ReInvest24 – Interview mit CEO Tanel Orro

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In meiner Umfrage, zu welchen P2P-Anbietern die Leser dieses Blogs gerne mehr Content lesen wollen, hat das estnische Unternehmen ReInvest24 aktuell die viertmeisten Stimmen. Nachgefragter sind bei euch nur Mintos, Bondora und Grupeer. Durchaus beachtlich, schließlich hatte ich ReInvest24 anfangs nicht mal in die Liste der möglichen Plattformen mit aufgenommen.

Persönlich habe ich mich mit dem Anbieter zwar immer noch nicht umfangreich beschäftigt, doch die P2PConference in Riga bat die ein oder andere Gelegenheit, um sich etwas näher kennenzulernen und um sich mit dem Team auszutauschen. So lernte ich unter anderem auch die Social Media Mitarbeiterin Kristina kennen, die als Teilzeit-Reisebloggerin immerhin über 20.000 Follower auf Instagram hat.

Relativ spontan nahm ich dann am zweiten Tag der Konferenz ein Interview mit CEO Tanel Orro auf – der übrigens im gleichen Alter wie ich ist (29) – um den Durst meiner Leser (und Zuschauer auf YouTube) ein wenig zu stillen.

Tatsächlich finde ich das Geschäftsmodell und den Ansatz von ReInvest24 durchaus interessant und innovativ. Auch wenn ich vorerst nicht plane selbst zu investieren, habe ich durchaus Interesse daran das ein oder andere Thema im Zusammenhang mit diesem Unternehmen aufzuarbeiten. Stay tuned!

Bonus: Für die Leser des Blogs hat sich Tanel dazu bereit erklärt, eine kleines Gewinnspiel für Registrierungen von neuen Investoren zu initiieren. Wer sich vom 16.07. bis 30.07.2019 unter diesem Link neu anmeldet, der hat die Möglichkeit 3 x 50 Euro zu gewinnen.

Jetzt viel Spaß mit dem Interview! 


Hi Tanel! Viele Investoren haben sich mehr Details zu ReInvest24 gewünscht und ich freue mich, dass wir ein kurzes Interview führen können. Als erstes: Was bietet ReInvest24 ganz genau an?

Wir sind eine P2P-Plattform, wobei unser Konzept ein bisschen anders im Vergleich zu normalen Crowdlending-Anbietern ist. Wir positionieren uns in der Mitte zwischen klassischen P2P-Plattformen und Immobilienfonds. Wir versuchen die Vorteile des Crowdfundings zu nehmen und diese auf klassische Immobilieninvestitionen anzuwenden. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir die Immobilien kaufen und diese auch verwalten.

Aus Investoren-Sicht bedeutet das die gleichen Vorteile und Sicherheiten, wie wenn man selbst eine Immobilie besitzt. Zusammengefasst: Wir kaufen Immobilien als Kapitalanlage und Investoren können durch den Kauf von Anteilen an der Immobilie eine Art passiver Vermieter werden, wobei wir uns um die Verwaltung der Objekte kümmern.

Kannst Du ein paar Worte über Dich erzählen und auch seit wann es ReInvest24 gibt?

Wir haben uns im Mai 2018 gegründet, sind also noch ziemlich neu am Markt. Ich bin zwar nicht der Gründer der Plattform, allerdings bin ich als CEO seit Tag 1 mit dabei und helfe, dass die Plattform sich weiterentwickelt und geeignete Investoren findet. Davor habe ich bei LHV Group im Bereich Investor Relations gearbeitet, wo ich mein eigenes Team hatte.

Wie kam es zu der Idee von ReInvest24?

Ich habe von immer mehr Privatanlegern gehört, dass diese Interesse an Immobilien als Investmentmöglichkeit haben, die Eintrittsbarriere allerdings häufig zu hoch ist und es somit schwierig ist anzufangen. So kamen wir zu der Idee die Vorteile des Crowdfundings zu nehmen und Immobilien zugänglicher für Privatanleger zu machen.

Viele meiner Leser haben in den Umfragen, zu welchen P2P-Anbietern ich mehr Content veröffentlichen soll, häufig ReInvest24 angegeben. Woher glaubst Du kommt der aktuelle Hype um euer Unternehmen und kannst Du nochmal darauf eingehen, worin genau der Unterschied im Geschäftsmodell zwischen ReInvest24 und klassischen Crowdinvesting-Anbietern wie EstateGuru oder Bulkestate besteht?

Alles in allem sind unsere Investments eher langfristig ausgerichtet, weil es sich um Eigenkapital-Investitionen bei Immobilien handelt, was außerdem weniger Risiken beinhaltet.

Den größten Grund für die hohe Nachfrage von Anlegern sehe ich darin, dass die Diversifikation der Investments bei 14 oder 22 Anbietern nicht so hoch ist, wenn alle mehr oder weniger die gleichen Kredite anbieten. Teilweise sogar von den gleichen Kreditgebern. Unser Modell verfolgt einen anderen Ansatz, der langfristig sichere und stabile Rückflüsse durch Mieteinnahmen garantiert.

Kürzlich habe ich einen Artikel auf eurem Blog gelesen, wo es um die Risiken eures Business-Modells im Vergleich zum Immobilien-Crowdinvesting geht. Aufhänger dafür war die Insolvenz des britischen Anbieters Lendy. Kannst Du ein paar Sätze dazu sagen, worin die Unterschiede bei den Risiken beider Geschäftsmodell liegen?

Wenn man in Immobilien investiert, dann investiert man nicht in die Immobilie an sich, sondern in die Unternehmen, die sich um die Entwicklung dieser Immobilien kümmern. Bei unserem Geschäftsmodell finanziert man den Kauf der Immobilien.

Wir halten allerdings ebenfalls eine Hypothek als Sicherheit für die Investoren.

Zusammengefasst würde ich sagen das der Unterschied darin besteht, dass wenn man in Kredite investiert, man dadurch die Unternehmen finanziert und wenn man in Immobilien-Crowdfunding investiert, man in die Immobilie an sich investiert. Diese Unterschiede sind sehr deutlich, bezogen auf die Risiken.

Ihr seid in Tallinn (Anm.: Hauptstadt Estlands) firmiert. Wo befinden sich eure vermieteten Immobilien, wie viele habt ihr aktuell und wir kommt ihr an diese heran?

Wir sind eine P2P-Plattform. Das heißt, dass wenn irgendein Investor eine Immobilie hat, kann er diese auf unserer Plattform anbieten, nachdem wir uns diese angesehen und geprüft haben. Ein Kriterium ist dabei immer, ob wir auch selbst in die Immobilie investieren würden. Es gibt zwar keinen fixen Anteil, aber wir beteiligen uns auch immer selbst an den Immobilien.

Aktuell haben wir zehn Immobilien im Portfolio. Neun davon in Tallinn und eine in Riga. Bis Ende 2019 wollen wir in allen baltischen Hauptstädten vertreten sein. 2020 wollen wir dann den Fokus erweitern und zum Beispiel in Entwicklungsländer wie Georgia gehen, wo es viel Potenzial für unser Modell gibt.

Wie monetarisiert sich ReInvest24?

Wir erheben ein zweiprozentige Gebühr für den Einstieg in die Immobilie bei der Finanzierung. Außerdem gibt es Gebühren für die Nutzung des Zweitmarktes, jedoch nicht für den Verkäufer. Hinzu kommt eine zehnprozentige Gebühr für die Verwaltung der Immobilien.

Bei einigen Entwicklungsprojekten denken wir ebenfalls daran, eine Art „Success Fee“ einzuführen.

Was plant ReInvest24 bis zum Ende des Jahres?

Wir haben noch nicht die kritische Masse an Investoren erreicht, um regelmäßig neue Immobilienprojekte zu finanzieren, sodass das Kapital der Investoren nicht unnötig lange uninvestiert bleibt. Daher arbeiten wir hart daran, dass wir die Anzahl der Investoren erhöhen. Seit Anfang des Jahres konnten wir die Zahlen unserer Investoren immerhin verdreifachen.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass es im Markt eine Nachfrage nach unserem Geschäftsmodell gibt. Was wir tun müssen, ist weiterhin mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Vorteile von ReInvest24 noch mehr hervorzuheben.

Dazu kommen dann noch mehr Details in dem Dashboard, so wie zum Beispiel Steuerberichte, die wohl besonders für deutsche Investoren sehr wichtig sind. Wir nehmen das Feedback unserer Anleger sehr ernst, um somit eine Plattform aufzubauen, die zu Investitionen animiert.   


Das Video zum Interview mit CEO Tanel Orro von ReInvest24 

 

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