Go & Grow wird eigenständig: Warum die Abspaltung von Bondora?

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Bondora hat sein Investmentangebot in den letzten Jahren stark vereinfacht.

Während die beiden Portfolio Builder (Portfolio Manager und Portfolio Pro) im Februar 2023 eingestellt worden sind, wurden im September 2025 auch die API-Schnittstelle sowie der Sekundärmarkt offiziell geschlossen.

Geblieben ist lediglich das 2018 eingeführte Bondora Go & Grow Produkt, welches sich über die Jahre hinweg zu den beliebtesten Investmentmöglichkeiten für Privatanleger entwickelt hat. Auch persönlich nutze ich Go & Grow für den auf Liquidität ausgerichteten Anteil meines P2P Portfolios, parallel zu Monefit SmartSaver.

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Mein Investment bei Bondora
Investiert seit: Juni 2018  ·  Portfolio: 24.954 €  ·  Rendite: 6,14%  ·  Aktiv ✅
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In dieser Woche hat die estnische P2P Plattform kommuniziert, dass Go & Grow in Zukunft als ein eigenständiges Unternehmen aus der Bondora Group herausgelöst werden wird.

Was genau steckt hinter dieser Entscheidung und was bedeutet dieser Schritt ganz konkret für uns als Investoren? Nachfolgend gibt es diesbezüglich meine persönliche Einschätzung und Bewertung.

Was hat Bondora offiziell kommuniziert?

Laut der offiziellen Mitteilung wurde die juristische Person hinter Go & Grow, die Bondora Capital OÜ, am 20. April 2026 in Go&Grow OÜ umbenannt. In Zukunft soll dieses Unternehmen als eine unabhängige Marke außerhalb der Bondora Group auftreten.

Am 20. April 2026 wurde die juristische Person hinter Go & Grow, Bondora Capital OÜ, in Go&Grow OÜ umbenannt und wird bald als unabhängige Marke außerhalb der Bondora Group auftreten.

Bondora hat zudem kommuniziert, dass sich für Investoren vorerst nichts verändern wird.

Das Go & Grow-Konto, die App, das Anmeldeverfahren, das verfügbare Guthaben, die getätigten Investitionen und auch die Auszahlungen bleiben von dieser Veränderung unberührt. Ebenso bleibt die Zielrendite von 6% p.a. sowie das Liquiditätsversprechen unverändert.

Was sich hingegen verändert ist der Name der der juristischen Person (jetzt: Go&Grow OÜ), es gibt eine neuen Domain (www.goandgrow.eu), E-Mails und Dokumente werden zukünftig unter dem aktualisierten Markennamen versendet und die visuelle Identität und das Branding werden schrittweise angepasst.


Was steckt hinter dieser Entscheidung?

Die Frage lautet nun, warum Bondora diese Entscheidung getroffen hat.

In der offiziellen Mitteilung schreibt die P2P Plattform dazu:

Mit der Zeit hat sich Bondora in zwei starke, klar etablierte Geschäftsbereiche entwickelt:

  • ein verantwortungsbewusstes Geschäft im Bereich Verbraucherkredite, das auf mehreren europäischen Märkten tätig ist,
  • und Go & Grow, das Kunden einen einfachen, vertrauenswürdigen Weg bietet, auf ein diversifiziertes Portfolio von Krediten – ausgegeben von Bondora – zuzugreifen.

Wie für Bondora üblich, liefert die Antwort nur teilweise einen Hinweis auf die tatsächlichen Beweggründe.

Aus meiner Sicht könnten drei Motive für diese Entscheidung sprechen:

  1. Regulatorische Sauberkeit

Seit der Einführung im Jahr 2018 operiert Go & Grow bis heute ohne eine produktspezifische Regulierungslizenz. Bondora hat in der Vergangenheit mehrmals kommuniziert, dass es aktuell keine regulatorische Grundlage für das Go & Grow-Produkt gebe. Ein eigenständiges Unternehmen könnte sich daher deutlich einfacher und sauberer durch einen Lizenzierungsprozess führen als im Rahmen einer verschachtelten Konzernstruktur.

  1. Bankenlizenz als nächster Schritt?

Bondora hat schon vor Jahren angekündigt, dass man perspektivisch den Erhalt einer Bankenlizenz anstrebe. Siehe hierfür zum Beispiel mein Gespräch mit Bondora CEO Pärtel Tomberg vom Juni 2024. Eine eigenständige juristische Person wäre hierfür eine strukturelle Grundvoraussetzung. 

  1. Skalierung und Kapitalstruktur

Ein eigenständiges Unternehmen lässt sich separat kapitalisieren, bewerten und ggf. auch an die Börse bringen. Bondora hat diese Option in vergangenen Q&A-Sessions nie kategorisch ausgeschlossen. Auch wenn noch nicht beabsichtigt, so könnte die P2P Plattform zumindest die entsprechende Struktur bereits vorbereitet haben.


Was bedeutet das für Investoren?

Aus Anlegersicht scheint sich vorerst nichts zu ändern. Oder doch?

Hier sind die Folgen, die ich kurzfristig, mittelfristig und langfristig sehe:  

Kurzfristig: Nichts.

Die Rendite, das Liquiditätsversprechen und auch alle weitere Produktmerkmale bleiben vorerst unverändert. Anleger können Go & Grow weiterhin genauso nutzen wie bisher und müssen nichts tun.

Mittelfristig: Ein paar offene Fragen.

Die Abspaltung in zwei juristische Einheiten mit separaten Governance-Strukturen wirft durchaus neue Fragen auf:

  • Unter welchen Bedingungen können die Kooperationsvereinbarungen zwischen Go&Grow OÜ und den zugrunde liegenden Kreditgebern angepasst werden? Und wie transparent ist dieser Prozess für Investoren?

Solange Go & Grow ein Teil der Bondora Group gewesen ist, war die Zusammenarbeit mit dem Kreditgeschäft intern geregelt. Kein externer Vertrag, keine Kündigungsfristen, keine dritte Partei. Mit der rechtlichen Trennung wird diese Zusammenarbeit jedoch zu einer vertraglichen Kooperationsvereinbarung zwischen zwei eigenständigen Unternehmen.

Bondora hat diesbezüglich nur kommuniziert, dass die Zusammenarbeit „unverändert“ bleibe. Angaben zur vertraglichen Struktur sind hingegen nicht gemacht worden.

  • Wer haftet in einer Extremsituation wie einer Insolvenz? Und gegenüber wem?

In den FAQ der Produktseite steht zum möglichen Konkurs-Fall:

Ihr Geld ist geschützt. Selbst im höchst unwahrscheinlichen Fall, dass Bondora Capital OÜ insolvent wird, bleiben Ihre Investitionen bei Ihnen. Denn die Investoren, nicht Bondora Capital OÜ, sind rechtlich Eigentümer der Darlehensforderungen […] Die Forderungen sind nicht Teil der Konkursmasse von Go & Grow.

Langfristig: Potenziell mehr Sicherheit.

Sollte Go & Grow irgendwann eine Banklizenz oder eine produktspezifische Aufsichtslizenz erhalten, dann wäre das ein durchaus bedeutsamer Schritt, Stichwort Einlagensicherung.


Mein Fazit

Die Abspaltung von Go & Grow ist keineswegs als ein Alarmzeichen zu sehen. Ganz im Gegenteil.

Bondora macht aus einer internen Produktsparte ein eigenständiges Unternehmen mit klarer Identität, klarem regulatorischen Profil und mehr strategischer Flexibilität.

Für die Masse der Anleger, die Go&Grow als einen einfachen und unkomplizierten Liquiditätspuffer nutzen, ändert sich operativ erstmal nichts.

Perspektivisch könnte dieser Schritt der Beginn einer anstehenden Regulierung und Lizenzierung werden, wodurch sich das Risikoprofil deutlich verbessern könnte.


Weiterführende Informationen:


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Hi, ich bin Denny! Auf diesem Blog, den ich im Januar 2019 gestartet habe, helfe ich Investoren dabei kluge und gut informierte Investitionsentscheidungen im Bereich der Geldanlage P2P Kredite zu treffen. Dafür beschäftige ich mich ausführlich mit den tagesaktuellen Geschäftsentwicklungen und dem übergeordneten Rendite- und Risikoprofil der einzelnen P2P Plattformen.

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