Was 99% der Anleger NICHT über Bondora CEO Pärtel Tomberg wissen

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Bondora gehört zu den größten, beliebtesten und manchmal auch zu den umstrittensten P2P Plattformen in Europa. Doch egal wie man zu der estnischen P2P Plattform steht, mit einer Marktreife von mittlerweile mehr als dreizehn Jahren gehört Bondora definitiv zu den absoluten Dinosauriern im P2P-Sektor.

Einen maßgeblichen Anteil am Erfolg muss man dabei dem Gründer und dem heute immer noch als  CEO tätigen Pärtel Tomberg zuschreiben.

Aber wer genau ist dieser Mann eigentlich?

Auch wenn ich das Rätsel um Pärtel Tomberg nicht vollständig lösen kann, so möchte ich heute dennoch fünf Fakten / Anekdoten über den Strippenzieher hinter Bondora präsentieren, den ich im Oktober 2018 zum ersten Mal bei einem Besuch in Tallinn persönlich kennenlernen durfte.

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Oktober 2018: Mein erstes Kennenlernen mit Bondora CEO Pärtel Tomberg.

1) Die Idee für Bondora entstand auf einer Busreise von Oxford nach Bristol

Die erste Anekdote handelt von der Entstehungsgeschichte von Bondora, wofür wir zurück in das Jahr 2007 gehen müssen. Der damals erst 19 Jahre alte Pärtel Tomberg studierte zu dieser Zeit International Business Management an der Oxford Brookes Universität in Großbritannien.

Während einer Busreise von Oxford nach Bristol, bei der er einen Freund besuchen wollte, stolperte er zufällig über einen Artikel im Economist, der sich mit der britischen P2P Plattform Zopa befasste. Zopa war zu diesem Zeitpunkt seit zweieinhalb Jahren am Markt und war der weltweit erste Marktplatz für P2P Kredite.

Die Neugier von Tomberg war danach geweckt. Zum einen, weil die Nichtbanken-Kreditvergabe außerhalb der USA und Großbritannien bis dato kaum bekannt gewesen war, zum anderen, weil die Umstände jener Zeit die Nachfrage nach solchen Geschäftsmodellen weiter stimuliert haben.

Den ersten Business Plan schrieb Tomberg zu jener Zeit noch vor dem Weihnachtsfest 2007 nieder.

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Exklusive Aufnahme: Pärtel Tomberg schreibt am Bondora Business-Plan im Dezember 2007

Durch seinen Job und die Verantwortungen bei KarstadtQuelle, hatte Tomberg bereits in jungen Jahren umfassende Kenntnisse wie man Geschäftsprozesse abbilden und Kalkulationen durchführen konnte.

Das notwendige Wissen zu den Themen Marketing, Kreditwesen oder Investoren-Akquise wurde durch die späteren Mitgründer ergänzt und abgedeckt. Ein paar dieser Mitstreiter lernte Tomberg übrigens durch seinen Freund kennen, den er damals in Bristol besucht hatte.


2) Die Bondora Figur wurde durch den Bruder von Pärtel Tomberg entworfen

bondora-erfahrungen-paertel-tombergDie zweite Anekdote handelt von dem weiblichen Bondora-Charakter, den mittlerweile wohl jeder P2P-Anleger kennen sollte. In unseren Gesprächen erzählte Tomberg, dass ein Großteil seiner Familie als Architekten oder Designer tätig sind, weshalb er sich scherzhaft als das „schwarze Schaf“ der Familie bezeichnete.

Der Einfluss der Familie Tomberg, auf das von Pärtel gegründete Unternehmen, lässt sich gleich an mehreren Stellen ablesen. So wurde das erste Interface der Webseite durch einen seiner Brüder entworfen, die Mutter half als Architektin bei der Einrichtung des Büros mit und ein weiterer Bruder von Pärtel, der als Trickfilmzeichner arbeitet, entwarf den heute vielen bekannten weiblichen Bondora Charakter.


3) Das Bondora Büro befindet sich in der Nachbarschaft wo Pärtel aufgewachsen ist

Eine weitere Anekdote ist die, dass sich das aktuelle Bondora Büro in Sichtweite zu der Nachbarschaft befindet, in der Pärtel früher mit seiner Familie aufgewachsen ist. Vom Büro aus könne man demnach die Straßen sehen, wo sich der junge Tomberg früher herumgetrieben habe.

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Die Nachbarschaft von Pärtel Tombergs Kindheit ist stets in Sichtweite.

Im Gespräch beteuerte er allerdings, dass es sich dabei nicht um eine bewusste Entscheidung, im Sinne von „zurück zu den Wurzeln“, sondern um einen reinen Zufall gehandelt habe.


4) Mit 18 Jahren als Manager bei Karstadt Quelle tätig

Ein weiteres Ereignis von dem Pärtel selbst sagt, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen sei, ist sein Engagement und Aufstieg bei Karstadt Quelle. Nachdem er hier mit 16 Jahren angefangen hatte Vollzeit zu arbeiten, profitierte er zu dieser Zeit von einer massiven Expansion im Baltikum, sodass er mit 18 Jahren bereits den Bereich Operations im Baltikum und Skandinavien mit 150 Angestellten verantwortete.

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Der junge Pärtel Tomberg: Bereits in frühen Jahren mit viel Verantwortung.

Beim späteren Zusammenbruch der insolventen Quelle AG wurde ein Teil des zentraleuropäischen Geschäfts dann an das schwedische Versandhandelsunternehmen Halens verkauft, wo Tomberg noch bis Ende des Jahres 2011 weitergearbeitet hatte.

Nach der Gründung von Bondora arbeitete Tomberg demnach also noch vier Jahre für andere Unternehmen, ehe er sich Vollzeit auf seine Aufgabe bei der estnischen P2P Plattform konzentriert hat.


5) Großhandel mit Rocawear und weitere Business-Ansätze

Die für mich persönlich schönsten Anekdoten, die aus meiner Sicht auch ein bisschen den geschäftsumtriebigen Charakter vom Bondora CEO verdeutlichen, sind seine ersten Gehversuche in der Geschäftswelt.

Zum Beispiel gab es um die Jahrtausendwende herum eine Fußball-Webseite vom Sportartikelhersteller Umbro, an welche Tomberg eine Email bezüglich eines falsch eingetragenen Ergebnisses geschickt hatte. Zurück kam aber nicht nur ein Dank, sondern auch die Mitteilung, dass man aktuell lokale Reporter für die international unterschiedlichsten Fußball-Ligen suche.

Die Bezahlung lag damals bei umgerechnet 200 Euro pro Monat, was für einen zwölfjährigen schon eine verlockende Stange an Geld bedeutet hat. Doch statt sich selbst den Aufwand zu machen, beschäftigte Tomberg einen seiner Freunde. Dieser übersetzte Spielberichte aus der Zeitung und leitete diese dann am Umbro weiter. Heute würde man das wohl als ein klassisches „Outsourcing-Business“ bezeichnen.

Noch ein paar Jahre später hat Tomberg aber gefühlt nochmal einen draufgesetzt, indem er nämlich versucht hat im Baltikum ein Großhandelsgeschäft für die Hip-Hop-nahe Modemarke Rocawear zu etablieren.

Tomberg, der zu diesem Zeitpunkt wenig bis gar nichts über das Einzelhandelsgeschäft verstand, kaufte sich einen Anzug, las ein paar Bücher und fuhr dann mit ein paar Freunden nach Deutschland, um eine dortige Delegation von deren „Know-How“ zu überzeugen.

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Leading the way: Pärtel Tomberg bei einer Präsentation im Bondora-Büro.

Ob es am Ende die Überzeugung oder der Mangel an Alternativen war ist mir persönlich zwar nicht überliefert worden, aber am Ende besaß die Gruppe um Pärtel tatsächlich die Exklusiv-Rechte, um Rocawear im Baltikum zu vertreiben.

Mit einem Van voll von Rocawear Klamotten fuhr die Clique dann daraufhin jede Woche durch das Baltikum und steuerte jeden Sportladen an, um die Übersee-Marke auch auf dem anderen Ende des großen Teichs bekannt zu machen.


Eure Meinung zu Bondora CEO Pärtel Tomberg

Es sind zwar nur kleine Anekdoten über den Bondora CEO Pärtel Tomberg, dennoch hoffe ich, dass ihr jetzt einen etwas besseren und differenzierten Eindruck von dem starken Mann hinter der estnischen P2P Platform besitzt.

Welche Anekdote hat euch persönlich am besten gefallen und wie lautet eure Meinung zum Bondora CEO? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Wer mehr über die estnische P2P Plattform wissen möchte, der schaut sich entweder meine umfangreichen Bondora Erfahrungen auf dem Blog an oder meinen Bondora Go & Grow Erfahrungsbericht nach drei Jahren.


Das Video: 5 Fakten zum Bondora CEO Pärtel Tomberg



Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

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