Das Portfolio Update ist seit Januar 2019 ein regelmäßiges Format auf meinem Blog. Hier bekommen Investoren auf monatlicher Basis einen ehrlichen und transparenten Einblick zu den aktuellen Entwicklungen meines persönlichen P2P Kredite Portfolios, inkl. Einnahmen, Performance, Transaktionen und Wertentwicklung.
Außerdem gehe ich auf Veränderungen und Anpassungen bei unterschiedlichen Plattformen im P2P-Marktumfeld ein. Wer sich näher mit einzelnen Anbietern beschäftigen möchte, der findet ausführliche Analysen in meinen P2P Kredite Erfahrungsberichten. Aktuelle Cashback-Aktionen und Bonus-Angebote habe ich auf meiner Bonus-Seite zusammengefasst.
Für tagesaktuelle Informationen empfehle ich meiner News-Seite zu folgen. Dort teile ich immer zeitnahe Reaktionen, Bewertungen und Einschätzungen, sobald es neue Entwicklungen gibt. Wer will, der kann dafür auch meine Telegram-Gruppe oder aber meinem WhatsApp-Kanal abonnieren (beide kostenlos).
P2P Kredite Portfolio Update: Juli 2026
So sieht aktuell mein persönliches P2P Kredite Portfolio zum Zeitpunkt Ende Juni 2026 aus.
Einnahmen
Im Juni 2026 konnte ich 1.424 Euro an Einnahmen durch mein ausstehendes P2P Kredite Portfolio erzielen. Das entspricht den niedrigsten Einnahmen des aktuellen Jahres. Neue Bestwerte, bezogen auf meine persönlichen Einnahmen bei einzelnen P2P Plattformen, die gab es im Vormonat bei PeerBerry mit 429 Euro, bei TWINO mit 131 Euro und bei LANDE mit 121 Euro.
Performance
Die beste Gesamt-Performance in meinem P2P Portfolio, die kommt derzeit mit 15,9% von Nectaro. Der Grund für die überdurchschnittlich gute Rendite ist mein aktiverer Investment-Ansatz, welcher auf die diversen Bonus-Kampagnen ausgelegt ist. Auf dem zweiten Platz liegt Debitum mit 13,7%, gefolgt von Afranga mit 13% und Income Marketplace mit jeweils 12,7%.
Negativer Spitzenreiter in meiner Renditetabelle ist weiterhin Estateguru mit -1,7%.
Transaktionen
Im Vormonat gab es insgesamt vier neue Transaktionen in meinem P2P Portfolio.
Einzahlungen: 10.000 Euro
- Monefit SmartSaver: Meine auf Liquidität ausgerichtete Position bei Monefit SmartSaver ist im Vormonat um weitere 5.000 Euro ausgebaut worden.
- Nectaro: Im Rahmen der “Summer Splash”-Kampagne sind ebenfalls 5.000 Euro neu bei Nectaro investiert worden. Der dadurch erzielte Bonus, in Höhe von 171,96 Euro, ist im Juli bereits auf mein Konto eingegangen.
Auszahlungen: 8.500 Euro
- Bondora Go & Grow: Bei Bondora Go & Grow sind 6.000 Euro für private Zwecke abgehoben worden.
- Debitum: Weitere 2.500 Euro sind bei Debitum abgeflossen. Mehr als drei Monate nach meinem aktualisierten LFDF-Artikel gibt es weiterhin keine nennenswerten Fortschritte im Hinblick auf eine unabhängige Überprüfung der Transaktionspreise. Das Interesse seitens Debitum scheint diesbezüglich auch nur sehr eingeschränkt vorhanden zu sein. Wie man sieht, wird ohenhin fleißig investiert. Für mich bedeutet das perspektivisch ein erneuter Exit von der Plattform.
Insgesamt lag das Netto Ein- und Auszahlungsverhältnis im Vormonat bei positiven 1.500 Euro.
P2P Portfolio
Der Wert meines ausstehenden P2P Kredite Portfolios hat sich im Juni 2026 von 206.034 Euro auf 208.958 Euro erhöht. Der auf Liquidität ausgerichtete Anteil meines P2P Portfolios, bestehend aus Bondora Go & Grow und Monefit SmartSaver, der hat dabei 41.565 Euro ausgemacht (19,9%).
P2P Kredite News: Juli 2026
Nachfolgend gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem P2P Kredite Umfeld. Wie immer liegt der Fokus hierbei auf den P2P Plattformen in meinem persönlichen Portfolio. Details zu aktuellen Kreditgeber-Entwicklungen gibt es auf dieser Seite.
PeerBerry: Acht Jahre Profitabilität
PeerBerry hat seinen Jahresabschluss für 2025 veröffentlicht. Wie gewöhnlich wurde dieser dabei nicht durch eine externe Prüfungsgesellschaft erstellt und nur nach kroatischen Rechnungslegungsstandards geprüft. Vergleichbarkeit und Aussagekraft sind demnach eingeschränkt.
Operativ konnte PeerBerry bereits das achte Jahr in Serie mit einem profitablen Geschäftsergebnis abschließen. Der Nettogewinn lag 2025 bei 14.896 Euro, was somit einem deutlichen Rückgang zum Vorjahr entspricht (2024: 579.135 Euro).
Während der Umsatz nahezu unverändert bei 2,49 Mio. Euro geblieben ist, ist die Ursache primär auf sonstige externe Aufwendungen zurückzuführen, die um 671.149 Euro angestiegen sind. Laut Informationen von PeerBerry handelt es sich dabei um die Entwicklung zweier plattformfremder Projekte (ein Gaming-Marktplatz und eine Virtual-Card-App für LATAM/Südafrika).
Aventus Group: 49,1 Mio. Euro Gewinn im ersten Halbjahr 2026
Die Aventus Gruppe hat einige Kennzahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Demnach habe man 851,6 Mio. Euro an neuen Krediten finanziert, das Kreditportfolio ist bis Ende Juni auf 468,7 Mio. Euro angewachsen (37,2% gegenüber Ende 2025) und der erzielte Nettogewinn der Gruppe soll bei 49,1 Mio. Euro gelegen haben.
Demnach scheinen die Kosten für das Wachstum, trotz internationaler Expansion, in einem überschaubaren Verhältnis zum Gewinn zu stehen. Bei gleichbleibender Entwicklung im zweiten Halbjahr könnte der Rekordgewinn aus dem Vorjahr (95,7 Mio. Euro) durchaus übertroffen werden.
Creditstar Group: Rekordgewinn; Verschuldung und Liquidität im Grenzbereich!
Die Creditstar Group AS, Strippenzieher hinter Lendermarket und Monefit SmartSaver, hat einen testierten Konzernabschluss der Gruppe für 2025 veröffentlicht. Dieser wurde von KPMG erstellt und gemäß IFRS-Standards geprüft.
Demnach konnte man im letzten Jahr einen Gewinn von 13,5 Mio. Euro erwirtschaften. Nach einem kleinen Rückgang in 2024 konnte somit die Profitabilität auf ein neues Rekordniveau gebracht werden. Gleichzeitig ist das Netto-Kreditportfolio auf 482 Mio. Euro angewachsen, wobei sich der Anteil an P2P-Finanzierungen von 145 Mio. Euro auf 285 Mio. Euro fast verdoppelt hat. Wie groß der Anteil ist, der dabei auf Monefit SmartSaver entfällt, wurde nicht kommuniziert.
Bei den Bilanzkennzahlen zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Gesamtkapital-Rendite hat sich von 2,2% auf 3,0% verbessert, ebenso die Wertberichtigungsquote, die von 15,2% auf 9,7% gesunken sind. Das allerdings auch deshalb, weil mit 25,9 Mio. Euro auch deutlich mehr notleidende Kredite abgeschrieben wurden als noch 2024 (1,8 Mio. Euro). Auf der anderen Seite sank das Eigenkapital von 19,2% auf 15,6% und auch der Verschuldungsgrad ist von 4,2 auf 5,4 angestiegen.
Besonders hier wird es interessant: Für das Netto-Verschuldungs- vs. Eigenkapital-Verhältnis (Faktor 4,86) gibt es in den Finanzierungsverträgen einen Covenant, der bei maximal 5,0 liegt. Bei fortgesetztem Bilanzwachstum ohne proportionalen Eigenkapitalaufbau droht 2026 ein Covenant-Bruch, der Anleihegläubigern ein außerordentliches Kündigungsrecht und eine sofortige Rückzahlung einräumen würde (Note 17).
Bei einem Unternehmen mit 90 Mio. Euro an Anleihen im Umlauf wäre das im Extremfall ein Liquiditätsschock, der die Refinanzierungsfähigkeit sofort testen würde. Sollte die ohnehin niedrige Liquiditätsquote (0,4) in einem solchen Szenario weiter unter Druck geraten, könnte das Risiko von Auszahlungsschwierigkeiten oder Auszahlungslimits bei Monefit SmartSaver deutlich erhöht sein. Was Creditstar „gerettet“ hat ist der hohe Cash-Bestand von 46,8 Mio. Euro, der unter anderem durch eine neue Anleihen-Emission aufgebessert werden konnte (Vergleich Ende 2024: 6,6 Mio. Euro).
So oder so, konservativ-ausgerichtete Anleger sollten ihre Sensoren schärfen und die Verkraftbarkeit möglicher Liquiditätseinschränkungen für das eigene Portfolio genau prüfen.
Bondora Group: 9,5 Mio. Euro Rekordgewinn; unbekannter Sondereffekt!
Bondora hat den lange erwarteten Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht, der erneut von der KPMG erstellt und gemäß IFRS-Standard geprüft worden ist. Die Zahlen sind dabei mehr als beindruckend. Der Umsatz ist um 19% auf 62,7 Mio. Euro angestiegen, das Kreditportfolio ist um 16% auf 697 Mio. Euro angewachsen und auch der Nettogewinn hat sich mit 9,5 Mio. Euro fast verachtfacht!
Auch die Bilanzkennzahlen sind durchweg positiv. Sowohl die Eigenkapitalquote (74,7%), der Verschuldungsgrad (0,34) als auch der Liquiditätsgrad (3,18) befinden sich allesamt in einem starken Bereich.
Relativierend sollte erwähnt werden, dass der verhältnismäßig große Gewinnanstieg – und somit auch einige Bilanzkennzahlen – von einem einmaligen Sondereffekt profitiert haben. Dabei handelt es sich um den Verkauf notleidender finnischer Kredite an einen institutionellen Investor. Ein Teil des Kaufpreises ist zwar erst in bis zu drei Jahren fällig (steht als „langfristige Forderung“ mit 2,65 Mio. Euro in der Bilanz), Bondora selbst hat den Investoren aber offenbar bereits den vollen Betrag (in unbekannter Höhe) ausgezahlt.
Der Bericht selbst nennt keine konkrete Zahl, wie groß dieser Sondereffekt am Gesamtgewinn gewesen ist. Das soll die Leistung von Bondora nicht schmälern, ohne die konkrete Höhe des Sondereffekts lässt sich der „echte“ und wiederkehrende Gewinn allerdings nicht exakt beziffern.
TWINO: Neue Auto-Invest-Limits
TWINO hat seine MiFID-II-Eignungslimits aktualisiert (zuletzt 2023 geprüft), basierend auf aktuellen Eurostat-Daten zu EU-Durchschnittsgehältern. Hier sind die neuen Stufen (je nach Suitability-Test-Ergebnis):
- Stufe 1: Auto-Invest / FLEXI nicht verfügbar
- Stufe 2: 3.500 Euro
- Stufe 3: 21.000 Euro
- Stufe 4: 42.000 Euro
- Stufe 5: Unbegrenzt
Manuelle Investments bleiben von den neuen Limits unberührt, da nur für die Nutzung der Auto-Invest-Funktion relevant. Zudem kann über eine Neuausfüllung des Fragebogens ggf. ein besseres Ergebnis und somit auch eine höhere Stufe freigeschalten werden.
INDEMO: Einführung dynamischer Portfolio-Neubewertungen
INDEMO hat mit der „Dynamic Portfolio Revaluation“ eine neue Funktion auf der Plattform eingeführt, mit der Anleger eine aktuellere und indikative Sicht auf ihr aktives Portfolio bekommen sollen. Die neue Funktion führt dabei mehrere dynamische Portfoliokennzahlen zusammen, darunter den geschätzten Wert, die geschätzte Neubewertung (Indicative Reprice), den geschätzten Gewinn sowie die geschätzte Rendite (Indicative ROI).
Laut INDEMO soll die Funktion dabei helfen den Portfoliowert und zukünftige Preisbildungslogiken besser zu verstehen. Darauf aufbauend soll im Verlauf des Jahres auch der bereits angekündigte Sekundärmarkt folgen.
Loanch: Warum ich hier NICHT investiere!
Kaum eine Plattform wird auf YouTube gerade so aggressiv beworben wie Loanch. Dabei geht es in erster Linie um Cashback-Aktionen, Vor-Ort-Besuche, “Renditejäger”-Rhetorik und ein Framing was Risiko als Chance vermarket. Aus diesem Grund habe ich mir zuletzt das Risiko-Profil der häufig als „Cash-Cow“ bezeichneten Plattform etwas genauer angesehen und wie viel Substanz hier tatsächlich vorhanden ist.
Um es gleich vorwegzunehmen: Der Kontrast zwischen dem weitestgehend affiliate-getriebenen Marketing und meiner persönlichen Risiko-Bewertung könnte größer kaum sein. Wenn Ihr eine ehrliche und fundierte Einschätzung zu Loanch bekommen wollt, dann schaut euch meine Loanch Erfahrungen auf dem Blog an.
7Harvests: Ex-Hive5 CEO gründet Schweizer P2P Plattform
Mit „7Harvests“ gibt es jetzt eine neue P2P Plattform im Marktumfeld. Diese bietet nach eigenen Angaben Konsumenten-, KMU- und Immobilienkredite aus mehreren Ländern ab 50 Euro Mindestanlage an. Beworben werden Renditen von 15%, sowie zusätzlich Treue- und Empfehlungs-Boni von bis zu 3%.
Warnsignal #1: 7Harvests wirbt auf der Startseite prominent mit „Swiss regulated“. Im Kleingedruckten Footer-Bereich steht dagegen nur, dass die VQF-Lizenz als Anschluss an eine Schweizer Selbstregulierungsorganisation (SRO) erst beantragt ist. Scheinbar wird hier ein ähnlicher Umweg wie bei Maclear gewählt, um somit der Europäischen Crowdfunding-Lizenzierung zu umgehen.
Warnsignal #2: Gründer und Chairman von 7Harvests ist der Litauer Ricardas Vandzinskas. Dieser wurde 2020 als CFO bei der Aventus Gruppe eingestellt und noch vor Ablauf der Probezeit wieder freigestellt. Im Anschluss war er CEO und Mitbegründer der Hive5-Plattform, an der er 35% der Anteile hielt. Unter seiner operativen Führung gab es öffentliche Falschaussagen zur Profitabilität der Plattform, gekaufte Trustpilot-Bewertungen und juristische Schritte gegen kritische Berichterstattung. Seine Anteile wurden 2025 an die Ruptela-Group verkauft, dem Unternehmen von Hauptgesellschafter Andrius Rupšys.
Fazit: Abseits der jungen Historie sollten die bestehenden Warnsignale ein deutlicher Fingerzeig im Hinblick auf das Risikoprofil der neuen Plattform sein. Eine aktive Bewerbung oder Monetarisierung von 7Harvests via re:think P2P wird kategorisch ausgeschlossen.
NEU: Der re:think P2P Risk Score
Wie hoch ist das Risiko bei einer P2P Plattform? Das ist eine komplexe Frage, die sich nicht mit einem einzelnen Satz beantworten lässt. Gleichwohl kann aber versucht werden, diese Frage systematisch zu analysieren. Genau das habe ich in den letzten Wochen gemacht und jetzt die erste Version vom re:think P2P Risk Score veröffentlicht.
Das Ziel des neuen Modells besteht darin die Risiken verschiedener P2P Plattformen vergleichbar zu machen, damit Investoren fundierte Anlageentscheidungen treffen können, statt sich auf Bauchgefühl, Marketing-Versprechen oder intransparente Empfehlungen zu verlassen.
In der Praxis wurden alle P2P Plattformen anhand von fünf Kategorien bewertet: Regulierung und Lizenz (15 Punkte), finanzielle Stabilität (20 Punkte), Transparenz und Offenlegung (15 Punkte), Kreditportfolio und Investoren-Verluste (25 Punkte) sowie Track Record und Krisenverhalten (25 Punkte).
Hi, ich bin Denny! Auf diesem Blog, den ich im Januar 2019 gestartet habe, helfe ich Investoren dabei kluge und gut informierte Investitionsentscheidungen im Bereich der Geldanlage P2P Kredite zu treffen. Dafür beschäftige ich mich ausführlich mit den tagesaktuellen Geschäftsentwicklungen und dem übergeordneten Rendite- und Risikoprofil der einzelnen P2P Plattformen.
Mein Bestseller „Geldanlage P2P Kredite“ gilt in Fachkreisen als das beste deutschsprachige Finanzbuch zum gleichnamigen Thema.







