P2P Kredite Krise 2020 ++ Grupeer vor dem Aus!

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Die P2P Kredite Krise 2020. Die Ausbreitung des Coronavirus setzt die Finanz- und Kapitalmärkte weltweit unter Druck. Die internationalen Börsen erleben aktuell einen historisch betrachtet einmaligen Abverkauf und sogar vermeintlich sichere Häfen wie Gold und Staatsanleihen verlieren an Wert.

Dass es unter diesen Umständen auch ordentlich Bewegung im Kreditmarkt geben wird, sollte jedem bewusst sein. Die von den P2P Plattformen mittlerweile täglich eingehenden Emails verdeutlichen, wie stark die Nicht-Banken Kreditgeber von der aktuellen Situation betroffen sind.

Das Ziel dieses Live-Tickers ist es, täglich über die Entwicklungen und die Kommunikationspolitik der P2P Plattformen zu berichten. Soweit es mir möglich ist, werde ich versuchen diese Mitteilungen auch einzuordnen und zu bewerten.


Inhaltsverzeichnis

30.03.: Wie sicher ist Mintos?


Wie sicher ist Mintos?

Gestern habe ich neuen Content über Mintos veröffentlicht. Es geht dabei um die Frage, für wie sicher ich Europas aktuell größten Marktplatz für Privatkredite einschätze. Insbesondere durch die Vorfälle im Zusammenhang mit dem armenischen Kreditgeber Varks, sollte diese Frage jetzt umso dringender gestellt werden.

Dass das Feedback auf YouTube so eindeutig ausfällt, hätte auch ich nicht erwartet. Vielen Dank an alle, die mich und meine Arbeit mit solchen Kommentaren unterstützen!


28.03.: Grupeer vor dem Aus!


Grupeer vor dem Aus!

Was für ein Hammer! Diese Neuigkeit wird die sowieso schon angespannte Lage im P2P Sektor auf keinen Fall verkleinern. Wie gestern bekannt wurde, handelt es sich bei den Kreditgebern Lion Lender, Epic Cash und Monetria um Fake-Unternehmen.

Die Situation bei Grupeer, die erst vor kurzem noch zur „TransPEERancy“ aufgerufen haben, hinterlässt viele offene Fragen – und ein fast tragik-komisches Last-Minute Statement von CEO (?) Alla Kisiki. Aktuell scheint es noch zu früh zu sein, um die Ereignisse objektiv bewerten zu können. Aber alles in allem droht hier wohl ein großer Knall, dessen Echo sicherlich noch nachhallen wird.

Für aktuelle Informationen empfehle ich an der Grupeer Discussion auf Telegram teilzunehmen. Grupeer Investoren sollten sich außerdem beeilen und sich noch die Kopien der Kreditvereinbarungen herunterladen, bevor die Webseite offline ist.


27.03.: EstateGuru, Monethera


Interview mit EstateGuru

Wie reagiert EstateGuru auf die aktuellen Marktturbulenzen, das Coronavirus und wie sieht man sich für eine mögliche Rezession vorbereitet? Ich habe diese Fragen an Kadri Akk gestellt, die deutsche Investoren Community Managerin bei EstateGuru. Hier geht es zum Interview mit den Antworten.


Monethera verabschiedet sich! Investoren vor ungeklärten Fragen

Auf der Facebook-Seite hat sich Anbieter Monethera auf unbestimmte Zeit verabschiedet. Als Grund gibt das Unternehmen die Ausbreitung von COVID-19 an, wodurch eine Fortführung des Geschäfts aktuell nicht möglich sei. Ob die Investoren ihr Geld jemals wiedersehen werden, scheint zu diesem Moment mehr als fraglich.

„At the moment, we can’t offer you any final solution. As we said before there is a state of emergency is declared in almost all EU member countries. So it will be necessary to wait until the coronavirus crisis gets to an end. After this, borrower-companies could return to process all pending transactions.“

Nach allen Meinungen die ich gehört habe, wird das für einige Investoren kein gutes Ende haben.


26.03.: Bondora, NEO Finance


„Bleiben Sie auf Kurs“ – Bondora CEO jetzt mit persönlicher Video-Ansprache

Pärtel Tomberg, CEO von Bondora, hat die Inhalte seiner letzten Email (18.03.) jetzt auch als Videobotschaft auf dem YouTube-Kanal veröffentlicht. Dazu gibt es auch deutsche Untertitel, was die Bedeutung von Bondoras wohl wichtigsten Markt unterstreicht.


NEO Finance plant Live Q&A Event auf Facebook

In den letzten Tagen bin ich auch mit NEO Finance immer im regelmäßigen Austausch. Jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass man am 31.03. ein Facebook Live Q&A mit dem Vorsitzenden Evaldas Remeikis durchführen wird, um auf die aktuelle Marktsituation einzugehen und um offene Fragen der Investoren zu beantworten.


25.03.: Neues von Mintos, Viventor, DoFinance, Grupeer


Varks wird Lizenz entzogen; +34 Mio. Euro durch Finko Konzern abgesichert?

Am Vormittag veröffentlichte Mintos die Mitteilung, dass dem Kreditgeber Varks, jetzt unter dem Dach des Finko Konzerns, die Lizenz von der Zentralbank Armeniens entzogen wurde. Zu den genauen Hintergründen dieser Entscheidung kann ich nur auf diese Quelle verweisen. Darin heißt es, dass man schon Ende Februar ein Verfahren eingeleitet hat. Offenbar gab es Probleme mit den Mindestkapitalanforderungen.

Das von Varks auf Mintos ausstehende Kreditvolumen beträgt ca. 34 Mio. Euro, zusammengesetzt aus offenen Kreditforderungen, Forward Flow und Pending Payments. Also eine ordentliche Summe.

Besonders brisant: Varks befindet sich seit einiger Zeit unter dem Dach von der JSC Finko Group, dem größten Kreditgeber auf Mintos. Varks ist wiederum der größte Kreditgeber innerhalb der Fiko Gruppe.  Mit Finko Armenien (Varks) hat Mintos am 13.03. sein neues Produkt Forward Flow gestartet. Das Argument von Forward Flow ist, dass sich Investoren damit einen festen Zinssatz für einen längeren Zeitraum sichern können. Durch Varks Kredite wären das durchschnittlich 12 Prozent gewesen.

Verschlimmernd kommt hinzu, dass wenige Tage später auch noch eine kurzfristige 2 Prozent Cashback Kampagne für genau jene Kredite gelauncht wurde, um weiteres Kapital anzuziehen. Über diese Geschichte, die einen alles andere als guten Blick auf Mintos und die Finko Group wirft, muss gesprochen werden!

Die Panik hält auch auf dem Zweitmarkt weiter an, wo jetzt fristgerecht laufende Kredite für 25 Prozent Zinsen gekauft werden können. Auch auf dem Primärmarkt bieten jetzt viele Kreditgeber verzinste Darlehen von +20 Prozent an. Hat Mintos die Kontrolle verloren?


Auszahlungsverzögerungen bei Viventor und DoFinance

Man merkt, dass die Nervosität unter den Anlegern weiter zunimmt. Berichten aus dem P2P Forum zufolge, soll es jetzt auch die ersten Auszahlungsverzögerungen bei Viventor und DoFinance geben. Während heute aber wieder Zahlungen durch Viventor geflossen sein sollen, ist man bei DoFinance immer noch hinterher.


Was passiert bei Grupeer?  

Nach Angaben aus der Grupeer Fellows Gruppe auf Facebook, soll es seit dem 19. März ebenfalls zu Zahlungsverzögerungen bei Grupeer gekommen sein. Nach dem Einloggen soll folgendes Statement erschienen sein:

„Due to a higher amount of withdrawal requests and a delay in incoming payments from our partners due to the COVID-19 crisis, we are going through the withdrawal requests slower than usual. Our finance team is working from their home offices the same as all Grupeer team. Even though it slows down our daily operations, they still work on each withdrawal request at the moment, but due to the above-mentioned factors we can not say how fast this request can be fulfilled.“

Übersetzt bedeutet das, dass die Auszahlungen wohl aufgrund verspäteter Zahlungen, von den Kreditgebern an Grupeer, nicht überwiesen werden können. Daraus stellen sich aus meiner Sicht folgende Fragen:

  • Warum funktioniert der Auszahlungsprozess manuell und nicht automatisiert?
  • Wieso erscheint im Dashboard ein verfügbares Guthaben, wenn dieses Geld scheinbar nicht zur Verfügung steht?
  • Besitzt Grupeer keine Mittel, um die Auszahlungen dennoch vorzunehmen?

Die größte Frage ist aus meiner Sicht aber: Wo ist das Geld? Man kann über Pending Payments von Mintos denken was man will, aber hier lässt sich zumindest nachverfolgen, wo sich das Geld aktuell befindet.

Noch alarmierender, wenn man das so sagen kann, finde ich allerdings die Nachricht, dass Grupeer die Zusammenarbeit mit Bezahlanbieter Trustcom Financial wohl zum 19. März aufgehoben und seitdem keine weiteren Zahlungen mehr darüber akzeptiert hat.

Brisant: Erst vor zwei Wochen hat Grupeer bekanntgegeben, dass man seit dem 12 März nicht mehr die JSC „Baltic International Bank“ nutzen werde. Nachdem Trustcom Financial wegfällt, bleiben nur noch NexPay und SatchelPay als Bezahldienstleister übrig. Aus meiner Sicht alles andere als ein gutes Zeichen.


24.03.: October, P2P Sektor in Großbritannien


October setzt Kreditrückzahlungen für die nächsten drei Monate aus

Erst vor kurzem hatte ich ein Interview mit dem Deutschland CEO von der französischen P2B Plattform October veröffentlicht. Heute hab ich mitbekommen, dass das Unternehmen, ähnlich zu dem Vorgehen bei Crowdestor, die Rückzahlungen der Kreditnehmer für die nächsten drei Monate ausgesetzt hat. Eine sensible und wohl auch kluge Entscheidung, um den Unternehmen die Möglichkeit einer Erholung zu geben. Ein ausgefallener Kredit hilft schließlich keiner Seite weiter.

Auch die mit der Kreditvergabe zusammenhängenden Gebühren werden für diesen dreimonatigen Zeitraum erlassen. Diese Initiative wurde wohl von 93 Prozent der institutionellen Investoren und kleineren Privatanleger, in einer Umfrage unterstützt


Auch in Großbritannien gibt es einen Stau bei den Auszahlungen durch P2P Plattformen

Wer glaubt, dass der Drang nach Liquidität im P2P Sektor ein baltisches Problem sei, der irrt sich. Wie in den letzten Tagen unter anderem der Telegraph und auch die Times berichteten, haben britische Unternehmen wie Assetz Capital, RateSetter, Growth Streer oder Zopa ebenfalls Schwierigkeiten, dem Wunsch nach sofortigen Abhebungen nachzukommen.


23.03.: Debitum Network, PeerBerry, Welches P2P Kredite Risiko jetzt akut ist


Debitum Network CEO mit Q&A – Rücklagen reichen im Worst-Case für die nächsten 12 Monate aus

Debitum Network hat auf dem Blog ein Q&A mit dem CEO Sergei Demchuk veröffentlicht. Darin geht er auf die fünf am häufigsten gestellten Fragen ein. Die Antworten im Einzelnen:

  • Kurzfristig werden KMUs, die Zielgruppe von Debitum Network, mit den wirtschaftlichen Folgen einer Rezession zu kämpfen haben. Neben den Herausforderungen gebe es aber auch viele Chancen für alternative Kreditgeber. Als Beispiel verweist er auf Regierungen, die sich anstatt durch Privatbanken auch mit alternativen Kreditgebern als Möglichkeit befassen, um Unternehmen aus dem Mittelstand zu unterstützen.
  • Sollte es zu Ausfällen bei Kreditgebern kommen, wird Debitum Network auch weiterhin die Assets nach spätestens 90 Tagen Zahlungsverzug für die Investoren zurückkaufen. Mehr dazu wie Debitum Network die Rückkaufgarantie einsetzt, kannst Du auf dem Blog nachlesen.
  • Die Bilanzen der Kreditgeber werden jetzt nach jedem Monat überprüft und analysiert. Vorher war es nach jedem Quartal.
  • Auch in einem Worst-Case Szenario habe Debitum Network genug Eigenkapital, um den Geschäftsbetrieb in den nächsten 12 Monaten aufrecht zu erhalten. Die Einlagen der Investoren werden dabei getrennt vom Kapital des Unternehmens verwahrt.

Bereits vor einer Woche hatte sich Debitum Network auf dem Blog zu ein paar Fragen geäußert. Kleiner Spoiler: Die meisten davon kamen von mir 😉. Aktuell bin ich täglich mit Debitum Network im Austausch. Einer der großen Vorteile, wenn man ein noch kleines und junges Unternehmen ist, wie ich finde. Und offen gesagt: Ich mag das Unternehmen und glaube sehr stark an die guten Absichten, die es verfolgt. Weitere Updates, unter anderem zu den Themen Geschäftsbericht 2019, sowie anstehende Regulierung, werden in den nächsten Wochen folgen.


PeerBerry solidarisiert sich mit Gofingo; neue „Gruppen-Garantie“ gegen Kreditausfälle  

Die P2P Plattform PeerBerry hat ein spannendes Interview mit Gennady Machulin veröffentlicht, dem Risikomanager (Chief Risk Officer) vom Aventus Group Mutterkonzern. Hier sind seine wichtigsten Aussagen:

  • Die Aventus Gruppe wird, zusammen mit dem Business Partner Gofingo, eine zusätzliche „Gruppen Garantie“ (Additional Group Guarantee) einführen, um die Investoren vor Ausfällen einzelner Kreditgeber zu schützen, sollten diese die Rückkaufgarantie selbst nicht mehr bedienen können.
  • Die Richtlinien für die Kreditvergabe wurden bereits angepasst. Das Risiko neuer Kreditausfälle wird mit einer nur vier bis fünf Prozent höheren Wahrscheinlichkeit eingeschätzt.
  • Die Ausfallwahrscheinlichkeit kann durch das Risiko Management zu 95 Prozent selbst kontrolliert werden.

Besonders die neue „Gruppen-Absicherung“, bei der jetzt auch die fünf Kreditgeber seitens Gofingo mitabgesichert werden sollen, ist ein starkes Zeichen des Vertrauens durch die Aventus-Gruppe und zeugt von Solidarität gegenüber seinem Business Partner. Der Aventus Konzern ist aktuell sehr solide finanziert und aufgestellt (14 Mio. Euro Eigenkapital und 12,6 Mio. Euro Gewinn im Jahr 2019), sodass man es sich dadurch auch erlauben kann seinen kleineren Partner durch eine schwierigere Phase hinweg zu unterstützen.


Welches P2P Kredite Risiko JETZT akut ist

Durch eine sich immer mehr anbahnende Rezession, werden die mittelfristigen Folgen zu einer echten Belastungsprobe und großen Herausforderung für viele P2P Plattformen werden. Da sind sich wohl viele einig. Doch aus meiner Sicht wird der P2P Markt jetzt schon durch unmittelbare Risiken bedroht. Diese sind ausnahmsweise nicht auf der Angebotsseite zu suchen (Kreditnehmer), sondern auf der Nachfrageseite (Investoren).

Mintos würde, nach aktuellen Hochrechnungen, im März auf ein Kreditvolumen von 191 Mio. Euro kommen. Das wären 40 Prozent weniger als noch im Vormonat. Dieser Mangel an Liquidität, teilweise auch gepaart mit einem Währungsrisiko durch Nicht-Europäische Kreditgeber, stellen bereits jetzt ein akutes Risiko dar. Selbstredend werden davon auch viele andere Anbieter, unter Umständen sogar noch härter, betroffen sein. Hier kannst Du dir nochmal meinen Artikel in voller Länge durchlesen.


20.03.: Neues von Mintos, EstateGuru, Robocash, Crowdestor und Fellow Finance


Mintos Live-Stream mit CEO Martins Sulte

Mintos CEO Martins Sulte hat sich gestern mehr als eineinhalb Stunden Zeit genommen, um auf die aktuelle Situation des Unternehmens einzugehen und um die dringendsten Fragen der Investoren zu beantworten. Den Live-Stream haben zeitweise bis zu 1.000 Personen angesehen. Die wichtigsten Aussagen waren aus meiner Sicht:

  • Mintos geht weg von der aktuellen Wachstumsstrategie (Skalierung) und konzentriert sich stattdessen auf die (finanzielle) Stabilisierung des Unternehmens.
  • Dafür hat Mintos seit dieser Woche (KW 12) besonders die Kostenseite stark reduziert, um kein weiteres Geld zu verbrennen. Die Kosten wurden um 40 Prozent gesenkt!
  • 45 Mitarbeiter wurden aktuell entlassen. Ein Großteil davon kam erst in den letzten Monaten neu hinzu. 2019 hat das Unternehmen allein 140 Mitarbeiter neu eingestellt.
  • Auch Marketingbudgets wurden heruntergefahren. Neue Investoren bekommen bis auf weiteres keinen Cashback-Bonus mehr und auch die Payouts für Publisher wurden gesenkt (Information wurde via Email kommuniziert, nicht im Live Stream)
  • Mintos hat aktuell 3,6 Mio. Euro Kapital zur Verfügung. Bei der aktuellen Kostenstruktur kann das Unternehmen (auch ohne Einnahmen) in den nächsten 15 bis 18 Monaten seine Geschäftstätigkeiten normal fortführen.
  • Die Überwachung und Kommunikation mit den Kreditgebern findet jetzt auf täglicher Basis statt. Das Mintos Update zum Kreditgeber Rating soll in Kürze folgen.

Hier kann man sich den Live-Stream nochmal über YouTube ansehen:


Robocash erhöht alle Zinssätze auf 14 Prozent

Obwohl nach Aussage des Unternehmens das finanzierte Kreditvolumen von Robocash im März gestiegen sein soll (+19,6 Prozent im Vergleich zum selben Zeitpunkt im Februar), bietet das Unternehmen jetzt für alle Kredite einen einheitlichen Zinssatz von 14 Prozent an. Auch alle laufenden Darlehen werden mit dem neuen Zinssatz angeboten. Voraussetzung ist eine Aktualisierung der Portfolio-Einstellungen.


CEO von EstateGuru wendet sich an Privatanleger

Marek Pärtel, CEO und Mitgründer von EstateGuru, hat auf dem Blog der baltischen Immobilienplattform eine persönliche Nachricht an die weltweiten Privatanleger geschrieben. Seine Botschaft: Die alternative Kreditvergabe ist gekommen, um zu bleiben.

EstateGuru CEO mit nüchternen und starken Aussagen an die Investoren

Er berichtet über die Anfangszeit von EstateGuru und welche Entwicklung das Unternehmen seit dieser Zeit durchlaufen hat. Aktuell würden Investoren von EstateGuru nur dann Geld verlieren, wenn die Ausfallquote bei +30 Prozent liegen würde und die Kreditsicherheiten für einen LTV von unter 60 Prozent verkauft werden müssten. Aktuell soll die Ausfallquote bei 6 Prozent liegen, wobei die Hälfte davon mit einer Rendite von 10,4 Prozent zurückgewonnen werden konnte.


Crowdestor kündigt dreimonatige Verlängerungsfrist für Kreditnehmer an

P2B Plattform Crowdestor hat ein langes und ausführliches Statement veröffentlicht, um auf die aktuellen Ereignisse einzugehen. Als ein Unternehmen das nicht ganz unumstritten ist und das noch deutlich beim Thema Transparenz nachlegen muss, war der Turnus der Nachricht sehr emphatisch und auch nachvollziehbar dargestellt.

Im einzelnen hat sich Crowdestor dazu entschieden, dass die Forderungen gegenüber Kreditnehmern bis Ende Juni 2020 aufgeschoben werden, ohne das diese Entscheidung Auswirkungen auf die Grundpfandrechte und oder andere Sicherheiten hat. Diese Entscheidung kann jedoch jederzeit revidiert werden, sofern es die Interessen der Investoren wahrt und schützt.


Fellow Finance geht auf die fünf am häufigsten gestellten Fragen ein

Die finnische Plattform Fellow Finance, auch nicht unbedingt ein europäisches Leichtgewicht bei der Kreditvergabe, hat auf seinem Blog die fünf häufigsten Fragen beantwortet, die Investoren im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestellt haben. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Aussagen:

  • Auch hier können Kreditnehmer (Konsumkredite) vorübergehend einen „payment holiday“ beantragen, um die Tilgung der Kredite nach hinten zu verschieben. Die Zinsen müssen jedoch weiterhin bezahlt werden.
  • Bei den Geschäftskrediten bietet das Unternehmen seinen Kreditnehmern Hilfe an, in dem man zusammen analysiert, wie man den Cashflow steuern kann, zum Beispiel in Form von Entschädigungen oder Pensionszahlungen.
  • Die finnische Regierung hat zudem ein 15 Mrd. Euro Unterstützungspaket freigegeben, um einheimische Unternehmen in der nächsten Zeit zu unterstützen.
  • Laut Analysen des “UK Marketplace Lending Index“ ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass es während und nach der Finanzkrise von 2008, keine radikalen Veränderungen bei P2P-Kreditplattformen gegeben habe. Sowohl was die Ausfallraten der Kreditnehmer anging, als auch was die Rendite der Anleger betrifft
Stabile Renditen und niedrige Ausfallraten auch zur Corona-Krise?

Weitere Kurznachrichten des Tages

Die rumänische Nationalbank hat IFN Extra Finance, einem Kreditgeber auf Mintos, die Lizenz entzogen. Der Kreditgeber hatte zuletzt im Oktober 2019 neue Kredite auf Mintos eingestellt. Bis zum 17. März 2020 wurden diese wohl auch bedient. Neue Kredite wird es vorerst nicht mehr geben ++ EstateGuru bewirbt 8 offene Immobilien-Projekte mit einer Rendite von bis zu 14 Prozent


19.03.: NEO Finance, Viventor


NEO Finance kündigt umfangreiche Anpassungen bei der Kreditnehmerbewertung an

NEO Finance Chef Evaldas Remeikis hat sich auf dem Blog an die Investoren der litauischen P2P Plattform gewandt und umfangreiche Anpassungen angekündigt. Hier die wichtigsten Punkte in der Übersicht:

  • Die Mindestzinssätze wurden für litauische Kreditnehmer nach oben gestuft, um ein größeres Ausfallrisiko zu kompensieren. Die Erhöhung ist abhängig vom Risikorating. A-Ratings +1 Prozent, B-Ratings +2 Prozent und C-Ratings +3 Prozent
  • Kreditnehmer können ab sofort ein drei- bis sechsmonatigen „Krediturlaub“ nehmen. Das bedeutet, dass Tilgungszahlungen vorerst ausgesetzt und nach hinten geschoben werden können. Die Zinsen müssen weiterhin bedient werden.
  • Refinanzierungskredite, bei denen Kreditnehmer ein DTI (Debt-to-Icome Ratio) von über 40 Prozent haben, werden bis auf weiteres abgelehnt.
  • Bei den C-Ratings werden nur noch die besten 80 Prozent an Kreditnehmern finanziert. Anmerkung: NEO Finance verwendet beim Scoring KI-Technologie, wozu ich mich auf dem Blog bereits geäußert habe.
  • Der maximale Kreditbetrag wird in jeder Risikoklasse um bis zu ca. 30 Prozent gesenkt
  • Die operativen Kosten werden soweit wie möglich heruntergefahren, ebenso wie die Marketingausgaben

Viventor kündigt „P2PWebCast” an

In der nächsten Woche (noch kein Termin bekannt) werden Viventor CEO Andrius Bolšaitis, Bernhard Hummel und Lex Gielen (Gründer von Kreditgeber Atlantis Financiers) eine offene Diskussionsrunde zum Thema P2P Kredite starten. Dabei können auch Fragen von Investoren gestellt werden. Sollte man sich als Investor von Viventor mal ansehen!


18.03.: Bondora


Bondora CEO Pärtel Tomberg schreibt Email an die Investoren

Auch bei Bondora hat sich der CEO persönlich an die Investoren gewandt. Darin verweist er auf die lange Historie des Unternehmens und dass das Unternehmen im März 2008, also inmitten der Finanzkrise, gegründet wurde. Er schreibt davon, dass das Fundament von Bondora auf fünf Säulen bestehe. Zwei davon sind für mich besonders hervorzuheben:

  • Risikopuffer: Einschließlich Rezessionen, soll die historische Rendite des Unternehmens bei 10,7 Prozent liegen. Alles was über der gekappten Go & Grow Rendite von 6,75 Prozent liege, sei in den letzten zwei Jahren als Risikopuffer aufgebaut worden, um auch in Zeiten wie diesen die Liquidität zu gewährleisten. Bislang hat dieser Test der Praxis Stand gehalten, wenngleich es mittlerweile aufgrund des Cash-Drags die ersten Einschränkungen gab (Max. 50.000 Euro können von einem Investor pro Tag abgezogen werden)
  • Nachhaltigkeit: Bondora sei seit 2017 profitabel und gut durchkapitalisiert. Das stimmt. Meine Analyse des Geschäftsberichts für 2018 kannst Du dir auch auf dem Blog durchlesen.

Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

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