PeerBerry Erfahrungen 2026: Wachstum, Expansion und Bilanz nach 5 Jahren

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Sinkende Zinsen, ein stagnierendes Portfolio und viel Cashdrag bei den Investoren. Für die Standards und die Erwartungshaltung rund um PeerBerry ist 2025 maximal ein durchschnittliches Jahr gewesen. Entsprechend gab es in meiner Jahres-Bewertung auch nur 8 von 15 möglichen Punkten.

Die Vorzeichen, dass es 2026 besser werden würde, sahen dabei lange Zeit nicht gut aus. Im Juni 2025 erklärte Aventus Group CEO Andrejus Trofimovas, dass die Profitabilität der meisten Kreditgeber hoch genug sei, um nur geringfügig auf externe Finanzierungen angewiesen zu sein. Zudem erklärte er auch, dass es in vielen Märkten eine Sättigung gebe und dass das Wachstum langsam an seine natürlichen Grenzen stoße.

“Our profitability is high enough for most of our companies to develop their business further without external funding or with limited funding. The second reason for the limited borrowing needs is the maturity of many of our companies – when the company reaches a certain level of growth, it cannot grow further at a similar pace as in the first years of business – each market has its own limits.”

Doch mit der Ankündigung im November 2025, dass man im ersten Halbjahr 2026 ein Portfolio-Wachstum von 20% anstrebe und man in Ländern wie Brasilien, Australien, Argentinien, Peru und Kanada expandieren wolle, haben sich die Voraussetzungen wieder geändert.

In diesem Artikel blicken wir auf meine persönliche Portfolio-Entwicklung bei PeerBerry und wie sich der Aventus CEO Andrejus Trofimovas über die Wachstumsstrategie der Gruppe, die Marktauswahl für die Expansion und die finanzielle Stabilität der Gruppengarantie geäußert hat.

Eine ausführliche Analyse zur Plattform gibt es in meinen PeerBerry Erfahrungen.


Mein PeerBerry Portfolio 2026

Meine persönliche Investment-Reise bei PeerBerry ging im Juni 2021 los, also vor exakt 5 Jahren. Ausgangspunkt war damals die beeindruckende Art und Weise, wie schnell sich der Marktplatz von der Corona-Pandemie erholt und wie professionell man diese Phase damals moderiert hat.

Heute, fünf Jahre später, ist mein Portfoliowert bei PeerBerry erstmalig auf über 50.000 Euro angestiegen. Den 40.000 Euro an Einzahlungen stehen 3.000 Euro an Auszahlungen gegenüber, was somit einem Netto Ein- und Auszahlungsverhältnis von 37.000 Euro entspricht.

Somit konnte ich in den letzten Jahren bereits mehr als 13.000 Euro an Zinsen auf PeerBerry verdienen. In der Grafik ist es etwas weniger, da ich im ersten Jahr noch ein Konto für Privatpersonen besessen habe, welches dann durch ein Unternehmenskonto ersetzt worden ist.

Die Gesamtrendite auf der Plattform ist zwar weit von meinem Höchststand im September 2023 entfernt (13,07%), ist mit 11,43% aber immer noch stabil und vorzeigbar.

Hierbei macht sich bezahlt, dass ich zum einen auch in volatilen Phasen (Ukraine-Krieg) weiter investiert habe und dadurch höhere Verzinsungen mitnehmen konnte, zum anderen mein Platinum-Status beim Loyalty-Programm, wodurch ich zusätzlich noch 1% obendrauf mitnehmen kann.


Aventus Gruppe: Wachstum und Expansion 2026

PeerBerry hat Ende Mai 2026 ein Investoren-Portfolio von 126,5 Mio. Euro verwaltet. Das entspricht ca. 10 Mio. Euro mehr als noch zu Jahresbeginn. Bezogen auf die Gesamtgröße des Marktplatzes entspricht das mit etwa 2 Mio. Euro pro Monat einer stabilen Wachstumsquote.

Hauptverantwortlich für dieses Wachstum ist in erster Linie die Aventus Gruppe, die mit rund 55 Mio. Euro ca. 41% des Portfolios auf dem PeerBerry-Marktplatz ausmacht. Wie dieses Wachstum zustande kommt und wie die Gruppe für die nächste Expansionsphase aufgestellt ist, darüber habe ich mich mit Aventus-Gründer und CEO Andrejus Trofimovas ausgetauscht.

Expansion treibt das Kreditangebot

Noch vor einem Jahr, im Juni 2025, hatte der Aventus-Chef erklärt, dass die meisten Konzernunternehmen profitabel genug seien, um nur geringfügig auf externe Finanzierungen angewiesen zu sein.

Dass das Kreditangebot auf PeerBerry in 2026 wieder deutlich angestiegen ist, steht dazu nur auf den ersten Blick im Widerspruch. Auf die Frage, was sich an der Finanzierungsstrategie geändert habe, gab es folgende Aussage:

„Our overall funding strategy has not fundamentally changed. What has changed is the scale of our business and the pace of our expansion.”

Der Kern der Aventus-Gruppe sei laut seiner Aussage immer noch hochprofitabel, weshalb ein erheblicher Teil des Wachstums weiterhin aus dem laufenden Cashflow finanziert werde. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf entstehe hingegen durch neue Märkte und Produkte.

Diese Dynamik lässt sich auch gut an den Zahlen ablesen, die er in unserem Austausch kommuniziert hat. Demnach habe die Aventus Gruppe in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 bereits Kredite im Wert von 690 Mio. Euro vergeben, was somit 30% mehr sind als noch im Vorjahreszeitraum. Allein im Mai 2026 sei das vergebene Volumen um 46% gegenüber dem Vorjahr auf 158 Mio. Euro angestiegen.

Das ursprünglich für das erste Halbjahr 2026 kommunizierte Ziel, dass man ein Portfolio-Wachstum von 20% anstrebe, ist von Trofimovas nicht direkt bestätigt worden, da er die Wachstumsfrage über die Kreditvolumina beantwortet hat. Die genannten Zuwächse sprechen allerdings eine klare Sprache im Hinblick auf das Anziehen der Geschäftstätigkeit.

Marktauswahl und neue Kreditgeber

Die Expansion der Aventus-Gruppe ist breit angelegt, was sich auch an den vielen Meldungen über den PeerBerry-Blog zeigt. So gab es in den letzten Monaten unter anderem neue Kreditgeber aus Spanien (März 2026), Argentinien und Peru (April 2026) sowie Australien (Mai 2026). Zudem wurde mit Brasilien auch schon ein neuer Markt für 2026 angekündigt (siehe Mitteilung).

Nach welchen Kriterien diese Märkte ausgewählt werden, beschreibt Trofimovas als einen datengetriebenen Prozess: Marktgröße und langfristiges Wachstumspotenzial stehen an erster Stelle, gefolgt von der Reife des Marktes (Digitalisierungsgrad, finanzielle Inklusion, Wettbewerb) und dem regulatorischen Umfeld.

„We prefer markets where the rules are clear and support the sustainable development of responsible financial services.”

Gleichzeitig betonte der CEO, dass es nicht darum gehe in möglichst viele Länder zu expandieren, sondern darum nachhaltig tragfähige Geschäftsmodelle aufzubauen und zu etablieren.

Erfreulich aus Investoren-Sicht: Um das Wachstum der neuen Kreditmärkte zu fördern, sind zuletzt auch wieder steigende Zinssätze eingeführt worden. Hier ist eine Auswahl der neuen Anpassungen, die ab dem 3. Juni 2026 gültig sind.

  • SmartCredito (Spanien): 10 % (+1 %)
  • RealCredito (Spanien): 10 % (+1 %)
  • Lendi (Argentinien): 10 % (+1 %)
  • Prestamo365 (Peru): 10 % (+1 %)
  • Credito365 (Mexiko): 10 % (+1 %)
  • Credito365 (Kolumbien): 10 % (+1 %)

Nachdem sich die Zinsen auf dem PeerBerry-Marktplatz jahrelang im Sinkflug befunden haben, scheint jetzt die Perspektive einer zweistelligen Gesamtrendite für viele Anleger wieder deutlich realistischer geworden zu sein.

Finanzielle Substanz und die Gruppengarantie

Neue Kreditgeber bringen perspektivisch immer ein höheres Risiko mit sich. Was bedeutet das im Hinblick auf die beworbene Rückkauf- und Gruppengarantie?

Wie immer bei solchen Fragen ist die finanzielle Substanz des Emittenten von entscheidender Bedeutung. Im Fall der Aventus-Gruppe scheint man so gut aufgestellt zu sein wie nie zuvor: 2025 erzielte die Gruppe einen Gewinn von 95,7 Mio. Euro (10% mehr als noch im Vorjahr), bei einer Eigenkapitalposition von 226 Mio. Euro.

Auf die Frage, wie sich die geografische Expansion auf die Belastbarkeit der Gruppengarantie auswirkt, argumentierte Trofimovas, dass die Diversifikation die Garantie noch weiter stärke. Denn je breiter das Geschäft aufgestellt ist, desto geringer sei die Abhängigkeit von einem einzelnen Markt. Als Beleg führte er hierbei den Kriegsausbruch 2022 in der Ukraine an, als ein erheblicher Teil des Gruppengeschäfts unmittelbar betroffen gewesen ist.

„[…] because Aventus Group had already built a diversified international business across multiple countries, we were able to fully meet our obligations to investors and repay all war-affected liabilities, which amounted to tens of millions of euros.”

Diversifikation sei damit nicht nur ein Wachstumstreiber, sondern auch eine Möglichkeit für ein stärkeres Risikomanagement. Allerdings könnte man auch kritisch anmerken, dass eine schnelle Expansion in zahlreiche junge Schwellenländermärkte zunächst auch neues und wenig erprobtes Risiko in die Gruppe holt. Die Belastbarkeit der Gruppengarantie steht und fällt deshalb weniger mit einzelnen Märkten als vielmehr mit der anhaltenden Profitabilität und der Eigenkapitaldecke der Gruppe.


Fazit: Wohin geht die Reise bei PeerBerry?

PeerBerry ist mittlerweile seit fünf Jahren ein fester Anker und seit September 2022 auch die größte Position in meinem P2P Portfolio. Dass es irgendwann einmal anders sein wird, kann ich mir aktuell noch nicht vorstellen.

Die beeindruckende Portfolio-Qualität der letzten Jahre, das herausragende Krisen-Management und die Wahrung der Integrität gegenüber seinen Anlegern haben PeerBerry vollkommen zu Recht zu einer der größten P2P Plattformen Europas gemacht.

Von außen betrachtet bleiben die fehlende Regulierung und das Fehlen konsolidierter Geschäftsberichte die größten offenen Flanken. Dieses Risiko muss jeder Anleger für sich selbst einschätzen und bewerten. Für mich persönlich wiegt der jahrelange Track Record von PeerBerry und seinen Partnern dieses Risiko jedoch bislang auf.

Sofern das Kreditangebot stabil bleibt und die Verzinsungen nicht bodenlos einbrechen werden, wird PeerBerry hoffentlich auch in den nächsten fünf Jahren noch ein fester Bestandteil meiner P2P-Allokation bleiben.


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Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

 

Hi, ich bin Denny! Auf diesem Blog, den ich im Januar 2019 gestartet habe, helfe ich Investoren dabei kluge und gut informierte Investitionsentscheidungen im Bereich der Geldanlage P2P Kredite zu treffen. Dafür beschäftige ich mich ausführlich mit den tagesaktuellen Geschäftsentwicklungen und dem übergeordneten Rendite- und Risikoprofil der einzelnen P2P Plattformen.

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