Entwicklung und Performance meines P2P-Portfolios 2018

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Es ist vorbei, das Jahr 2018 steht in den Geschichtsbüchern. Wie bei vielen Blogs üblich, kommt nun die Zeit der Rückblicke auf das Geschehene und ein Ausblick auf das, was noch kommen wird.

Auch ich möchte meinen Teil dazu beitragen und Einblicke in die Entwicklung und Performance meines P2P-Portfolios im Jahr 2018 geben. Für mich ist es eine besondere Situation, schließlich war 2018 das erste komplette Kalenderjahr, in dem ich durchgängig in P2P-Kredite investiert war.

Anfang Oktober 2017 startete ich mit jeweils 2.000 Euro auf den Plattformen Bondora und Mintos.

Auf beiden Plattformen kamen 2018 insgesamt 17.500 Euro dazu (Bondora Go&Grow ausgenommen), darunter 10.000 Euro durch eine Fremdfinanzierung.

Meine im Februar gestarteten Investments bei Twino, Viainvest und Swaper haben ich nach wenigen Monaten wieder eingestellt. Im November kam dafür EstateGuru mit 1.000 Euro zu meinem Portfolio hinzu.

Außerdem war ich Ende Oktober erstmalig in Tallinn und lernte dabei die estnischen P2P-Plattformen EstateGuru und Bondora persönlich kennen. Es gibt also einiges zu berichten. Viel Spaß beim Lesen.


Entwicklung und Performance meines P2P-Portfolios 2018

Entwicklung und Performance meines P2P-Portfolios

Zunächst ein Überblick sämtlicher Einnahmen auf allen P2P-Plattformen im Jahr 2018. Insgesamt ist es ein Ertrag von 2.532,40 Euro geworden, also ca. 211 Euro vor Steuern. Den Peak an P2P-Einnahmen habe ich im Dezember 2018 mit 401,37 Euro erreicht, was einem Gesamtjahreswachstum von 503,29 Prozent entspricht.

Spitzenreiter bei den Einnahmen im Jahr 2018 ist Bondora mit 1.801,05 Euro und dem Rekordmonat von 317,02 Euro Einnahmen im Dezember. Eine logische Konsequenz, schließlich habe ich 2018 insgesamt 12.000 Euro auf Bondora eingezahlt, wie in der Einzelbewertung zu sehen sein wird.

Bei der Bewertung meiner Performance im Jahr 2018 habe ich nur meine Investments bei Bondora, Mintos und EstateGuru berücksichtigt. Twino, Swaper und Viainvest waren mehr oder weniger nur kleine Testballons, sodass ich die Plattform aufgrund mangelnder Aussagekraft hervorgelassen habe.

Auch die Entwicklung bei EstateGuru muss erst noch anlaufen, da die meisten Immobilienprojekte erst im Dezember zugeteilt worden sind und deshalb bis jetzt nur ein „Kleckerbetrag“ von 2,71 Euro an Zinsen dabei herumkam. Ohne EstateGuru liegt meine Rendite 2018 bei 16,01 Prozent, mit EstateGuru bei 15,85 Prozent. Ein Wert, mit dem ich mehr als zufrieden bin.


Die Situation mit Twino, Swaper und Viainvest

Das Sprichwort, dass die Augen größer waren als der Hunger sei, passt sehr gut zu den Geschehnissen Anfang Februar. Nachdem meine Investments bei Bondora und Mintos gut angelaufen sind, wollte ich bei weiteren Plattformen nachlegen. Auch, um den sogenannten „Plattformrisiko“ entgegenzuwirken und mein Investment breiter zu diversifizieren.

Folglich investierte ich jeweils 1.000 Euro bei Twino und Swaper, sowie 500 Euro bei Viainvest.

Ich gebe zu, dass ich an dieser Stelle ganz klar Opfer des Herdentriebes geworden bin. Der vorrangigen Meinung, dass man sein P2P-Investment dadurch absichert, indem man sein Kapital auf möglichst vielen Plattformen investiert, kann ich mich nicht anschließen.

Dass berühmte Mantra „Viel hilft viel“ gilt durchaus bei der Diversifikation des Kreditportfolios auf einer einzelnen Plattform, nicht aber bei der breiten Streuung der Anbieter. Ich bevorzuge Qualität über Quantität. Gerade bei einer Anlageform wie P2P-Krediten.

Außerdem bin ich (noch) kein Plattformentester, der 15 oder mehr Plattformen in seinem Portfolio haben muss, über die ich dann monatlich berichte, sondern Privatanleger. Die Rückbesinnung darauf dauerte ein paar Wochen. Danach ließ ich meine Investments auslaufen, wie man dem Verlauf der Zinseinnahmen entnehmen kann.

Es gibt noch ein zweites Argument, das für mich deutlich gegen eine breite Diversifikation der P2P-Plattformen spricht. Nämlich der Faktor Zeit. Die Formel Zeit = Geld sollte wohl jeder kennen.

Häufig sieht man in der Betrachtung aber nur die Variable Geld. Habe ich Geld, dass ich investieren kann? Ja oder nein?

Die Frage, ob man es sich leisten kann sich alle paar Tage zehn Minuten lang mit seinem 500 Euro Portfolio zu beschäftigen, welches einem im Jahr 10 Prozent Rendite bringen soll, fragen sich leider die wenigsten.

Je mehr Kapital ich für eine höhere Rendite investiere, desto eher lohnt es sich auch die Zeit dafür aufzuwenden, anstatt sich der Variable Geld (Humankapital) zu widmen.

Das Thema kann sehr umfangreich diskutiert werden, weshalb ich dazu nochmal einen gesonderten Text schreiben werde und diesen hier gerne verlinke.

Abschließend möchte ich noch betonen, dass das Abziehen meines Investments bei Twino, Swaper und Viainvest nicht als persönliche Wertung gegen ein Investment-Case bei allen drei Plattformen verstanden werden soll. Wenn sich für mich eine Rechtfertigung dafür ergibt dort Kapital zu investieren, sei es aus Gründen der Zeit-Geld Komponente oder aus Testzwecken für den Blog, werde ich das auch tun – und hier sicherlich auch davon berichten.


Bondora

Kommen wir nun zur Betrachtung der einzelnen Plattformen, beginnend bei Bondora.

Mit 12.000 Euro habe ich bei Bondora das meiste Kapital investiert. Dafür wurde ich belohnt, indem es eine volumen- und zeitgewichtete XIRR-Rendite von 18,31 Prozent für meine Performance im Jahr 2018 gab. Über die gesamte Zeit meines Investments, seit Oktober 2017, liegt die Rendite sogar bei 18,59 Prozent.

Sieht man sich die öffentlichen Diskussionen zu den verschiedenen P2P-Plattformen an, so wird kein Unternehmen so kontrovers diskutiert wie Bondora. Entweder man wird man warm mit der Plattform oder nicht. Nicht nur aufgrund der ansehnlichen Rendite, gehöre ich definitiv zur ersten Kategorie.

Viel hängt dabei mit dem Gründer und CEO Pärtel Tomberg zusammen, der das Unternehmen mittlerweile im elften Jahr anführt. Mein persönliches Gespräch mit ihm, Ende Oktober in Tallinn, hat diesen Eindruck nochmals bestätigt. Ich mag seine Ansichten und klaren Standpunkte wie zum Beispiel bei der Marktsituation oder der Rückkaufgarantie.

Bondora agiert mit klarer Linie in seinem Geschäftsmodell, indem man sich auf ein bestimmtes Kreditnehmersegment in bestimmten Zielländern fokussiert.

Die Konsequenz ist, dass man langsamer wächst als mancher Wettbewerber, der die Darlehensfinanzierung von externen Finanzvermittlern durchführen lässt. Dafür hat Bondora so die Möglichkeit, die komplette Kundenerfahrung von vorne bis hinten zu steuern und je nach Ausfallrate und Wirtschaftslage in den einzelnen Ländern, die Zinskosten variabel anzupassen.

Zudem schafft es Bondora, meiner Auffassung nach, wie kaum eine andere Plattform, sich auf die Bedürfnisse der Anleger zu fokussieren. Das beste Beispiel dafür ist das im Jahr 2018 gelaunchte Produkt Go&Grow.

Produkt Investitionssteuerung Risiko Rendite
Go&Grow Keine Niedrig 6,75 Prozent p.a.
Portfolio-Manager Mittel Mittel Variabel
Portfolio Pro Hoch Hoch Variabel
API Hoch Hoch Variabel

Investoren mit einem hohen Bedürfnis an Liquidität bekommen hier täglich Zinsen in Höhe von 6,75 Prozent p.a. gutgeschrieben und können den Betrag jeder Zeit für eine Gebühr von einem Euro abheben. Damit reagierte Bondora auf den Wunsch vieler Investoren nach einem einfachen Produkt mit einer stabilen, zuverlässigen Nettorendite und schneller Verfügbarkeit.

Kein Wunder, dass Go&Grow bereits jetzt zum beliebtesten Produkt der Investoren avanciert ist. Von den 7,8 Mio. Euro, die im Monat Oktober 2018 an Darlehen vermittelt worden sind, entfiel die Hälfte auf Go&Grow (3,89 Mio. Euro).

Auch ich habe die Vorzüge bereits genossen und dadurch 858,33 Euro an Zinsen eingenommen.

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Mintos

Auch mit meinem ersten Kalenderjahr bei Mintos bin ich sehr zufrieden. Am Ende steht für 2018 eine Rendite von 12,65 Prozent. Inklusive 2017 liegt die Gesamtrendite bei 12,61 Prozent.

Obwohl erst seit Anfang 2015 am Markt aktiv, ist Mintos heute die am schnellsten wachsende P2P-Plattform in Kontinentaleuropa. Am 31. August 2018 schaffte das lettische Unternehmen sogar den Meilenstein, ein vermitteltes Darlehensvolumen von 1 Mrd. Euro zu erreichen. Zum Vergleich: Obwohl Bondora bereits 2008 gegründet wurde, lag Ende 2018 das Volumen an ausgegebenen Krediten bei 174 Mio. Euro.

Sieht man sich die Entwicklung von Mintos an, geht die Zukunftsvision weit über die eines etablierten Kreditvermittlers hinaus. Es wird spannend zu sehen sein, wie und in welche Bereiche das Unternehmen zukünftig expandieren wird und wie sich die Rendite für Privatanleger entwickelt.

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EstateGuru

Im Oktober 2018 feierte EstateGuru seinen fünften Geburtstag und ich durfte mit dabei sein. Die estnische Plattform, die auf die Vermittlung von Immobiliendarlehen spezialisiert ist, kündigte in diesem Zusammenhang nicht nur den Relaunch der Webseite und der CI an, sondern auch, dass es 2019 auch die Möglichkeit geben wird, durch eine Crowdinvesting Kampagne sich direkt an der Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Nähere Details dazu sollen noch folgen.

Ich hatte die Plattform bereits schon seit ein paar Monaten auf meiner Watchlist und konnte mir nun von den Protagonisten vor Ort selbst ein Bild machen. Die ersten 1.000 Euro habe ich daraufhin im November 2018 investiert. Eine ernsthafte Auswertung der Performance bietet sich an dieser Stelle aber noch nicht an.

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Fremdkapital

Ein viel diskutiertes Thema in P2P-Communities ist der Einsatz von Fremdkapital bei seinen Investments. Dabei wird Kapital zu einem niedrigeren Zinssatz aufgenommen, als es der Ertrag durch die Verzinsung des Investments nach Steuern ist.

Was im Immobilienbereich gängige Praxis ist, da der Kaufpreis das Eigenkapital meistens übersteigt, wird diese Hebelung seines Investments bei P2P-Krediten häufig kritisch gesehen. Häufig aus dem Grund, weil Anleger P2P-Kredite als zu risikoreich ansehen. Nun gut, Risiken gibt es wohl bei jeder Form des Investments und es sei jedem freigestellt, wie er mit seinem Geld (oder dem von anderen) umgeht. Komisch nur, dass keiner dem Braten richtig traut, aber dennoch alle irgendwie schon ein Stück vom Kuchen abhaben wollen.

Für mich persönlich und basierend auf meiner Anlagestrategie, sehe ich dem etwas gelassener entgegen und werde in einem separaten Artikel darauf eingehen, wie ich meine 10.000 Euro Fremdkapital angelegt habe und was man allgemein über das Thema wissen sollte.


Ausblick 2019

Zum Abschluss möchte ich noch einen Blick nach vorne werfen. Der Blog ist schließlich gerade erst aus der Taufe gehoben worden und viele werden sich fragen, was man auf dieser Seite demnächst erwarten kann.

Zu den inhaltlichen Themen des Blogs habe ich bereits auf der Seite Über mich ein paar Sätze geschrieben.

Zwei Highlights stehen dieses Jahr bereits an. Zum einen werde ich Ende März erneut ins Baltikum reisen. Sicherlich wird es dabei nach Lettland gehen, vielleicht auch noch Litauen und Estland. Vor Ort möchte ich dann persönlich mit den Plattformen sprechen und die wichtigsten Treiber hinter den Unternehmen kennenlernen.

Diese und noch weitere Erkenntnisse sollen nicht nur auf dem Blog wiedergegeben werden, sondern auch Platz im zweiten Jahres-Highlight finden – meiner ersten Buchveröffentlichung zum Thema P2P-Kredite!

Der Titel steht noch nicht fest, aber das Buch ist mit knapp 40.000 Wörtern bereits in einem fortgeschrittenem Stadium. Die Recherche vor Ort soll nochmal dabei helfen, dem Inhalt des Buches mehr Tiefe und Substanz zu geben, um somit den größtmöglichen Mehrwert für die Leser zu schaffen.

Ebenso wie der Titel, steht auch das Veröffentlichungsdatum noch nicht fest. Ich gehe aber davon aus, dass es noch in Q2/2019 herauskommen wird.



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4 Kommentare

  1. HI
    Danke für dein Einblick.
    Hast du die 10.000 € Fremdkapital bei Bondora investiert? Reinvestierst du die Rückflüße weiter oder lässt das jetzt quasi leer laufen zur Tilgung? Ich glaube das die Variante 10.000 € einmalig anlegen (allein das dauert ja schon ein paar Wochen) bei Bondora und dann auslaufen lassen und damit tilgen nicht funktioniert – spätestens dann nicht mehr wenn nach einem 3/4 bis Jahr die Ausfälle massiv ansteigen (und das werden sie) und es Jahre dauert bis das Inkasso durch ist.
    Ich habe mein Bondora Konto (versehentlich) nach einem Jahr auslaufen lassen und habe nach sechs MOnaten gerade mal die Hälfte der einlagen zurück mit der Tendenz das dies seit dem immer weniger werden (und eben die Ausfälle steigen)
    Meine letzten Zahlen findest du hier: http://p2p-game.com/p2p-portfolio-report-18-grupeer-reloaded-tschoe-mintos-ich-bondora-top-3-investor-weltweit#Bondora_Klassik_Portfolio
    Abgesehen davon finde ich gehebelte junk bonds – ziemlich mutig das ist so ein wenig Lehman Brothers mässig 😉
    Und ja ich gehöre zu den DIversifikationsfreaks – Plattform und auch anbahnerrisiko sind real auch wenn ich Mintos und Bondora auch „solide“ finde gab es Eurocent bei Mintos und auch Bondora hat mit sinkenden Zinsnen und steigenden Ausfällen zu kämpfen (das kann sich auf G&G auswirken).

    1. Hallo Heiner,

      ich habe die 10.000 Euro zu jeweils 5.000 Euro auf Bondora und Mintos angelegt und lasse die Investments jetzt weiterlaufen. Nutze die Rückflüsse also nicht zur Tilgung.

      Bei Bondora hat es tatsächlich ca. 2 Monate gedauert, bis die 5.000 Euro investiert waren. Viele andere Anleger wäre da sicherlich nervös geworden 😀

      Ich bin selber gespannt, wie sich die Einnahmen bei Bondora weiterentwickeln. Sofern kein neues Kapital hinzukommt, sollen die Zinseinnahmen stetig in 2019 abnehmen. Ich bin gespannt.

      Bei Hebelprodukten kommt es meiner Meinung nach darauf an, wie solide das Investment ist. Bei Immobilien stellt es ja auch keiner in Frage und anders geht es meistens ja auch nicht. Bei Kryptowährungen hingegen wäre mir das nichts. Wobei es sicher auch da „Verrückte“ gibt, für die das bedenkenlos wäre.

      VG,
      Denny

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