Bondora Erfahrungen 2021: 360 Grad Analyse und Bewertung

Auf dieser Seite schreibe ich über meine persönlichen Bondora Erfahrungen, nachdem ich die estnische P2P Plattform 2018 selbst besucht habe und dort seit Oktober 2017 auch selbst investiere.

Bitte beachte, dass es sich hierbei aber lediglich um meine persönlichen Bondora Erfahrungen handelt, weshalb ich keine Garantie für die Richtigkeit der Informationen oder für zukünftige Entwicklungen des Anbieters übernehmen kann. Mehr dazu im Haftungsausschluss.

Weitere 360 Grad Analysen zu einzelnen P2P Plattformen findest Du hier.

Letzte Aktualisierung: Januar 2021

Kurz und knapp: Die wichtigsten Infos zu Beginn

Gegründet: 2008
Firmensitz: Tallinn, Estland
CEO: Pärtel Tomberg (12/2007)
Finanziertes Kreditvolumen: +395 Mio. Euro (12/2020)
Anzahl Investoren: +145.000 (12/2020)
Rendite: 9,4%
Rückkaufgarantie: Nein
Sekundärmarkt: Ja
Bonus für Neuanmeldungen: 5 Euro

Was ist Bondora?

Bondora ist eine estnische P2P Plattform, gegründet und am Markt aktiv seit 2008, auf welcher Investoren in estnische, finnische und spanische Konsumkredite investieren können. Gemessen an seiner Historie, ist das Unternehmen damit eines der ältesten und etabliertesten P2P Plattformen in Europa.

In dem mehr als einem Jahrzehnt haben sich über 145.000 Investoren bei Bondora angemeldet und dabei ein Kreditvolumen von mehr als 395 Mio. Euro finanziert. Besonders das im April 2018 eingeführte Produkt Bondora Go & Grow, welches als eine Art „Tagesgeld-Alternative“ angesehen wird, sorgte in den letzten Jahren für einen massiven Wachstumsschub bei der Plattform.


Historie – Wie alles begann

Während seiner Studienzeit in England, auf einer Busreise von Oxford nach Bristol, stolperte der damals erst 19 Jahre Pärtel Tomberg über einen Artikel im Economist. Darin ging es um die britische P2P Plattform Zopa, den weltweit ersten Marktplatz für Privatkredite.

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Aufnahme von Bondora CEO Pärtel Tomberg aus dem Jahr 2014.

Angesprochen von der Idee selbst eine P2P Plattform zu gründen, gab es für Pärtel Tomberg insbesondere zwei Argumente sich näher damit zu befassen:

Zum einen, weil die Kreditvergabe durch Nicht-Banken bis zu diesem Zeitpunkt kaum bekannt gewesen war. Besonders nicht außerhalb von Großbritannien und den USA. Zum anderen, weil er einen immer größer werdenden Bedarf erkannt hatte.

Durch das Aufkommen und die Ausbreitung der Finanzkrise gab es zunehmend neue Regulierungen die dazu geführt haben, dass Banken bei der Kreditvergabe deutlich konservativer vorgehen mussten. Hinzu kam die Digitalisierung in vielen Branchen- und Geschäftsbereichen (Disruption), sodass man Prozesse der Kreditvergabe nun auch selbst entwickeln und abbilden konnte.

Den ersten Business Plan schrieb Tomberg, der auch heute noch CEO von Bondora ist, noch vor dem Weihnachtsfest 2007 fertig. Das Wissen zu Marketing-Themen, dem Kreditwesen oder der Investoren-Akquise, wurde durch die späteren Mitgründer ergänzt und abgedeckt. Ein paar dieser Mitstreiter lernte Tomberg übrigens durch seinen Freund kennen, den er damals in Bristol besucht hatte.   


Die Namensfindung: Friend Loan, isePankur und Bondora

Die P2P Plattform, die heute den meisten Investoren unter dem Namen Bondora bekannt ist, besaß in seiner Historie noch zwei weitere Namen.

Ursprünglich nannte man die P2P Plattform nämlich „Friend Loan“. Dieser Name wurde jedoch bereits zwei Monate nach dem Launch wieder gewechselt. Der Grund dafür war ein estnisches Sprichwort welches besagt, dass man einem Freund niemals Geld leihen solle – außer man sei bereit es zu verlieren.

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Der Bondora Charakter. Entworfen vom Bruder des Bondora CEOs.

Um die Wahrnehmung des Unternehmens im Inland aber positiver zu gestalten, entschied man sich – nach einer internen Abstimmung der Gesellschafter – für den Namen „isePankur“.

Der Name „isePankur“ bedeutet übersetzt so viel wie „iBanker“ und ist an die damals stark aufkommenden iPods von Apple angelehnt gewesen. Die Begrifflichkeit hatte übrigens zur Folge, dass viele Esten in der Folge geglaubt haben, dass es sich bei isePankur um eine ausländische Firma handelte.

Der dritte und bis dato letzte Namenswechsel des Unternehmens erfolgte im April 2014. Erneut lag die Motivation darin begründet, dass man die Wahrnehmung des Unternehmens verändern und internationaler darstellen wollte. Der Fokus des Namens „Bondora“, soll dabei auf dem englischen Wort „bond“ liegen. Die Doppelbedeutung des Wortes bezieht sich sowohl auf das Band zwischen den Menschen als auch den „bond“ als Finanzinstrument.

Die Figur von Bondora ist damit eine Charakterisierung zwischen dem menschlichen und finanziellen Band und gilt bis heute als Aushängeschild und Symbol des Unternehmens.

Schon gewusst?
Die Bondora Figur wurde von einem Bruder des CEOs Pärtel Tomberg entworfen, der Trickfilmzeichner ist.

Gesellschafter und Management

Im Folgenden gibt es eine kurze Übersicht zu der Gesellschafterstruktur sowie den Personen, die Bondora im Management anführen.


Die Gesellschafter: Wem gehört Bondora?

Abgesehen von den Mitgliedern des Managements und des Aufsichtsrats, gibt es zwei große und wichtige Anteilseigner bei Bondora.

Der erste ist ein Tochterunternehmen von Valinor Management, einer 3,5 Mrd. großen Investmentgesellschaft aus den USA. Das Unternehmen, welches auch ein früher Förderer der US-Plattform Lending Club gewesen ist, hat sich im Januar 2015 mit 4,5 Mio. Euro Kapital an Bondora beteiligt.

Ein Jahr zuvor bekam Bondora eine Finanzierung in Höhe von 1,3 Mio. Euro durch eine Tochtergesellschaft von Global Founders Capital, einem der größten Anteilseigner von Rocket Internet.


Das Management: Wer führt Bondora an?

Pärtel Tomberg ist der CEO und das Gesicht von Bondora. Der in Estland geborene und in Tallinn mit drei Geschwistern aufgewachsene Tomberg, wanderte mit 17 Jahren für das Studium nach Großbritannien aus, wo er nach drei Jahren den Abschluss an der Oxford Brookes Universität für das Fach International Business Management bekam.

Während dieser Zeit etablierte sich auch die Idee, einen Kreditmarktplatz mit Sitz in Estland zu gründen. Nach zahlreichen und in jungen Jahren bereits gesammelten Unternehmenserfahrungen, gründete er 2008 die heute allen als Bondora bekannte P2P Plattform, deren CEO er bis heute noch ist.


Das Geschäftsmodell: Wie Bondora Geld verdient

Bondora besitzt aktuell sechs unterschiedliche Umsatzquellen. Die hier nachfolgend aufgelisteten Umsatzzahlen und prozentualen Angaben basieren auf dem Geschäftsbericht für das Jahr 2019.

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Wie sich 2019 der Umsatz bei Bondora aufgeteilt hat

1. Provision Kreditvermittlung (Origination Fee)

Den größten Umsatz hat Bondora 2019 mit den Provisionseinnahmen für die Kreditvermittlung erzielt. Kreditnehmern wird hierbei eine fixe Gebühr in Höhe von 5,95 Prozent der Kreditsumme berechnet, welche zu Beginn der Kreditlaufzeit an Bondora bezahlt werden muss. Die 8,38 Mio. Euro machten 2019 dabei einen Anteil von 41,04 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

2. Verwaltungsgebühr (Management Fee)

Die Verwaltungsgebühr der Darlehen beträgt bei Bondora jährliche vier Prozent der ursprünglichen Kreditsumme und macht mit 31,9 Prozent (6,51 Mio. Euro) den zweitgrößten Anteil im Jahr 2019 aus.

3. Schuldenverwaltung (Debt Management Fee)

15,6 Prozent des Umsatzes (3,18 Mio. Euro) entstammen den Gebühren für die Schuldenverwaltung. Hierbei berechnet Bondora zum Beispiel 14,99 Euro für ein Benachrichtigungsschreiben an ein Kreditausfallregister oder maximal 5 Euro für Schuldenmeldungen an die Kreditnehmer.

4. Bsecure Fee

Die Gebühr für Bsecure hat 2019 mit 9,35 Prozent (1,9 Mio. Euro) zum Umsatz beigetragen. Hier können Kreditnehmer, gegen eine monatliche Gebühr von zehn Euro, unter anderem den Tag der Ratenzahlung oder die Länge der Kreditlaufzeit flexibel anpassen.

5. Gerichtskosten (Court Fees Claimed)

Die geltend gemachten Gerichtskosten haben 2019 nur 1,22 Prozent des Umsatzes ausgemacht.

6. Sonstiges (Other)

Die sonstigen betrieblichen Einnahmen belaufen sich auf 0,91 Prozent, was einem Umsatz von 184.332 Euro im Jahr 2019 entspricht.


Die Geschäftsentwicklung: Ist Bondora profitabel?

Ja, Bondora ist seit dem Geschäftsjahr 2017 durchweg profitabel gewesen. Zudem hat das Unternehmen, trotz einer vergleichsweise niedrigen Bilanzsumme in Höhe von nur 7,57 Mio. Euro, eine sehr saubere Bilanz mit sehr guten Kennzahlen.

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Die Bondora Bilanz in den letzten drei Jahren

Insbesondere im Vergleich zu anderen P2P Plattformen wie Mintos oder NEO Finance, kann Bondora extrem gute und vor allem auch sehr konstante Ergebnisse vorweisen. Die finanzielle Stabilität ist daher definitiv ein großer Wettbewerbsvorteil der estnischen P2P Plattform.    

Meine genauen Analysen zu den Bondora Geschäftsberichten von 2018 und 2019, kann man sich bei Interesse auf dem Blog nochmal durchlesen.


Wie man bei Bondora investieren kann

Bondora bietet vier unterschiedliche Anlageprodukte an, mit denen Investoren ihr Geld auf der Plattform anlegen können. Alle Investitionsmöglichkeiten bieten dabei einen unterschiedlichen Grad an Rendite, Risiko und Investitionssteuerung. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Anlageprodukte:


1. Bondora Go & Grow

Bondora Go & Grow wurde erst im Frühjahr 2018 von der estnischen P2P Plattform gelauncht. Obwohl es damit das „neueste“ der vier Anlageprodukte ist, gehört es aktuell zu der beliebtesten Möglichkeit, wie Investoren ihr Geld bei Bondora anlegen.

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Besonders durch Go & Grow war 2019 ein starkes Wachstumsjahr für Bondora.

Allein im Jahr 2019 wurden 102,2 Mio. Euro der insgesamt 157,4 Mio. Euro über Go & Grow investiert. Das entspricht einem Anteil von ca. 65 Prozent. Das häufig als „Tagesgeld-Alternative“ angesehene Go & Grow bietet Investoren einen extrem hohen Grad an Liquidität.

Mit einer zu zahlenden Abhebungsgebühr in Höhe von 1 Euro, können Anleger sofort über ihr Geld verfügen. Die Einnahmen durch die 6,75 Prozent p.a. festgesetzte Rendite, werden dabei täglich dem Account gut geschrieben. Mehr dazu kannst Du in meinen Bondora Go & Grow Erfahrungen nach zwei Jahren nachlesen.


2. Portfolio Manager

Mit Portfolio Manager können Anleger einen Mittelweg zwischen vollständig automatisierter Anlageform und Benutzerkontrolle verfolgen. Im Zentrum des Portfolio Managers steht dabei der Risiko-Rendite-Slider. Der Investor muss sich hier für eine von fünf möglichen Risikostrategien entscheiden. Die Optionen reichen von ultra-konservativ, konservativ, ausgewogen, progressiv bis opportunistisch. Je nach gewählter Einstellung, verändert sich die Finanzierungsstruktur bei einzelnen Ländern und Kreditratings.

Als erweiterte Einstellung kann der Investor außerdem über die maximale Höhe des (Kredit-)Gebots bestimmen, die maximale Investition pro Darlehen festlegen und welche Rücklage im Portfolio verbleiben und nicht investiert werden soll. Zusätzlich kann ausgewählt werden, ob der Portfolio Manager auch Darlehen von anderen Investoren auf dem Sekundärmarkt kaufen soll. Bondora betont, dass es sich dabei jedoch nicht um überfällige und oder ausgefallene Kredite handelt, sondern nur um zum Transaktionszeitpunkt fristgerecht laufende Darlehen.


3. Portfolio Pro

Portfolio Pro eignet sich besonders für die Investoren, die mehr Kontrolle über ihre Investments haben und selbstbestimmter ihre Kreditkriterien auswählen wollen. In der Umsetzung ist Portfolio Pro eine Art Erweiterung des Portfolio Managers, jedoch mit zusätzlichen Auswahl- und Filterungsmöglichkeiten.

Neben den bereits beschriebenen Auswahlmöglichkeiten von Portfolio Manager, kann hier auch über folgende Kriterien bestimmt werden:

  • Kreditnehmer-Länder (Spanien, Estland, Finnland)
  • Risikorating von Bondora (AA bis HR)
  • Kreditlaufzeit (3. Monate bis 60. Monate)
  • Zinshöhe (bis 275 Prozent)
  • Portfolio-Limit

Die Folge ist das Erstellen einer individuellen Anlagestrategie, bei der ein hoher Grad an Autonomie für Anleger im Vordergrund steht, die genaue Vorstellungen über die Zusammensetzung ihres Portfolios haben.

Persönlich habe ich seit Oktober 2017 mehr als 14.000 Euro via Portfolio Pro investiert. Meine Ergebnisse sind nach mehr als drei Jahren allerdings ernüchternd. Ob sich Portfolio Pro langfristig dennoch lohnt, habe ich ausführlich auf dem Blog analysiert.


4. API

API (engl.: application programming interface) ist, in einfachen Worten, eine Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung. Das heißt, dass es sich um einen Programmteil handelt, der von einem Softwaresystem anderen Programmen zur Anbindung an das System zur Verfügung gestellt wird.

Damit können Anleger noch detaillierter auf die verschiedenen Datenpunkte der Kreditnehmer zugreifen und darauf aufbauend ihre Investitionsentscheidungen treffen. Zum Beispiel können hierbei Kreditnehmer-Kriterien wie das Einkommen, die Beschäftigung, das Alter oder der Bildungsabschluss mit berücksichtigt werden.

Was eine noch individuellere Anlagestrategie bedeutet, setzt allerdings fortgeschrittene Programmierkenntnisse voraus. Aus diesem Grund wird API auch nur von weniger als einem Prozent aller Investoren genutzt.


Wissenswertes zum Investieren bei Bondora

In welche Länder kann man investieren?

Bondora bietet auf seiner Plattform private Konsumkredite aus Estland, Finnland und Spanien an. Die Kreditvergabe in die beiden letztgenannten Ländern ist, aufgrund ökonomischer Unsicherheiten, jedoch seit März 2020 ausgesetzt worden.


In welche Kredite kann man investieren?

Bondora bietet ausschließlich Investitionen in private Konsumkredite an.

Bei den Kreditnehmern fokussiert sich Bondora auf Konsumenten mit mittlerem Einkommen, die einen Kredit zwischen 500 Euro und 10.000 Euro benötigen, bei einer Laufzeit von drei bis 60 Monaten. Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt aktuell ca. 2.800 Euro.


Welche Kosten oder Gebühren fallen an?

Für die Anmeldung als auch das Investieren an sich, fallen bei Bondora keine Kosten oder versteckten Gebühren an. Es können jedoch Kosten bei der Verwendung des Sekundärmarktes anfallen oder bei der Nutzung von Bondora Go & Grow. Hier wird eine Abhebungsgebühr in Höhe von 1 Euro fällig.


Welche Rendite kann man bei Bondora erzielen?

Die Spannweite kann, je nach Anlagestrategie und Anlageprodukt, sehr stark variieren. Am verlässlichsten scheint dabei Bondora Go & Grow zu sein, mit einer Rendite von 6,75 Prozent. Den Statistiken kann man entnehmen, dass 16 Prozent der Investoren aktuell sogar eine negative Rendite bei Bondora besitzen.

Meine persönliche Rendite liegt bei Bondora Portfolio Pro, nach einem Zeitraum von genau drei Jahren, bei 10,49 Prozent. Seit März 2019 habe ich meine weiteren Investitionen jedoch gestoppt und entspare aktuell dieses Portfolio. Bei Bondora Go & Grow liegt meine Rendite hingegen bei 6,75 Prozent.  


Mindestanlagebetrag

Bei Bondora kann man in Kredite ab 1 Euro investieren.


Gibt es eine Bondora App?

Ja, es gibt eine App von Bondora. Diese wurde 2019 gelauncht und kann mit den Betriebssystemen iOS (App Sore) und Android (Play Store) heruntergeladen werden.


Bondora und das Thema Steuern

Die durch Kreditfinanzierungen erzielten Zinseinnahmen gelten als Kapitalerträge und sind demnach auch als solche bei der Steuererklärung anzugeben.

Eine Besonderheit entfällt auf die steueroptimierte Regelung bei Bondora Go & Grow. Hier können Investoren ggf. eine alternative Besteuerung anwenden, was im Zusammenhang mit dem Verfügungsprinzip steht.

Das bedeutet, dass via Go & Grow erst dann Steuern auf Kapitalerträge gezahlt werden müssten, wenn der Auszahlungsbetrag die Einzahlungssumme übersteigt. Persönlich habe ich damit noch keine Erfahrungen bei Bondora gesammelt und würde im Zweifel dazu raten, sich von einem Steuerberater über die genauen Möglichkeiten aufklären zu lassen.


Welche Vorteile bietet Bondora?

  • Track Record: Bondora hat sich seit 2008 als ein Dickschiff unter den europäischen P2P Plattformen etabliert. Im Baltikum und Kontinentaleuropa einer der Top 3 P2P Plattformen mit der längsten Historie.
  • Transparenz: Sämtliche Geschäfts- und Entwicklungsprozesse werden transparent abgebildet. Auch das komplette Kreditportfolio kann heruntergeladen und eigene Analysen erstellt werden.
  • Finanzielle Stabilität: Bondora hat in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet und steht daher – auch im Vergleich zu anderen P2P Plattformen – finanziell auf sehr stabilen und gesunden Beinen.

Welche Nachteile besitzt Bondora?

  • Negative Renditen möglich: Mit Ausnahme der versprochenen Rendite von 6,75 Prozent p.a. via Bondora Go & Grow, die bislang auch durch die Bank weg eingehalten werden konnte, ist die Bandbreite bei der Performance durch die anderen Anlageprodukte sehr weit. Der Statistik kann man entnehmen, dass 16 Prozent der Investoren sogar eine negative Rendite besitzen.
  • Performance des Kreditportfolios: Durch die teilweise negative Performance bei Bondora, sollte man insbesondere sehr kritisch auf die Performance des zugrunde liegenden Kreditportfolios schauen. Mit dem Artikel „Lohnt sich Portfolio Pro?„, habe ich dieses Thema schon mal etwas genauer analysiert. Weitere kritische Artikel zur Performance des Bondora Kreditportfolios findest Du hier und hier.

Welche Alternativen gibt es zu Bondora?

Was die Historie, das Geschäftsmodell und den Fokus auf ein Kreditsegment angeht, lässt sich Bondora am ehesten noch mit der litauischen P2P Plattform NEO Finance oder der finnischen Plattform Fellow Finance vergleichen. Bei beiden handelt es sich um klassische P2P Plattformen mit einer direkten Kreditvergabe, beide fokussieren sich auf wenige Märkte und im Kern werden Konsumkredite mit einer langen Kreditlaufzeit finanziert.

Weitere Alternativen findest Du im P2P Plattformen Vergleich.


Bondora und der Umgang mit der Corona Krise

Nach dem Ausbruch von Covid-19, hat Bondora vergleichsweise früh auf die Ausbreitung der Pandemie reagiert und seine Geschäftsprozesse angepasst. Eine der wichtigsten Maßnahmen war dabei, dass man, aufgrund der ökonomischen Unsicherheit durch die Corona Pandemie, die Kreditvergabe in Spanien und Finnland vorerst ausgesetzt hat.


Begrenzung der monatlichen Neuinvestitionen bei Bondora Go & Grow

Zudem wurden bei Bondora Go & Grow, von März 2020 bis Anfang Juni 2020, erstmals Teilauszahlungen eingeführt. Die große Nachfrage nach Liquidität führte dazu, dass Bondora den Auszahlungswünschen nur noch in Etappen folgen konnte. Da das Kapital in Kredite investiert worden war, mussten zunächst Tilgungen und Zinsen der Kreditnehmer zurückfließen, um die Investoren wieder auszuzahlen.

Da die Kreditnachfrage der Investoren das durch Bondora angebotene Kreditangebot bei weitem überstiegen haben muss, hat sich Bondora im September dazu entschieden die monatlichen Neuinvestitionen bei Bondora Go & Grow auf 1.000 Euro zu reduzieren.

Im Dezember 2020 folgte eine weitere Verschärfung dieser Restriktion auf 400 Euro pro Monat.


Profitabilität soll auch 2020 erhalten bleiben

Besonders interessant war auch die Ankündigung des Bondora CEOs Pärtel Tomberg, der sich sehr zuversichtlich im Hinblick auf die Performance für das Jahr 2020 gezeigt hat. Demnach gehe man davon aus, dass man auch im „Corona Jahr 2020“ ein profitables Ergebnis einfahren werde.

Als Argument nannte er, dass Bondora in der Lage sei die variablen Kosten sehr stark in Abhängigkeit zum finanzierten Kreditvolumen zu regulieren. Also das ein geringeres Kreditvolumen zwar zu weniger Umsatz führe, dafür aber auch parallel die Ausgaben mitsinken. Inwieweit diese These stimmt, habe ich in diesem „Wie sicher ist Bondora in einer Krise?“-Artikel analysiert.


Meine Bondora Erfahrungen vor Ort

Im Oktober 2018 war ich anlässlich des fünften Geburtstags von EstateGuru zu Gast in Tallinn [Zum Reisebericht]. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch das erste Mal das Team von Bondora kennengelernt, allen voran den CEO Pärtel Tomberg sowie den VP of Product Matthew Clanachan.

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Oktober 2018: Interview mit Matt (VP of Product) und Pärtel (CEO) im Tallinn Büro von Bondora

Persönliche Besuche waren seitdem, auch aufgrund der Covid-19 Situation, leider nicht mehr möglich. Die Alternative lautet daher Online Calls und Online Interviews, wovon es zuletzt eins im Dezember 2020 mit Matthew Clanachan gab.


Bondora Bonus für neue Investoren

Einen Bonus Code gibt es bei Bondora leider nicht. Wenn Du dich aber über diesen Link bei Bondora neu registrierst, dann bekommst Du ein Startguthaben in Höhe von 5 Euro gut geschrieben.


Fazit meiner Bondora Erfahrungen

Bondora genießt bei vielen Investoren ein sehr großes Vertrauen und wird häufig als eine Top 3 P2P Plattform genannt. Aus meiner Sicht auch vollkommen zurecht. Mit seiner Historie und dem nachweislich guten Track Record, gehört Bondora zu den absoluten Dickschiffen unter den europäischen P2P Plattformen.

Es gibt keine vernehmbaren Skandale, Unruhen oder sonstige nicht nachvollziehbare Aktionen, die Investoren fragend zurücklassen. Stattdessen gibt es, angeführt durch CEO Pärtel Tomberg, eine klar erkennbare Vision und konsequente Handlungen im Hinblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung.  

Mit Bondora Go & Grow hat man zudem ein Anlageprodukt geschaffen, welches sehr stark die Bedürfnisse der Investoren getroffen hat: Einfache Bedienung, planbare Rendite und hohe Liquidität.

Nicht unerwähnt soll allerdings die zu hinterfragende Performance des Kreditportfolios sein. Wer mit einem automatisierten Portfolio außerhalb von Go & Grow investiert, sollte seine Performance genau überwachen und aufpassen hierbei kein Geld zu verbrennen.


FAQ – Fragen und Antworten zu Bondora

✅ Was ist Bondora?

Bondora ist eine estnische P2P Plattform, am Markt aktiv seit 2008, auf welcher Investoren in estnische, finnische und spanische Konsumkredite investieren können. Gemessen an seiner Historie, ist das Unternehmen damit eines der ältesten und etabliertesten P2P Plattformen in Europa.

✅ Wem gehört Bondora?

Abgesehen von den Mitgliedern des Managements und des Aufsichtsrats, gibt es zwei große und wichtige Anteilseigner bei Bondora. Der erste ist ein Tochterunternehmen von Valinor Management, einer 3,5 Mrd. großen Investmentgesellschaft aus den USA. Das Unternehmen, welches auch ein früher Förderer der US-Plattform Lending Club gewesen ist, hat sich im Januar 2015 mit 4,5 Mio. Euro Kapital an Bondora beteiligt. Ein Jahr zuvor bekam Bondora eine Finanzierung in Höhe von 1,3 Mio. Euro durch eine Tochtergesellschaft von Global Founders Capital, einem der größten Anteilseigner von Rocket Internet.

✅ Wie verdient Bondora Geld?

Bondora besitzt aktuell sechs unterschiedliche Umsatzquellen. Basierend auf dem Geschäftsbericht für das Jahr 2019, sind die größten Posten dabei die Origination Fee (Provision für die Kreditvermittlung), welche 41% des Umsatzes ausgemacht hat, gefolgt von der Management Fee (Verwaltungsgebühr; 32%) und der Debt Management Fee (Schuldenverwaltung; 16%)
Mehr zum Geschäftsmodell kannst Du in meinen Bondora Erfahrungen auf dem Blog nachlesen.

✅ Welche Rendite kann man bei Bondora erzielen?

Die Spannweite kann je nach Anlagestrategie sehr stark variieren. Meine persönliche Rendite bei Portfolio Pro liegt, nach genau drei Jahren, bei 10,49%. Meine Rendite bei Bondora Go & Grow liegt bei 6,75% p.a.

✅ Werden bei Bondora Steuern einbehalten?

Nein, bei Bondora werden keine Steuern einbehalten. Zinserträge müssen hingegen ganz normal als Einkünfte durch Kapitalerträge bei der Steuererklärung angegeben werden.

✅ Ist Bondora sicher?

Nichts ist im Leben sicher, außer der Tod. Daher kann es auf die Frage keine Pauschalantwort geben. In meinen Bondora Erfahrungen zeige ich Dir jedoch auf, auf welche Risikofaktoren Du insbesondere achten solltest.

✅ Gibt es einen Bonus für neue Investoren?

Ja, den gibt es! Wenn Du dich über diesen Link bei Bondora anmeldest, bekommst Du ein Startguthaben in Höhe von 5 Euro gut geschrieben.

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