Seit Januar 2019 ist das P2P Portfolio Update ein regelmäßiges Format auf meinem Blog. Hier bekommen Investoren auf monatlicher Basis einen transparenten Einblick zu den Entwicklungen meines persönlichen P2P Kredite Portfolios, inkl. Einnahmen, Performance, Transaktionen und Wertentwicklung.
Außerdem gehe ich auf mögliche Veränderungen oder Anpassungen bei den P2P Plattformen in meinem Portfolio ein. Ausführliche Plattform-Analysen gibt es auf der Seite P2P Kredite Erfahrungen.
Für tagesaktuelle Informationen empfehle ich meinem Telegram-Kanal oder aber meinem WhatsApp-Kanal zu folgen. Dort gibt es immer zeitnahe Reaktionen, Bewertungen und Einschätzungen, sobald es neue Entwicklungen gibt.
P2P Kredite Portfolio Update: April 2026
So sieht aktuell mein persönliches P2P Kredite Portfolio zum Zeitpunkt Ende März 2026 aus.
Einnahmen
Im März 2026 konnte ich 1.448 Euro an Einnahmen durch mein ausstehendes P2P Kredite Portfolio erzielen. Das entspricht den historisch betrachtet fünfthöchsten Einnahmen, die ich in achteinhalb Jahren mit meinem P2P Portfolio erzielen konnte.
Im Vormonat konnten keine neuen Einnahmen-Bestwerte bei einzelnen P2P Plattformen erzielt werden.
Performance
Die beste Gesamt-Performance in meinem P2P Portfolio, die kommt derzeit mit 16,8% von Nectaro. Der Grund für die überdurchschnittlich gute Rendite ist mein aktiverer Investment-Ansatz, welcher auf die diversen Bonus-Kampagnen ausgelegt ist.
Auf dem zweiten Platz liegt Debitum mit 13,9%, gefolgt von Afranga mit 13,3% und Income Marketplace mit 13%.
Ebenfalls positiv: 9 von 13 Plattformen in meinem Portfolio weisen derzeit eine zweistellige Rendite aus, wobei Bondora Go & Grow und Monefit SmartSaver ebenfalls inkludiert sind.
Negativer Spitzenreiter ist Estateguru, wo meine Gesamtrendite erstmalig negativ geworden ist (-1,7%). Mehr dazu im Verlauf des Artikels.
Transaktionen
Im Vormonat gab es insgesamt fünf neue Transaktionen in meinem P2P Portfolio.
Einzahlungen: 7.000 Euro
- Monefit SmartSaver: 5.000 Euro. Das Geld fließt weiterhin nur in das Hauptkonto, welches mit 7,5% APY verzinst wird, um nach Möglichkeit von der maximalen Liquidität zu profitieren.
- Twino: 2.000 Euro. Meine Position bei Twino wird weiterhin aufgebaut. Die neuen Gelder werden in die polnischen Asset-Backed-Securities investiert, welche bei einer Laufzeit von 12 Monaten mit 12% verzinst werden.
Auszahlungen: 1.884,29 Euro
- Estateguru: 1.029,29. Bei Estateguru hat mich die Gesamtentwicklung dazu veranlasst meine bereits jahrelang ausgefallenen Kredite jetzt zu Dumping-Preisen über den Sekundärmarkt zu verkaufen. Die internationalen Kredite bin ich dabei mit einem 50% Abschlag gut losgeworden, die deutschen Kredite hingegen mit ca. 70%. Durch die Verkäufe konnte ich zwar etwas mehr als 1.000 Euro von Estateguru abziehen, die Gesamtrendite ist jetzt jedoch erstmalig negativ geworden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich somit erstmalig einen Kapitalverlust bei einer Plattform erzielen werde, bei noch 25 offenen Kredite in meinem Portfolio, ist somit ausgesprochen hoch.
- Nectaro: 500 Euro. Bis zur nächsten Bonus-Kampagne, die passenderweise im April startete, ziehe ich alle frei werdenden Mittel auf Nectaro ab.
- Crowdpear: 250 Euro. Im letzten Monat gab ein paar kleinere Kreditrückzahlungen. Entsprechend konnte ich das Geld im März von meinem Konto abziehen.
- Mintos: 105 Euro. Bei Mintos habe ich die Kupon-Rückzahlung von meinem Esto-Bond vollumfänglich abgezogen.
Insgesamt lag das Netto Ein- und Auszahlungsverhältnis im Vormonat bei 5.115,71 Euro.
P2P Portfolio
Der Wert meines ausstehenden P2P Kredite Portfolios hat sich im März 2026 von 198.306 Euro auf 202.860 Euro erhöht. Ein neuer Rekordwert, mit dem ich zum zweiten Mal die Marke von 200K nach oben durchbrechen konnte.
Der auf Liquidität ausgerichtete Anteil meines P2P Portfolios, bestehend aus Bondora Go & Grow und Monefit SmartSaver, der hat dabei 51.883 Euro ausgemacht (25,6%).
P2P Kredite News: April 2026
Nachfolgend gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem P2P Kredite Umfeld. Wie immer liegt der Fokus hierbei auf den P2P Plattformen in meinem persönlichen Portfolio. Details zu aktuellen Kreditgeber-Entwicklungen gibt es auf dieser Seite.
PeerBerry: 120 Mio. Euro Portfolio (Rekord)
Zum ersten Mal in der Plattform-Historie verwaltet PeerBerry ein Investoren-Portfolio von mehr als 120 Mio. Euro. Gepaart mit einer Ausfallquote von 0% entspricht das einer Bilanz, die im P2P-Marktumfeld unerreicht ist.
Hier soll aber noch nicht Schuss sein. Die Aventus Gruppe plant das Kreditangebot im April 2026 um bis zu 20% zu erhöhen. Zudem wird in den kommenden Monaten weiteres Wachstum erwartet, wenn die neuen Kreditgeber aus Australien, Kanada und den USA vorgestellt werden sollen.
PeerBerry ist eine nicht enden wollende Erfolgsgeschichte. Im Rahmen meines Portfoliowachstums könnten daher weitere Gelder zum Marktplatz fließen, wodurch sich meine größte P2P-Position weiter vergrößern würde.
Bondora: Go & Grow wird eigenständig
In dieser Woche hat Bondora kommuniziert, dass Go & Grow in Zukunft als ein eigenständiges Unternehmen aus der Bondora Group herausgelöst werden wird. Die juristische Person hinter dem Produkt, die Bondora Capital OÜ, wurde bereits am 20. April 2026 in Go&Grow OÜ umbenannt. Für Investoren ändert sich operativ vorerst nichts. Produkt, Rendite und Liquiditätsmodell bleiben unverändert.
Was steckt hinter dieser Entscheidung? Aus meiner Sicht sind drei Motive denkbar:
- Schaffung einer regulatorisch sauberen Struktur für das Go & Grow Produkt
- Ein vorbereitender Schritt im Hinblick auf die Bankenlizenz-Bewerbung
- Mehr strategische Flexibilität im Hinblick auf eine separate Kapitalisierung oder einen möglichen Börsengang
Eine ausführlichere Einordnung inklusive der offenen Fragen, die sich aus der Abspaltung für Anleger ergeben, gibt es in meinem aktuellen Artikel zur Bondora Abspaltung.
Income Marketplace: Zwei neue Kreditgeber aus Asien
Mit Mocasa und Pinjam Yuk hat Income Marketplace in den letzten Wochen gleich zwei neue Kreditgeber aus dem asiatischen Raum auf die Plattform geholt.
Die Geschäftsergebnisse von Mocasa sind dabei äußerst durchwachsen und laden nicht unbedingt zu einem Investment ein. Außerdem sollen die Mocasa-Kredite durch Verpfändungen des zugrunde liegenden Verbraucherkreditportfolios abgesichert sein, wozu es keine Informationen gibt, sowie durch eine Konzerngarantie der Mocasa Holding Ltd, wozu ebenfalls keine Geschäftsergebnisse vorliegen. Bezogen auf das historisch betrachtet schwierige Marktumfeld in den Philippinen, gepaart mit einem Kreditgeber, der den Beweis eines profitablen Geschäftsmodells noch schuldig geblieben ist, empfinde ich das Risikoprofil als deutlich zu hoch. Für mich persönlich daher kein Kandidat für das eigene Portfolio.
Deutlich vielversprechender sieht hingegen das indonesische Fintech-Unternehmen Pinjam Yuk aus, dessen Profil stark an Danarupiah erinnert: Standort in Indonesien, Ratenkredite mit bis zu 15% Verzinsung und kurze Laufzeiten von bis zu 94 Tagen. 2025 lag der Nettogewinn bei 44,1 Mio. USD und auch die Bilanzkennzahlen sind durchweg positiv, ausgenommen der Portfolio-Qualität (33% Impairments). Zu beachten gilt der Reporting-Standard und das stark schuldengetriebene Wachstum. Aus meiner Sicht zwar keine Anker-Position, als Beimischung für das eigene Portfolio jedoch durchaus vertretbar.
Ausführlichere Bewertungen zu beiden Kreditgebern gibt es in meinen Community-Kanälen auf Telegram und WhatsApp.
Monefit SmartSaver: Ist die Liquidität das Risiko wert?
Fehlende Transparenz, ausstehende Rückzahlungen (Pending Payments), hohes Risiko. Die Probleme und das Narrativ zu Creditstar sind bekannt und relativ schnell erzählt. Dennoch investiere ich seit Juni 2025 bei Monefit SmartSaver, einem Produkt aus dem Creditstar-Kosmos.
In einem aktuellen Blog-Artikel bin ich auf die letztjährigen Entwicklungen der Plattform eingegangen, wie Monefit SmartSaver aktuell aufgestellt ist und wie ich das Produkt konkret für mich nutze.
Zudem gibt es im Artikel eine sehr ausführliche Risiko-Analyse. Was gilt es aus Anlagersicht zu beachten? Ist die versprochene Liquidität das Risiko wert? Und für wen könnte sich ein Investment bei der estnischen „Tagesgeld-Alternative“ lohnen?
Mintos: Geschäftszahlen 2025
Bei Mintos hat man zuletzt einen geprüften Jahresabschluss (KPMG Baltics; IFRS-Standard) für 2025 veröffentlicht. Wie schon im Vorjahr hat man einen Verlust von ca. 2 Mio. Euro erzielt. Zwar konnte der Umsatz um 17% auf 14,1 Mio. Euro gesteigert werden, jedoch haben sich auch die Betriebskosten weiter erhöht. Insbesondere bei den Mitarbeiterkosten (6,5 Mio. Euro; Vorjahr: 5,1 Mio. Euro) und bei den Investitionen in neue IT-Systeme (3,8 Mio. Euro; Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) sind starke Anstiege zu verzeichnen gewesen.
Das starke Wachstumstempo von Mintos spiegelt sich auch in den Bilanzkennzahlen wider. Zwar kann man mit dem operativen Geschäft bereits einen positiven Cashflow generieren (1,38 Mio. Euro), allerdings sind die Investitionen in das Wachstum (3,72 Mio. Euro) noch deutlich größer.
Um die anhaltenden Verluste auszugleichen hat Mintos daher im ersten Quartal 2026 bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der weitere 2,2 Mio. Euro nachgeschossen worden sind.
Nectaro: Geschäftszahlen 2025 | CEO Podcast 2026
Auch bei Nectaro hat man jüngst die Geschäftsergebnisse für das letzte Jahr veröffentlicht. Die Zahlen wurden von der BDO geprüft und gemäß IFRS-Standards kontrolliert. Demnach hat die lettische P2P Plattform einen Verlust von 1,42 Mio. Euro erzielt. Wie zu erwarten war verbrennt Nectaro also weiterhin viel Geld für das Wachstum. Die aufgelaufenen Verluste liegen mittlerweile schon bei 2,7 Mio. Euro.
Schnappatmung müssen Anleger, nach meiner Einschätzung, aber vorerst nicht bekommen. Die Aufgabe von Nectaro ist es in erster Linie die Finanzierungen für das Kreditgeschäft der Dyninno Fintech Holding Limited (DFHL) zu ermöglichen. Profitabilität ist zwar schön, aber auch keine Priorität im Rahmen des Geschäftsmodells.
Im Abschnitt “Going Concern” wurde kommuniziert, dass sich die Muttergesellschaft (DFHL) dazu verpflichtet die erforderliche finanzielle Unterstützung bereitzustellen und dass das Stammkapital des Unternehmens im Jahr 2026 vierteljährlich bis auf das erforderliche Kapitalniveau erhöht werde, um die operative Verlustphase zu finanzieren. Die Note 24 bestätigt, dass das Stammkapital nach dem Bilanzstichtag bereits auf 3,62 Mio. Euro erhöht wurde (Anstieg von 350.000 Euro). Das verdeutlicht, dass die Muttergesellschaft ihre Zusagen auch umsetzt.
Zur Frage wie es 2026 bei Nectaro weitergehen wird, habe ich mich kürzlich mit CEO Sigita Kotlere ausgetauscht. Wir haben über neue Anlageklassen gesprochen, warum ein Sekundärmarkt jetzt doch wieder eine Option für 2026 ist und wie der Ausblick für die bestehenden als auch die neuen Kreditgeber auf dem lettischen Marktplatz aussieht.
TWINO: Geschäftszahlen 2025
Auch bei TWINO hat man zuletzt einen von der BDO Assurance erstellten Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht, der gemäß IFRS-Standards geprüft worden ist. Demnach konnte man 2025 einen Gewinn von 92.309 Euro erzielen (2024: 362.385 Euro). Der Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf die rückläufigen Provisionserträge zurückzuführen (–14%), bei gleichzeitig steigenden Marketing-Ausgaben (+192 %) und IT-Kosten (+51%).
Durch den Gewinnrückgang hat sich die Eigenkapitalrendite von 3,6% auf nur noch 0,9% verringert. Die Eigenkapitalquote ist mit 87,5% hingegen außergewöhnlich hoch. TWINO ist demnach kaum auf Fremdkapital angewiesen und finanziell sehr unabhängig. Bestätigt wird das durch einen Verschuldungsgrad von 0,14.
Die Liquiditätsquote ist mit 5,21 ebenfalls sehr komfortabel. Das Umlaufvermögen übersteigt die kurzfristigen Verbindlichkeiten um das Fünffache, weshalb eine Insolvenzgefahr praktisch ausgeschlossen ist. Insgesamt kann die Bilanzstruktur als konservativ und gesund bewertet werden.
Debitum: Geschäftszahlen 2025 | LFDF-Artikel
Auch Debitum hat einen von der BDO Assurance erstellten Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht, der gemäß IFRS-Standards kontrolliert worden ist. Demnach habe man im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn von 507.000 Euro erzielen können. Der lettische P2P Marktplatz ist dadurch bereits das zweite Jahr in Serie profitabel gewesen.
Die Bilanz hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verbessert. Die Gesamtkapitalrendite liegt mit 10,2% in einem sehr starken Bereich, ebenso wie die Eigenkapitalquote mit 70,3%. Zudem ist auch der Verschuldungsgrad (0,42) bereits das dritte Jahr in Serie gesunken. Ebenfalls positiv: Das Unternehmen hat sich von den kumulierten Altverlusten der Vergangenheit erholt. Der Gewinnvortrag lag zum Jahresabschluss 2025 bei 55.267 Euro.
Ein großes Thema sind in den letzten Wochen die schwerwiegenden Vorwürfe gegenüber dem Latvian Forest Development Fund gewesen, dem mit Abstand größten Kreditgeber auf Debitum. Unter anderem ging es um überhöhte Preisaufschläge durch verbundene Insider-Unternehmen, eine unerklärte Inventarlücke von 24,6 Mio. Euro sowie fehlerhafte Offenlegungen in Jahresberichten.
In meinem aktualisierten LFDF-Artikel gibt es jetzt eine strukturierte Aufarbeitung und Einordnung aller zentralen Kritikpunkte: Was genau wird dem LFDF vorgeworfen, wie hat Debitum öffentlich und auf meine direkten Nachfragen geantwortet und wie ist der Sachverhalt aus Anlegersicht zu bewerten?
Zudem gibt es eine Auswertung der ungeprüften Geschäftszahlen für 2025, eine neue Erkenntnis zu den Käufern der Schlagrechte und welche persönlichen Konsequenzen ich aus der aktuellen Informationslage gezogen habe.
Esketit: Interview mit Gründer Matiss Ansviesulis
Esketit hat ein schweres Jahr hinter sich. Etablierte Kreditgeber haben sich verabschiedet, neues Management, ein verunglückter Standortwechsel nach Kroatien, eingeschränkte Liquidität für Investoren und insgesamt eine mehr als unbefriedigende Kommunikationspolitik. Dass der Esketit-Gründer Matiss Ansviesulis einem Interview zugestimmt hat, wo diese Themen angesprochen und aufgearbeitet werden konnten, ist als ein positives Signal zu werten.
Matiss, den ich über die Jahre hinweg häufig für seinen Klartext geschätzt habe, hat auch im aktuellen Interview nicht enttäuscht. Er sprach offen über die Fehler seitens Esketit im Prozess des Standortwechsels, Überlegungen zur Lizenzierung in Lettland, die Geschäftsaktivitäten im Nahen Osten, Kooperationen mit externen Kreditgebern sowie über die zukünftige Vision von Esketit.
Hi, ich bin Denny! Auf diesem Blog, den ich im Januar 2019 gestartet habe, helfe ich Investoren dabei kluge und gut informierte Investitionsentscheidungen im Bereich der Geldanlage P2P Kredite zu treffen. Dafür beschäftige ich mich ausführlich mit den tagesaktuellen Geschäftsentwicklungen und dem übergeordneten Rendite- und Risikoprofil der einzelnen P2P Plattformen.
Mein Bestseller „Geldanlage P2P Kredite“ gilt in Fachkreisen als das beste deutschsprachige Finanzbuch zum gleichnamigen Thema.

