P2P Kredite Update: Juni 2026

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Das Portfolio Update ist seit Januar 2019 ein regelmäßiges Format auf meinem Blog. Hier bekommen Investoren auf monatlicher Basis einen ehrlichen und transparenten Einblick zu den aktuellen Entwicklungen meines persönlichen P2P Kredite Portfolios, inkl. Einnahmen, Performance, Transaktionen und Wertentwicklung.

Außerdem gehe ich auf Veränderungen und Anpassungen bei unterschiedlichen Plattformen im P2P-Marktumfeld ein. Wer sich näher mit einzelnen Anbietern beschäftigen möchte, der findet ausführliche Analysen in meinen P2P Kredite Erfahrungsberichten. Aktuelle Cashback-Aktionen und Bonus-Angebote habe ich auf meiner Bonus-Seite zusammengefasst.

Für tagesaktuelle Informationen empfehle ich meiner News-Seite zu folgen. Dort teile ich immer zeitnahe Reaktionen, Bewertungen und Einschätzungen, sobald es neue Entwicklungen gibt. Wer will, der kann dafür auch meine Telegram-Gruppe oder aber meinem WhatsApp-Kanal abonnieren (beide kostenlos).


P2P Kredite Portfolio Update: Juni 2026

So sieht aktuell mein persönliches P2P Kredite Portfolio zum Zeitpunkt Ende Mai 2026 aus.

Einnahmen

Im Mai 2026 konnte ich 1.677 Euro an Einnahmen durch mein ausstehendes P2P Kredite Portfolio erzielen. Das entspricht den historisch betrachtet vierthöchsten Einnahmen, die ich in achteinhalb Jahren mit meinem P2P Portfolio erzielen konnte.

Neue Bestwerte, bezogen auf meine persönlichen Einnahmen bei einzelnen P2P Plattformen, die gab es im Vormonat bei PeerBerry mit 413 Euro und bei TWINO mit 120 Euro.

Performance

Die beste Gesamt-Performance in meinem P2P Portfolio, die kommt derzeit mit 16,5% von Nectaro. Der Grund für die überdurchschnittlich gute Rendite ist mein aktiverer Investment-Ansatz, welcher auf die diversen Bonus-Kampagnen ausgelegt ist. Auf dem zweiten Platz liegt Debitum mit 13,7%, gefolgt von Afranga und meinen Mintos-Anleihen mit jeweils 13,1%.

Ebenfalls positiv: 9 von 13 Plattformen in meinem P2P Portfolio weisen derzeit eine zweistellige Rendite aus, wobei Bondora Go & Grow und Monefit SmartSaver ebenfalls inkludiert sind.

Negativer Spitzenreiter in meiner Renditetabelle ist Estateguru mit -1,7%.

Transaktionen

Im Vormonat gab es insgesamt fünf neue Transaktionen in meinem P2P Portfolio.

Einzahlungen: 7.000 Euro

  • Monefit SmartSaver: Meine auf Liquidität ausgerichtete Position bei Monefit SmartSaver ist im Vormonat um 5.000 Euro ausgebaut worden.
  • LANDE: Bei LANDE sind im Vormonat 2.000 Euro neu investiert worden. Die Performance des Kreditportfolios ist weiterhin stabil und die Plattform hat zuletzt wieder deutlich im Bereich Kommunikation und Transparenz nachgelegt. Im Fokus stehen bei mir die lettischen und die litauischen Kredite, die mit Landflächen besichert sind.

Auszahlungen: 2.605 Euro

  • Debitum: Bei Debitum sind 2.000 Euro aus zurückgezahlten Krediten abgezogen worden. Mehr als zwei Monate nach meinem aktualisierten LFDF-Artikel gibt es weiterhin keine nennenswerten Fortschritte im Hinblick auf eine unabhängige Überprüfung der Transaktionspreise.
  • Esketit: Auch meine Auszahlungen bei Esketit laufen vorerst weiter. Durch neue Kreditrückzahlungen konnten weitere 500 Euro abgezogen werden.
  • Mintos: Bei Mintos habe ich die Kupon-Rückzahlungen meiner Esto-Anleihe (105 Euro) vollumfänglich abgezogen.

Insgesamt lag das Netto Ein- und Auszahlungsverhältnis im Vormonat bei positiven 4.395 Euro.

P2P Portfolio

Der Wert meines ausstehenden P2P Kredite Portfolios hat sich im Mai 2026 von 199.963 Euro auf 206.034 Euro erhöht. Damit ist die 200K Marke jetzt bereits das dritte Mal durchbrochen worden. Ich bin zuversichtlich, dass jetzt die 250K angegriffen werden können.

Der auf Liquidität ausgerichtete Anteil meines P2P Portfolios, bestehend aus Bondora Go & Grow und Monefit SmartSaver, der hat dabei 42.347 Euro ausgemacht (20,5%).


P2P Kredite News: Juni 2026

Nachfolgend gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem P2P Kredite Umfeld. Wie immer liegt der Fokus hierbei auf den P2P Plattformen in meinem persönlichen Portfolio. Details zu aktuellen Kreditgeber-Entwicklungen gibt es auf dieser Seite.


PeerBerry: Zinserhöhungen | Neuer Kreditgeber | Fazit nach 5 Jahren

PeerBerry hat in den letzten Wochen viele neue Entwicklungen gehabt. So verwaltet man jetzt erstmalig ein Portfolio von mehr als 130 Mio. Euro, es wurden neue Kreditgeber präsentiert und auch die Zinsen sind nach längerer Zeit mal wieder erhöht worden. Hier sind alle wichtigen PeerBerry-News der letzten Wochen im Überblick.

Zinserhöhungen: Wieder 10% auf PeerBerry

Dank steigender Kreditvolumina bestehender Geschäftspartner und der voranschreitenden Expansion der Aventus Gruppe setzt sich das Wachstum auf PeerBerry weiter fort. Allein im Mai sind knapp 36 Mio. Euro an Krediten finanziert worden (35% Anstieg zum Vormonat). Dass das Wachstum noch lange nicht vorbei sein soll zeigt auch eine aktuelle Ankündigung, wonach es ab jetzt wieder steigende Zinssätze von teilweise bis zu 10% gibt. Insbesondere die neueren Kreditgeber sollen dadurch im Wachstum unterstützt werden.

  • SmartCredito (Spanien): 10 % (+1%)
  • RealCredito (Spanien): 10 % (+1%)
  • Lendi (Argentinien): 10 % (+1%)
  • Prestamo365 (Peru): 10 % (+1%)
  • Credito365 (Mexiko): 10 % (+1%)
  • Credito365 (Kolumbien): 10 % (+1%)

PeerBerry stellt neuen Kreditgeber aus Kolumbien vor

Mit dem kolumbianischen Unternehmen TU AMIGO SIEMPRE S.A.S. (Marke: TuParcero) hat PeerBerry einen weiteren neuen Kreditgeber auf den Marktplatz geholt. Die Kurzzeitkredite werden mit einer jährlichen Rendite von 10% angeboten und besitzen sowohl eine Rückkaufgarantie als auch eine Gruppengarantie (ausgegeben von der Aventus Gruppe).

In den ersten Tagen sind bereits 80.000 Euro vom neuen Kreditgeber finanziert worden. Aussagen zur langfristigen Performance lassen sich bislang noch nicht treffen. Der Kreditgeber wurde erst in diesem Jahr gegründet.

Wachstum, Expansion und Bilanz nach 5 Jahren

Sinkende Zinsen, stagnierendes Portfolio, Cashdrag. Für die Standards und die Erwartungshaltung rund um PeerBerry ist 2025 maximal ein durchschnittliches Jahr gewesen. Entsprechend gab es in meiner Jahres-Bewertung auch nur 8 von 15 möglichen Punkten.

Doch 2026 hat sich das Blatt spürbar gewendet. Die Aventus-Gruppe expandiert, die Zinsen steigen und das Portfolio wächst wieder an. Parallel dazu ist erstmalig auch der Wert meiner größten P2P Position auf über 50.000 Euro angestiegen.

In einem neuen Artikel blicke ich auf meine persönliche Portfolio-Entwicklung bei PeerBerry in den letzten fünf Jahren zurück und ich gehe auf einige Aussagen von Aventus CEO Andrejus Trofimovas ein, der sich auf meine Fragen hin zur Wachstumsstrategie der Gruppe, die Marktauswahl für die Expansion und die finanzielle Stabilität der Gruppengarantie geäußert hat.


Income Marketplace: Geschäftsbericht 2025 | Virtus Lending

Auch bei Income Marketplace hat sich der Wahstumskurs der letzten Monate fortgesetzt. So konnte man nun das erste Mal ein ausstehendes Portfolio von 30+ Mio. Euro erreichen. In den letzten Wochen standen insbesondere der Geschäftsbericht für 2025 im Fokus und auch einige Kreditgeber, darunter Virtus Lending, haben ihre Geschäftszahlen für das Vorjahr veröffentlicht.

Income Company OÜ Geschäftsbericht 2025

Die Income Company OÜ, Plattformbetreiber von Income Marketplace, hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 kommuniziert. Die Ergebnisse liegen dabei in einem erwartbaren Rahmen, ohne größere Überraschungen.

Durch den Anstieg des verwalteten Portfolios von 19,1 Mio. Euro auf 24,8 Mio. Euro konnte der Umsatz um knapp 37% auf 693K Euro gesteigert werden. Gleichzeitig haben sich die operativen Ausgaben nur geringfügig verändert, sodass am Ende das jährliche Defizit auf 438K Euro gesenkt werden konnte. Die kumulierten Verluste belaufen sich jetzt auf ca. 3,4 Mio. Euro.

Um die Gewinnschwelle auf monatlicher Basis zu erreichen, müsste laut CEO Lavrenti ein Portfolio von ca. 34 Mio. Euro erreicht werden. Bis dahin sollen die Gesellschafter bereit sein das jährliche Defizit mit eigenen Mitteln auszugleichen. Für mein persönliches Investment auf Income haben die neuen Geschäftszahlen keine Auswirkungen.

Virtus Lending: Stabile Säule im Income-Fundament?

Vor etwas über einem Jahr ist der kosovarische Kreditgeber Virtus Lending auf Income Marketplace hinzugekommen und konnte seitdem stolze 10 Mio. Euro an Krediten finanzieren. Das ausstehende Portfolio liegt derzeit bei 4,7 Mio. Euro, was somit der zweitgrößten Position auf dem estnischen Marktplatz entspricht. Auch persönlich bin ich derzeit mit ca. 3.500 Euro in Virtus-Kredite investiert.

Vor diesem Hintergrund eine kurze Bewertung der aktuellen Geschäftszahlen für das Jahr 2025, die zuletzt geteilt worden sind. Positiv: Der operative Umsatz ist um 61% auf ca. 2,3 Mio. Euro angestiegen, während sich auch der Netto-Gewinn um 57% auf 372K Euro erhöht hat. Virtus ist damit bereits das dritte Jahr mit steigenden Gewinnen profitabel gewesen, wenngleich auf einem eher niedrigen Niveau.

Das Wachstum des Netto-Kreditportfolios, von 7,8 Mio. Euro auf 11,8 Mio. Euro, ist dabei hauptsächlich auf Fremdkapital zurückzuführen. Der Verschuldungsgrad ist auf einen neuen Höchststand von 7,0 angestiegen, während die Eigenkapitalquote mit 11,4% fast unverändert geblieben ist. Auch der Liquiditätsgrad von nur 0,5 verdeutlicht, wie stark Virtus Lending auf Kante genäht ist.

Lobenswert ist hingegen die Qualität des Kredit-Portfolios. Die Abschreibungsquote liegt aktuell nur bei 2,9%. Auch der Reporting-Standard, Bericht erstellt von der BDO und geprüft gemäß IFRS-Standard, kann positiv hervorgehoben werden.

Bei meinem internen Kreditgeber-Rating, welches finanzielle Stabilität isoliert betrachtet, konnte Virtus Lending seinen Score auf 68 Punkte verbessern. Das entspricht einer überdurchschnittlich mittleren Bewertung. Nur die ITF Group und Autofino besitzen auf Income Marketplace einen noch besseren Gesamt-Score.


Mintos: Update zu Nera Capital

Wie im letzten Monatsrückblick bereits aufgegriffen, sind die Zinszahlungen für Nera Capital Kredite seit dem 26. März ausgesetzt. Hintergrund sind hierbei die Solvenzprüfungen seitens der britischen Solicitors Regulation Authority (SRA) bei den Anwaltskanzleien, mit denen Nera Capital zusammenarbeitet.

Mintos hat nun kommuniziert, dass die fälligen Tilgungszahlungen vom 20. Mai nicht geleistet worden und das weitere Rückzahlungsverzögerungen zu erwarten sind. Zudem wurde klargestellt, dass die SRA-Prüfung eine spezifische Gruppe britischer Anwaltskanzleien mit hohem Fallaufkommen prüft, nicht die gesamte Litigation-Finance-Branche (so wie ursprünglich von Nera Capital kommuniziert).

Auf Seiten von Mintos führe man derzeit aktive Verhandlungen mit Nera Capital, den Anwaltskanzleien und anderen Geldgebern, um die laufenden Rechtsfälle zu sichern. Eine Umstrukturierung der Kreditbedingungen ist dabei durchaus möglich.

Eine vollständige Lösung sei kurzfristig aber nicht zu erwarten, da die Wiederaufnahme der Zahlungen stark vom Abschluss der SRA-Prüfung abhängig sein wird. Mehr als 60 Mio. Euro an Investorengeldern sind betroffen.


Nectaro: CreditPrime Rumänien bleibt erste Wahl auf Nectaro

98% meiner Investments auf Nectaro entfallen auf den rumänischen Kreditgeber ECOFINANCE IFN S.A., der gemäß meiner eigenen Auswertungen die beste finanzielle Stabilität auf dem P2P Marktplatz besitzt (Score: 86 von 100) und der auch plattformübergreifend zu den Top 10 Kreditgebern gehört. Inwiefern verändert sich diese Einschätzung durch den aktuellen Geschäftsbericht für 2025?

Im Grunde nicht viel. Der Kreditgeber konnte auch das fünfte Jahr in Serie steigende Gewinne vorweisen (2025: 3,58 Mio. Euro) und auch alle anderen Kennzahlen sind ungefähr auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr geblieben. Einzig die Wertberichtigungen für das Kreditportfolio sind von 9,8% auf 11,7% angestiegen, was somit ein kleiner Rückgang in der Gesamtbewertung auf 82 Punkte bedeutet.

Wichtig: Wie schon im Vorjahr wurde der Geschäftsbericht von Top 10 Auditor FORVIS MAZARS erstellt und gemäß IFRS-Standards überprüft. Die Zahlen besitzen daher durchaus eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Im Rahmen der „Summer Splash“-Kampagne auf Nectaro habe ich weitere 5.000 Euro beim rumänischen Kreditgeber investiert. Der Gesamtwert meines Nectaro-Investments ist damit auf knapp 20.000 Euro angestiegen.


TWINO: Fincard-Gewinne | Regulierung in Polen | UOKiK-Vorwürfe | Krypto-Assets

Bei TWINO Kreditgeber Fincard ist in den letzten Wochen einiges los gewesen. Auf der einen Seite neue und überzeugende Rekordgewinne von mehr als 10 Mio. Euro, auf der anderen Seite Vorwüfe von der polnischen Verbaucherschutzzentrale und ein möglicher Bußgeldbescheid im mittleren Millionenbereich. Alle relvanten TWINO-News hier kompakt zusammengefasst.

Fincard mit 10,3 Mio. Euro Gewinn in 2025

Der polnische TWINO Kreditgeber Fincard durchlebt aktuell die nächste Regulierungswelle. Während die neuen Spielregeln gemäß der Europäischen CCD II noch ungeklärt sind, kann zumindest hinter die finanzielle Stabilität des Unternehmens ein grüner Haken gesetzt werden. Der von der BDO gemäß IFRS-Standards geprüfte Geschäftsbericht attestiert dem Unternehmen einen Nettogewinn von 10,35 Mio. Euro in 2025. Fincard ist demnach bereits das dritte Jahr in Serie mit steigenden Gewinnen profitabel gewesen.

Parallel dazu haben sich fast alle wichtigen Bilanzkennzahlen minimal verbessert, von der Eigenkapitalquote (42,5%), dem Verschuldungsgrad (1,35), dem Liquiditätsgrad (1,74) bis hin zur Portfolio-Qualität (9%). Einzig die Gesamtkapital-Rendite hat sich minimal von 5,3% auf 4,7% verschlechtert. Das ist zwar kein Beinbruch, allerdings hat sich dadurch der Gesamt-Score von 83 auf 81 Punkte verringert.

Regulierung in Polen

Die neuen Regulierungen im polnischen Verbraucherkreditmarkt, angetrieben durch die europaweite Umsetzung der neuen CCD-II-Richtlinie, wirft ihre Schatten voraus. Laut TWINO wurde jetzt die dafür zuständige Behörde in Polen, aufgrund von Bedenken hinsichtlich übermäßiger Regulierung und der Qualität der Umsetzung, aus dem Verfahren entfernt.

Dadurch sei derzeit unklar, welche Institution die Verantwortung für die weitere Umsetzung übernehmen wird. Obwohl die Frist der Europäischen Kommission weiterhin auf November 2026 festgelegt ist, erscheint es zunehmend wahrscheinlich, dass Polen eine Fristverlängerung für die Umsetzung beantragen wird.

UOKiK-Vorwürfe: Bis zu 5,3 Mio. Euro Strafe?

Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK hat am 16. Juni 2026 ein Verfahren gegenüber TWINO-Kreditgeber Fincard öffentlich gemacht, bei dem es um die Umgehung der Vorschriften zur maximalen Zinsobergrenze bei Verbraucherkrediten geht.

Der konkrete Vorwurf lautet, dass Fincard eine zusätzliche Provision für die Nutzung des Kreditlimits berechnet habe, was nach Auffassung des UOKiK verdeckte Zusatzzinsen darstellt, wodurch die Vorschriften zur Begrenzung des maximalen Zinssatzes umgangen worden sind. Als mögliches Bußgeld drohen bis zu 10% vom Jahresumsatz, was ca. 5,3 Mio. Euro bedeuten würde.

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich hierbei um ein laufendes Verfahren, nicht um eine bereits abgeschlossene Entscheidung oder ein rechtskräftiges Bußgeld.

Der TWINO CEO Nauris Bloks hat bereits ausführlich auf mehreren Ebenen zu den Vorwürfen Stellung genommen. So stamme das Preismodell aus dem Jahr 2024 und sei seither bereits aus geschäftlichen Gründen angepasst worden, die polnische Finanzaufsichtsbehörde (KNF) habe diesbezüglich nie Einwände erhoben, in der Praxis würde das Strafmaß meistens bei zwischen 2 bis 3% vom Umsatz liegen, mögliche Bußgeldbescheide würden vor Gericht angefochten werden (Zeitraum bis zu drei Jahre) und operative Auswirkungen auf Portfolio, Wachstum oder Investorenauszahlungen auf TWINO werden ausgeschlossen.

TWINO erhält MiCA-Genehmigung

Die lettische Zentralbank hat TWNO vor wenigen Wochen die Genehmigung zur Erbringung von Krypto-Asset-Dienstleistungen gemäß der Verordnung der Europäischen Union über Märkte in Krypto-Assets (MiCA) erteilt. Dabei handelt es sich um den ersten umfassenden Regulierungsrahmen für Krypto-Assets weltweit, der für klare Regeln beim Anlegerschutz und für mehr Transparenz sorgen soll.

Nur wenige Wochen nach der Einführung von FLEXI erweitert TWINO somit erneut sein Produktangebot. Konkrete Informationen wie das Angebot am Ende aussehen soll, werden in den kommenden Wochen folgen.


Afranga: Neue Anlageklasse (Immobilienkredite)

Afranga hat das Produktangebot erweitert und bietet jetzt auch Immobilienkredite auf der Plattform an. Das erste Projekt (Modern Housing; Ovcha Kupel) besitzt eine Zielrendite von 9% p.a. bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die monatlichen Auszahlungen sollen über SaveSmart erfolgen.

Zudem wurde für die Immobilien-Investments eine vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit angekündigt (Quick Liquidity), die allerdings noch nicht verfügbar ist.


LANDE: Geschäftsbericht 2025

LANDE hat seine Geschäftsergebnisse für das Vorjahr geteilt. Der Bericht, der wie schon im Vorjahr von der lettischen Orients Audit & Finance erstellt worden ist, wurde nicht via IFRS geprüft, sondern nach lokalem GAAP.

Gemäß der aktuellen Geschäftszahlen konnte 2025 ein Gewinn von 206.485 Euro erzielt werden. LANDE ist demnach bereits das zweite Jahr in Serie profitabel gewesen, bei einem leicht ansteigendem Gewinn zum Vorjahr (196.742 Euro).

Auch die Kennzahlen in der Bilanz sind unverändert positiv. Trotz minimaler Verschlechterungen zum Vorjahr befinden sich die Eigenkapitalquote (61,7%), der Liquiditätsgrad (1,93) als auch der Verschuldungsgrad (0,62) weiterhin in einem guten und gesunden Bereich.


Esketit: Mojo Capital profitabel, aber kaum Transparenz

Esketit Kreditgeber Mojo Capital, der Geschäftskredite an weitere Fintech-Unternehmen der beiden Esketit-Gründer vergibt, hat ein paar Kennzahlen für 2025 veröffentlicht. Demnach konnte man das Netto-Kreditportfolio von 1,2 Mio. Euro auf 12,9 Mio. Euro steigern. Gleichzeitig habe man im ersten vollständigen Geschäftsjahr einen Gewinn von ca. 388.000 Euro auf Jahresbasis erzielen können. Betrachtet man den Umsatz von 2,18 Mio. Euro, ergibt das eine Marge von ca. 17,8%.

Abseits dessen gibt es jedoch keine weiteren Erkenntnisse im Hinblick auf die finanzielle Stabilität. Keine Bilanz, keine Eigenkapital-Position, keine Cashflow-Rechnung, kein Wirtschaftsprüfervermerk. Der zweiseitige Marketing-Flyer lässt daher keine seriöse Bonitätseinschätzung zu. Der Gesamt-Score in meinem Rating hat sich von 32 auf 9 Punkte verschlechtert.


Lendermarket: 11% für KMU-Kredite via Flowpay

Lendermarket hat mit Flowpay einen neuen Kreditgeber auf seinen Marktplatz geholt. Dabei handelt es sich um ein 2021 gegründetes Unternehmen mit Fokus auf KMU-Finanzierungslösungen in der CEE-Region. Auf Lendermarket werden die Flowpay-Kredite mit Zinssätzen von bis zu 11%, Laufzeiten von bis zu 12 Monaten und einer Rückkaufgarantie angeboten.

Was hervorgehoben wird: Die Risikobewertung bei Flowpay funktioniert über ein KI-gestütztes Modell. Die Datenbank dafür soll aus 30.000+ Unternehmen bestehen und mehr als 1.000 Datenpunkten pro Kreditnehmer umfassen. In diesem Kontext wären Kennzahlen zur bisherigen Performance des Kreditportfolios spannend gewesen. Diese wurde aber nicht kommuniziert.

Was hingegen bewertet werden kann ist die finanzielle Stabilität des Kreditgebers. Positiv kann der niedrigere Verschuldungsgrad hervorgehoben werden (0,95) und dass man die letzten beiden Jahre profitabel wirtschaften konnte, wenngleich auch auf überschaubarem Niveau. Die Eigenkapitalquote ist hingegen äußert gering (4,7%), es fehlen die Zahlen zur Portfolio-Qualität und die Jahresabschlüsse sind zudem alle ungeprüft.

Im Kontext der anderen Rendite- und Risikoprofile der Lendermarket-Kreditgeber ist Flowpay eher am unteren Ende der Attraktivität einzustufen.


Ventus Energy: Restrukturierung | BaFin-Risiko

Ausgelöst durch eine Anordnung der BaFin ist die “Energie-Blase” bei Ventus Energy geplatzt. Was folgt ist eine Restrukturieung, bei der die Assets an potenzielle Interessenten verkauft werden sollen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Hintergründe der BaFin-Entscheidung zu verstehen und welche anderen P2P Plattformen jetzt womöglich vom BaFin-Risiko betroffen sein könnten.

BaFin stoppt Ventus Energy

Ventus Energy hat in einer Mitteilung seine Anleger informiert, dass der normale Geschäftsbetrieb eingestellt werde und dass das Unternehmen ein gerichtlich beaufsichtigtes Restrukturierungsverfahren einleite.

Als Auslöser für diese Entscheidung werden drei Punkte genannt: Die Anordnung der BaFin, keine Gelder deutscher Anleger mehr anzunehmen und eine geordnete Rückzahlung bzw. Abwicklung für betroffene Anleger einzuleiten; massiv gestörte Banking- und Zahlungsverbindungen, die den laufenden Zahlungsverkehr praktisch lahmlegen; sowie „gezielte Störaktivitäten”, die in Estland zu einem Strafverfahren geführt haben sollen.

Für Anleger bedeutet das: Keine neuen Kredite mehr über die Plattform, ausgesetzte Zinszahlungen und ein eingefrorener Early Exit. Auszahlungen vom Konto-Guthaben sollen „so bald wie vernünftig möglich” erfolgen (as soon as reasonably practicable), vorbehaltlich Compliance und Restrukturierungsverfahren. Im Klartext heißt das: Auszahlungen sind auf absehbare Zeit blockiert und es gibt kein verbindliches Datum.

Die Tilgung der Kredite soll vollständig über den strukturierten Verkauf der Energie-Assets laufen (Heat & Electricity, Wind & BESS, Solar & BESS sowie weitere Infrastruktur). Ein umfassender Rückzahlungsplan mit Szenarien und Zeitplänen soll bis spätestens 10. Juli 2026 vorgelegt werden.

Welche Plattformen sind vom BaFin-Risiko bedroht?

Ventus Energy ist Geschichte. Eine Frage, die seitdem viele Anleger umtreibt: Welche P2P Plattformen sind ebenfalls betroffen und könnten mit der BaFin ein Problem bekommen?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir zunächst die genauen Vorwürfe gegenüber Ventus Energy angesehen und anschließend die Vertragsstrukturen und Nutzungsverträge unterschiedlicher Plattformen ausgewertet.

Im aktuellen Artikel gibt es den Versuch einer Anleitung, wie man als Anleger selbst versuchen kann das „BaFin-Risiko“ zu bewerten und wie ich die Situation bei Bondora, Monefit SmartSaver, PeerBerry, Income Marketplace, Devon, Asterra Estate und Triple Dragon einschätze.


Maclear: Neue Geschäftszahlen (für 2024)

Die in der Schweiz ansässige Crowdfunding-Plattform Maclear hat, entgegen aller Erwartungen, nun doch noch ein paar Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 (!) veröffentlicht. Vorab: Meine bisherigen Kritikpunkte werden weiterhin bestätigt. Zudem gibt es auch ein paar neue und konkrete Warnsignale. Hier die wichtigsten Ergebnisse.

Zu den Formalitäten: Der Bericht ist laut dem Schreiben des CFOs “in the final stage of audit”. Also dieselbe Audit-Ankündigung wie 2023 bei BlueAudit, die nie eingelöst wurde. Es liegt also erneut nur ein selbst erstellter, ungeprüfter Entwurf vor. Demnach habe Maclear in 2024 einen Jahresverlust von −122.941 CHF erzielt. Die Zahlen spiegeln daher einen ähnlich hohen Verlust wie bereits in 2023 (−118.379 CHF). Trotz einer Kapitalerhöhung um 55.000 CHF ist das Eigenkapital von −19.085 auf −87.026 CHF gefallen. Der CFO kommentiert diesen Umstand als “Kosten des Wachstums”, die Bilanz sagt hingegen bilanzielle Überschuldung.

Richtig spannend wird es allerdings erst jetzt. Laut Maclear haben die Kreditnehmer 464.322 CHF an Zinsen gezahlt. Investoren erhielten hingegen 530.266 CHF an Zinsen plus 297.583 CHF an Boni. Die Plattform zahlt Investoren also rund 363.527 CHF mehr aus, als sie von Kreditnehmern an Zinsen einnimmt, und deckt die Lücke aus Provisions- und Onboarding-Gebühren. Normalerweise ist die Kreditnehmer-Verzinsung höher als die Investoren-Verzinsung. Die Umkehrung plus Querfinanzierung über immer neue Onboarding-Gebühren ist das Profil eines Modells, das nur bei anhaltendem Wachstum funktioniert.

Die Formulierung, die Zahlungsdisziplin der Kreditnehmer entspreche “not always exactly” dem Plan, ist eine verklausulierte Bestätigung von Zahlungsverzügen. Vorwürfe, die ich in meinem Maclear Review bereits ausführlich erläutert hatte.

Der CFO behauptet zudem, dass die Kreditnehmer Vermögenswerte für die Rückzahlung besitzen würden. Meine Recherche hat gezeigt, dass in der Vergangenheit das Gegenteil der Fall gewesen ist (Transbaltika: Anlagevermögen 72.569 Euro, kein LKW gekauft; Estlat: Keine Sachanlagen; TLMET: Kein Plasmaschneider). Wenn Kredite trotzdem “zurückgezahlt” werden, obwohl die Schuldner weder Umsätze noch Sicherheiten besitzen, dann legt der Negativ-Spread nahe, dass die Mittel aus neuen Investorengeldern und Gebühren stammen, nicht aus dem operativen Cashflow der Kreditnehmer.

In diesem Kontext scheint es zudem bemerkenswert, dass Maclear lediglich eine Rückstellung von 195.456 CHF für mögliche Kreditausfälle („reserve for possible loan losses“) gebildet hat. Das entspricht nur ca. 2% des Ende 2024 ausstehenden Kreditportfolios. Angesichts der bei mehreren Projekten dokumentierten überhöhten Bewertungen und fehlenden Sicherheiten erscheint diese Deckung extrem niedrig. Eine Wertberichtigung über die Reserve hinaus würde jedoch das ohnehin schon negative Eigenkapital weiter verschlechtern.


Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

 

Hi, ich bin Denny! Auf diesem Blog, den ich im Januar 2019 gestartet habe, helfe ich Investoren dabei kluge und gut informierte Investitionsentscheidungen im Bereich der Geldanlage P2P Kredite zu treffen. Dafür beschäftige ich mich ausführlich mit den tagesaktuellen Geschäftsentwicklungen und dem übergeordneten Rendite- und Risikoprofil der einzelnen P2P Plattformen.

Mein Bestseller „Geldanlage P2P Kredite“ gilt in Fachkreisen als das beste deutschsprachige Finanzbuch zum gleichnamigen Thema.

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