad Erfahrungsbericht über Debitum Network) wurde damit also aufgehoben.

Abseits der regulatorischen Veränderungen scheint der Schuh bei Debitum, zum Endes des Jahres, vermehrt in der Akquise neuer Investoren zu drücken. In den letzten Monaten kamen jeweils um die 130 Investoren neu auf der Plattform hinzu. Scheinbar etwas zu wenig für die Ansprüche von Debitum, die sich ein deutlich schnelleres Wachstum vorgestellt haben.

Im November sind Assets im Wert von 1,76 Mio. Euro neu auf die Plattform hinzugekommen, gleichzeitig wurden „nur“ 1,67 Mio. Euro an Assets im November finanziert.

Immerhin: Bedingt durch Assets mit einer längeren Kreditlaufzeit, beträgt das ausstehende Kreditportfolio auf der Plattform nun erstmals mehr als +3 Mio. Euro. Zudem sind 440.000 Euro im November neu durch Investoren eingezahlt worden, was dem zweitbesten Wert seit Februar 2020 entspricht. Debitum wächst also im Moment eher in der Spitze als in der Breite. Eine Tatsache, die bedingt durch die im September neu eingeführten Regelungen nicht unbedingt verwunderlich scheint.

Im Februar können sich die Investoren aus der Community wieder über einen neuen Beitrag zu Debitum Network freuen. Das Thema werde ich an dieser Stelle noch nicht verraten.


VIAINVEST

VIAINVEST (10 Euro Bonus) hat im Dezember 2020 neue Nutzungsbedingungen angekündigt (hier einsehbar), welche im Rahmen der IBF Lizensierung durchgeführt werden mussten und jetzt ab dem 10. Januar bereits in Kraft getreten sind. Unter anderem werden die Auszahlungen ab sofort nur noch bei einem Betrag ab 10 Euro ausgeführt.

Da sich im letzten Video des P2P Monatsrückblick auf YouTube sehr viele von euch einen VIAINVEST Deep Dive zu der finanziellen Situation der P2P Plattform gewünscht haben – angelehnt an meinen kürzlich veröffentlichten TWINO Deep Dive – werde ich diesem Wunsch natürlich nachkommen. Die Veröffentlichung ist im Februar 2021 vorgesehen.


EstateGuru

EstateGuru (0,5% Cashback) hat das Jahr auf einer sehr hohen Note abgeschlossen und im Dezember 2020 ein Rekordvolumen in Höhe von 18,32 Mio. Euro finanziert. Auch die 3.078 neu im Dezember hinzugekommenen Investoren bedeuten den historisch betrachtet zweitbesten Wert für die estnische Immobilien-Plattform.

Doch so schön das Wachstum von außen aussieht, was durch die vorübergehende Herabsetzung des Auto Invests auf 50 Euro sicherlich nochmal befeuert werden wird, gibt es auch erste Stimmen, welche die Entwicklung als zu schnell erachten. Dazu ein Kommentar aus der P2P Kredite Community auf Facebook:

„Ich wäre etwas vorsichtig mit der neuen Aktion. Ich habe das Gefühl, das EG einen Strategiewechsel hin zu steilem Wachstum vollführt. In den letzten 3 Monaten beobachte ich sehr viele Projekte von Neukunden. Diese Projekte u.a. Schlösser in Ostdeutschland mit riesigen Investsummen von 1,5 Mio. ….. Und russischen Investoren über die man im Internet nichts findet…..machen mich etwas stutzig. In letzter Zeit häufen sich auch die Investitionen, die zwar theoretisch investiert sind, die dann aber doch nicht finanziert werden. Das Geld liegt dann einen Monat irgendwo ein und kommt wieder zurück. Die aktuelle Aktion soll EG sicherlich dabei helfen, schneller an Geld zu kommen. Vorsicht ist geboten !!!“

Was die Performance angeht (Zahlen vom November 2020), ist der Anteil der sich im Ausfall befindenden Kredite auf 5,9 Prozent des ausstehenden Kreditportfolios gesunken. In der Beziehung hält sich also der Trend der letzten Monate, wodurch EstateGuru aus meiner Sicht nach wie vor eine der stärksten Optionen im aktuellen P2P Sektor bleibt.


TWINO

Und damit Herzlich Willkommen an TWINO (15 Euro Bonus), die im Dezember 2020 neu in mein P2P Portfolio hinzugekommen sind! Nachdem TWINO durchaus einen steinigen Weg in den letzten Jahren hinter sich bringen musste, bin ich aktuell sehr zuversichtlich was die mittelfristige Perspektive der P2P Plattform angeht!

Ein wichtiges Thema war für mich dabei die finanzielle Entwicklung des Unternehmens, welche jetzt bedeutend besser aussieht – siehe dafür mein TWINO Deep Dive, den ich im Dezember 2020 veröffentlicht habe.

Auch der konsolidierte Geschäftsbericht der TWINO Gruppe 2019, welcher erst einen Tag vor Weihnachten veröffentlicht worden ist, sieht nach dem ersten Durchschauen sehr ordentlich aus. Die Gruppe konnte 2019 einen Gewinn in Höhe von 5,75 Mio. Euro verzeichnen (2018: 8,74 Mio. Euro). Beim Mutterkonzern lag der Gewinn im Jahr 2019 bei 4,43 Mio. Euro.

Die KPIs der Twino Gruppe haben sich 2019 wieder ein Stück verbessert.

Wenn Interesse besteht, dass ich auch den konsolidierten Geschäftsbericht der TWINO Gruppe für 2019 analysiere, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!


Video: P2P Kredite Monatsrückblick Dezember 2020

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