Iuvo Group: Interview mit CEO Ivaylo Ivanov

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Letztes Jahr im November, war ich auf dem AltFi Summit in Berlin unterwegs und habe dabei unter anderem den 32 Jahre jungen Ivaylo Ivanov kennen gelernt, seines Zeichens CEO der P2P Plattform iuvo Group.

Nach einem kurzen Austausch hatte ich den Eindruck, dass man durchaus ein kleines Interview mit ihm aufnehmen könnte. Da ich das Interview fast vergessen hätte, kommt es erst jetzt online. Die deutsche Übersetzung des Interviews kannst Du hier auf dem Blog nachlesen, die Original Aussagen findest Du im Video auf meinem YouTube Kanal:


Die Iuvo Group bekommt mehr und mehr Aufmerksamkeit von deutschen Investoren. Was kannst Du allgemein über die P2P Plattform erzählen? Besonders für diejenigen, die davon noch nicht gehört haben.

Wir haben iuvo Group 2016 gegründet und sind in den letzten vier Jahren ordentlich gewachsen. Deutsche Anleger zählen dabei aktuell auch zu unserer größten Investoren Gruppe. Frag mich gerne, was Du im Detail über unser Unternehmen wissen möchtest.

Ich möchte immer gerne das Geschäftsmodell verstehen. Von außen betrachtet verfolgt iuvo Group wohl ein Marktplatzmodell, ähnlich, wie zum Beispiel Mintos. Außerdem scheint es einen großen Fokus auf Bulgarien zu geben, wo nicht zuletzt zwei bis drei Kreditgeber herkommen – beziehungsweise bulgarische Kredite anbieten. Woher kommt dieser Fokus und was kannst Du zum bulgarischen Markt allgemein erzählen.

Die Verbindung lässt sich relativ einfach erklären, da ein Großteil des Teams und auch ich persönlich, aus Bulgarien kommen. Die Idee für iuvo entstammt dabei einem vorherigen Business.

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Im Interview mit iuvo Group CEO Ivaylo Ivanov auf dem AltFi Summit 2019

Obwohl der Hauptsitz unseres Unternehmens in Estland angemeldet ist, haben wir auch eine operative Geschäftsstelle in Bulgarien. Hier können wir sehr stark von guten Arbeitskräften profitieren, besonders im Bereich IT und Kundensupport. Auch die Kostenstruktur wirkt sich vorteilhaft für uns aus.

Durch unsere Herkunft und Verbundenheit zu dem Land, kamen auch unsere ersten Partner (Anm.: Kreditgeber) aus Bulgarien, mit denen wir auch heute noch erfolgreich zusammen arbeiten.

Was kannst Du über Dich und Deinen persönlichen Hintergrund erzählen?

Ich habe meine Berufskarriere als Wirtschaftsprüfer und Versicherer bei Ernst & Young gestartet. Neben ein paar kleineren Jobs war ich unter anderem auch als Berater für pwc tätig. Als ich meinen MBA gemacht habe, kam dann das Interesse für den Fintech Bereich und dass ich etwas eigenständiges außerhalb der Corporate Welt machen wollte.

Was sagst Du zu Leuten, die behaupten, dass Du zu jung und unerfahren für diesen Job bist?

Es gibt Vor- und Nachteile in diesem Alter ein Unternehmen zu führen. Mein Hauptargument wäre, dass ich nicht allein tätig bin. Wir besitzen ein erfahrenes Team mit Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen. Im operativen Bereich sind wir etwas jünger aufgestellt, im strategischen Bereich haben wir aber unsere Berater und Gesellschafter, welche sehr mit Erfahrung und Wissen mitbringen.

Ich glaube, dass der Mix aus Energie und Erfahrung der beste Weg sind, um etwas Neues zu erschaffen.

Iuvo Group ist von der Historie und vom Geschäftsmodell her, sehr ähnlich zu Mintos. Dennoch besitzt iuvo nur 8 Kreditgeber, im Vergleich zu ca. 70 Kreditgebern bei Mintos. Warum ist das so? Hat iuvo Schwierigkeiten neue Partner zu finden oder sind die Kriterien bei der Auswahl einfach härter als bei anderen P2P Plattformen?

Ich glaube dieses Thema wird immer wichtiger, je mehr dieser P2P Sektor wächst und zu einem massentauglichen Investment-Vehikel wird. Was die Kreditgeber Situation angeht, bekommen wir fast täglich neue Anfragen. Aktuell haben wir mehr als 20 Unternehmen, die sich gerade in unterschiedlichen Phasen einer Due Diligence befinden.

Ehrlich gesagt fällt es uns nicht schwer Kredite zu finden, die wir auf der Plattform listen können. Wir legen aber einen großen Fokus auf den Selektierungsprozess. Da ich einen ähnlichen Hintergrund besitze, nehme ich dieses Thema auch persönlich sehr ernst.

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Fast 90% aller Kredite auf iuvo haben eine Laufzeit von bis zu maximal 12 Monaten

Ich würde sagen unser Prozess ist deutlich strenger und durchdachter, als das bei anderen Wettbewerbern ist. Wir führen sowohl eine rechtliche als auch eine finanzielle Due Diligence durch.

Auf der rechtlichen Seite prüfen wir unter anderem die Lizensierungen, wer die Begünstigten Personen im Hintergrund sind oder die GDPR / AML Richtlinien. Die finanzielle Seite ist schon etwas interessanter. Wir implementieren unterschiedliche Arten von Absicherungen in unseren Verträgen. Nicht nur was die tatsächliche Performance zum Zeitpunkt des Onboardings angehet, sondern auch zu jedem Zeitpunkt während der Zusammenarbeit. Wir schauen unter anderem auf dem den Liquiditätsgrad, die Kapitalunabhängigkeit, den Fremdkapitalhebel und auch die Abhängigkeiten zu anderen P2P Plattformen.

Denn die Gefahr ist, dass Kreditgeber auf zu vielen P2P Plattformen unterwegs sind und daher zu stark gehebelt sind.

Kannst Du hier etwas mehr ins Detail gehen? Wie viel Prozent des Kreditportfolios können Kreditgeber maximal bei anderen Marktplätzen finanzieren lassen, um dennoch bei iuvo gelistet zu sein?

Das ist schwer für einen konkreten Einzelfall zu sagen, da es abhängig von der individuellen Finanzierungsstruktur ist. Wir schauen auch, ob der Kreditgeber Teil einer größeren Gruppe ist und wie in dem Fall auch die Performance des Mutterkonzerns aussieht. Auf Grundlage von diesen und noch weiteren Faktoren, entscheiden wir wie hoch der Marktplatz Exposure sein kann. Das können auch 30 bis 60 Prozent sein, abhängig davon wie gut wir das Unternehmen bewerten.   

Der Prozentsatz kann auch davon abhängig sein, wie sich unsere Geschäftsbeziehung über die Jahre hin entwickelt. Wenn wir eine gute Performance beobachten, können diese Kriterien durchaus gelockert werden. Was bei uns fix ist, ist das wir einen Anteil von 30 Prozent Skin in the Game für jeden einzelnen Kredit erwarten – was deutlich über dem Anteil unserer Wettbewerber ist.

Auch hier ist der primäre Grund das Thema Sicherheit. Denn an sich gibt es genügend Kredite, die wir zur Verfügung stellen könnten.

Also klare Kante und kein fauler Kompromiss, nur um das Wachstum schneller voran zu treiben?

Richtig. Das wichtigste ist dabei, dass dieser Weg Teil einer Strategie ist, zu der sich das Team und die Gesellschafter bekannt haben. Wir setzen uns diesbezüglich nicht unter Druck, nur um der Möglichkeit des Wachstums nachzugeben.

Danke für Deine Zeit, Ivaylo! Was möchtest Du abschließend noch sagen? Welche Argumente sprechen dafür, dass Investoren iuvo Group mal ausprobieren sollten?

Abgesehen von den offensichtlichen Dingen, die in Verbindung mit dem Marktplatz stehen – so etwas wie die Kreditverfügbarkeit oder die Zinssätze zwischen 8 bis 10 Prozent p.a. – denke ich, dass wir eines der besten Onboarding Prozesse besitzen. Wir bieten Kundensupport während jeder Phase an: Von der Registrierung bis hin zur Verifizierung, der ersten Einzahlung, der Erstellung des Auto Invest Portfolios oder bei zusätzlichen Fragen. Wir haben ein vielsprachiges Support-Team, welches immer und bei jeder Gelegenheit unterstützen kann.

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