P2P Kredite Monatsrückblick – Oktober 2020

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Im P2P Kredite Monatsrückblick Oktober 2020, schaue ich wie gewohnt auf die Einnahmen und Transaktionen in meinem P2P Portfolio zurück und beleuchte zudem die wichtigsten Entwicklungen und Updates einzelner P2P Plattformen.

Dazu gehört im Oktober 2020 u.a. die Einführung vom Mintos Risk Score, die neuen Rekordergebnisse von EstateGuru oder die Auflösung des ersten Geschäftskredits von VIAINVEST.


Mein P2P Portfolio im Oktober 2020

Hier eine Übersicht, wie sich mein P2P Portfolio im Monat Oktober 2020 entwickelt hat.

Einnahmen

Im Oktober 2020 konnte ich Zinseinnahmen in Höhe von 77,49 Euro verzeichnen. Der Abwärtstrend der letzten Monate (September 2020: Zweitniedrigste Einnahmen in drei Jahren) ist damit vorläufig gestoppt. Meine negativ erhaltenen Nettozinsen bei Bondora Portfolio Pro sind zwar ähnlich hoch gewesen (-122,03 Euro), dafür gab es im letzten Monat sehr gute Einnahmen bei EstateGuru (35,36 Euro; Bestwert seit zwei Jahren) und Debitum Network zu verzeichnen (33,39 Euro).

Transaktionen

Im Oktober 2020 habe ich einige Transaktionen vorgenommen. Bei Bondora wurden 2.000 Euro abgehoben, bei Mintos und NEO Finance jeweils 1.000 Euro. Umgeschichtet wurde vorerst nur bedingt. 1.000 sind jetzt zusätzlich bei EstateGuru hinzugekommen. Weitere 1.000 Euro sollen bis Ende des Jahres noch auf einer neuen P2P Plattform investiert werden.

P2P Portfolio

Der Wert meines P2P Portfolios hat sich von 35.622 Euro auf 32.707 Euro verringert. Perspektivisch gehe ich aktuell davon aus, dass sich dieser Wert in den nächsten Monaten zwischen 30.000 und 35.000 Euro einpendeln wird.


Bondora

Bei Bondora gab es im Oktober keine großen Änderungen oder sonstige Neuigkeiten. Die Neukreditvergabe in Spanien und Finnland ist weiterhin „on hold“, die 1.000 Euro Beschränkung bei Go & Grow ist nach wie vor aktiv und auch das Kreditvolumen lag mit ca. 3 Mio. Euro auf dem Niveau der letzten Monate.

Nachdem ich im Oktober mein dreijähriges Jubiläum mit Bondora feiern konnte, habe ich auf meine Performance bei Bondora Portfolio geblickt und geschaut, wie sich mein seit März 2019 entspartes Kreditportfolio entwickelt hat. Hier kannst Du dir nochmal die Antwort ansehen:


NEO Finance

NEO Finance hat im Oktober 2020 einen neuen Meilenstein erreicht und erstmals in seiner Geschichte mehr als 2 Mio. Euro an litauischen Konsumkrediten pro Monat finanziert. Nachdem der zweitbeste Wert erst im August 2020 erreicht wurde (1,79 Mio. Euro), zeigt sich hier eine klar Tendenz nach oben. Wollen wir hoffen, dass auch die Performance in diesem schwierigen Umfeld konstant mithalten kann.

Neben einigen administrativen Themen im Vormonat, hat NEO Finance seinen Marketing Fokus jetzt wohl darauf gelegt, sich als extrem sichere P2P Plattform zu verkaufen. Aus meiner Sicht: Ja, NEO Finance bietet aktuell einige Vorteile in puncto Sicherheit, die bei anderen baltischen P2P Plattformen fehlen. Dazu gehören das regulierte Umfeld für P2P Kredite, die damit einhergehende Transparenz oder die Electronic Money Institution Lizenz. Alles gute und valide Punkte.

Dennoch würde ich mich freuen, wenn NEO Finance sich stattdessen auch mal um die Themen kümmern würde, die schon sehr lange auf der Agenda stehen und die aus meiner Sicht überfällig sind. Dazu gehören ganz klar die Implementierung von einem deutschen Interface, eine Vereinfachung der Investitionserfahrung auf der Plattform sowie eine Lösung bezüglich der Quellensteuerproblematik für erzielte Zinseinnahmen. Alle Themen sind hinlänglich bekannt. Wann reagiert NEO Finance?


Mintos

Bei Mintos fand Ende Oktober die erste Ask Mintos Anything Session ohne Martins Sulte statt. Das Thema: Status Update zu den sich in Rückforderung befindenden Krediten (Funds in Recovery). Auch wenn ich persönlich davon durchaus betroffen bin, verfolge ich das Thema nicht so eng. Der Aufwand rechnet sich schon lange nicht mehr mit dem Ertrag und auf notorisch schlechte Laune habe ich auch wenig Lust.

Was ich aber mitnehmen konnte: Aktuell befinden sich ca. 100 Mio. Euro an Krediten im Prozess der Rückgewinnung. Das entspricht 16 Prozent des aktuell ausstehenden Kreditportfolios. Noch Fragen?

Mintos CEO Martins Sulte meinte jüngst, dass er davon ausgehe über einen längeren und nicht näher definierten Zeitraum ca. 50 Prozent dieser Kredite zurückzugewinnen. Warten wir mal ab, was sich an dieser Front noch alles tun und welche Entwicklungen es geben wird. Besonders bei Capital Service bin ich auf den weiteren Verlauf gespannt, habe ich schließlich selbst noch knapp 400 Euro offen.

Ansonsten verkündete Mintos noch die Einführung eines neuen Scoring-Modells für Kreditgeber – den Mintos Risk Score. Statt Buchstaben werden die Kreditgeber jetzt in vier Kategorien mit einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Zu den Kriterien gehören:

  • Leistung des Kreditportfolios,
  • Effizienz des Kreditdienstleisters,
  • Rückkaufstärke und
  • Kooperationsstruktur

Ob die neue Bewertung jetzt mehr Licht ins Dunkle bringen wird oder ob es sich dabei nur um alten Wein in neuen Schläuchen handelt, wird sich mit der Zeit zeigen. Persönlich bin ich dem gegenüber eher skeptisch eingestellt, allerdings sollte Mintos jetzt mit zunehmender Dauer und tausenden von Datenpunkten hoffentlich die Möglichkeit besitzen, um die Risiken je Kreditgeber für Investoren akkurater und präziser darzustellen.


Debitum Network

Im Oktober 2020 gab es einige erfreuliche Neuigkeiten bei Debitum Network bezüglich der Akquise neuer Kreditgeber. Nachdem man in den letzten Monaten den Sack mit neuen Kooperationspartnern noch nicht zumachen konnte, sind nun mit Evergreen Capital (Estland) und CubeFunder (Großbritannien) gleich zwei Kreditgeber auf der Plattform neu hinzugekommen.

Beide Kreditgeber bieten aktuell Assets mit einer Verzinsung in Höhe von 10 Prozent an, was für Debitum Standards etwas höher ist als sonst. Bei CubeFunder gibt es zudem einen 1% Cashback, wenn man in Assets im Wert von +500 Euro investiert.

Zudem bietet Debitum bei Triple Dragon, einem UK-Kreditgeber, jetzt eine neue Investitionsstruktur an. Mit der Implementierung eines SPV (Special Purpose Vehicle) wurde eine neue Tochtergesellschaft gegründet, wodurch Debitum mehr Kontrolle über die Verwaltung des Assets übernehmen kann. Quasi eine Art weiterer Sicherheitspuffer für Anleger. Weitere 4 Mio. Euro an Triple Dragon Assets sollen in den nächsten Wochen und Monaten auf der Plattform hinzukommen.


VIAINVEST

Mit 4,57 Mio. Euro wurden bei VIAINVEST, im Oktober 2020, die meisten Kredite seit Februar 2020 finanziert (5,77 Mio. Euro). Auch die Anzahl der zur Verfügung gestellten Kredite ist jetzt 1,5 Mio. Euro größer als noch im Vormonat. Ein Zeichen dafür, dass man mittlerweile wieder mehr Zutrauen in die Gesamtwirtschaftliche Entwicklung gewinnt? Mal sehen, wie nachhaltig der Trend in den nächsten Monaten sein wird.

Interessant war in jedem Fall, dass VIAINVEST im Vormonat seinen ersten Geschäftskredit – nämlich das Studentenwohnheim Projekt in Barcelona – vorzeitig aufgelöst hat. Als Grund wurde die Unsicherheit im spanischen Immobiliensektor genannt. Das Studentenwohnheim selbst wird zwar weiterhin gebaut, jedoch mit anderen Finanzierungsquellen. Neben der Tilgung bekommen VIAINVEST Investoren auch die versprochenen 8% Zinsen ausbezahlt.

Für mich lässt das zwei Schlussfolgerungen zu. Erstens: VIAINVEST ist nicht bereit einen größeren Kollateralschaden in Kauf zu nehmen und handelt daher (wie auch in den letzten Monaten schon) sehr konsequent in seinem Vorgehen. Zweitens: Geschäftskredite sind ein anderes Feld als Konsumkredite und beinhalten daher auch ein anderes Risikolevel. Vielleicht sollte man daher auch perspektivisch den Fokus weiterhin auf sein Kerngeschäft halten anstatt seine klare Ausrichtung zu verwässern.


EstateGuru

EstateGuru bleibt für mich einer der ganz großen Gewinner in diesem Jahr 2020. Nachdem man sich bei den Zahlen im April noch kurz geschüttelt hatte, zeigt die estnische Immobilienplattform seitdem ein beeindruckendes Wachstum und erfährt großen Zuspruch seitens der Investoren. Den Rekordwerten beim neu finanzierten Kreditvolumen im August und September, folgte im Oktober eine weitere Steigerung um starke 50 Prozent.

Von den 15,2 Mio. Euro sind mehr als die Hälfte (7,9 Mio. Euro) in litauische Immobilienfinanzierungen geflossen, dem bis dato kleinsten Markt für EstateGuru im Baltikum.

Das ausstehende Kreditportfolio ist damit auf knapp 114 Mio. Euro angewachsen. Die Quote der sich davon in Verzug befindenden Kredite liegt jetzt bei 6,9 Prozent (+1,5 Prozent zum Vormonat).

Wer will, kann sich jetzt zum Abschluss noch mein Interview mit der EstateGuru Community Managerin Kadri Akk ansehen, wo ich eure aktuell wichtigsten Fragen gestellt habe:


P2P Kredite – Monatsrückblick Oktober 2020 als Video

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