P2P Kredite Monatsrückblick – Februar 2021

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Im P2P Kredite Monatsrückblick – dieses Mal für Februar 2021 – schaue ich wie gewohnt auf die Einnahmen und Transaktionen in meinem P2P Portfolio zurück und beleuchte zudem die wichtigsten Entwicklungen und Updates der einzelnen P2P Plattformen.

In diesem Monatsrückblick geht es unter anderem um

  • den Aufschwung des finnischen Kreditnehmermarkts bei Bondora,
  • die historische Performance bei Mintos,
  • die Ziele von EstateGuru für das Jahr 2021,
  • oder auch die Umstrukturierung des SIA TWINO Mutterkonzerns.

Viel Spaß!

Bitte beachte, dass es sich hierbei um keine Anlageberatung handelt. Auf diesem Blog schreibe ich lediglich über meine persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen, weshalb ich keine Garantie für die Richtigkeit der Informationen oder für zukünftige Entwicklungen einer P2P Plattform übernehmen kann. Mehr dazu im Haftungsausschluss.

Mein P2P Portfolio im Februar 2021

Zunächst eine Übersicht, wie sich mein P2P Portfolio im Monat Februar 2021 entwickelt hat.

Einnahmen

Im Januar 2021 konnte ich Zinseinnahmen in Höhe von 37,19 Euro verzeichnen. Das bedeutet den zweitniedrigsten Wert seit ich angefangen habe im Oktober 2017 in P2P Kredite zu investieren.

Im Kern ist der Einnahmen-Rückgang auf zwei Ursachen zurückzuführen:

  1. Der seit ca. einem Jahr vorangetriebene Abbau größerer P2P Investments (Mintos und NEO Finance)
  2. Meine negativ erhaltenen Nettozinsen bei Bondora Portfolio Pro (-126,18 Euro; negativer Bestwert)

Wer überlegt bei Bondora zu investieren, der sollte aus meiner Sicht bevorzugt auf Bondora Go & Grow zurückgreifen, sofern es denn zur übergeordneten Anlagestrategie passt.

Transaktionen

Im Februar 2021 habe ich 1.000 Euro von den Rückflüssen bei Bondora Portfolio Pro abgezogen und anschließend bei der estnischen Immobilienplattform EstateGuru angelegt. Damit ist EstateGuru, nach Bondora Go & Grow, jetzt die zweitgrößte aktive Position in meinem P2P Portfolio.

P2P Portfolio

Der Wert meines P2P Portfolios hat sich von 34.346 Euro auf 34.398 Euro erhöht. Perspektivisch gehe ich davon aus, dass sich dieser Wert in den nächsten Monaten ungefähr halten oder leicht erhöhen wird.


Bondora

Bondora (5 EUR Bonus) hat im Februar 2021 ein Kreditvolumen in Höhe von 6,46 Mio. Euro finanziert. Damit ist es der vierte Monat in Folge, in dem sich dieser Wert in einem Bereich zwischen sechs und sieben Millionen Euro befindet. Insofern scheint sich der Aufwärtstrend bei Bondora langsam aber stetig zu stabilisieren. Gleichzeitig ist man aber immer noch ein gutes Stück vom Vor-Corona Niveau und den Zahlen von 2019 entfernt.

Auffällig ist bei den Statistiken, dass Bondora scheinbar deutlich mehr Zuversicht beim finnischen Kreditnehmermarkt empfindet. Nachdem man im November wieder angefangen hat Kredite in Skandinavien zu finanzieren, ist der Anteil beim Gesamtvolumen von Monat zu Monat gestiegen.

Sind es im Januar noch 666.000 Euro gewesen, waren es im Februar bereits 1,3 Mio. Euro. Das entspricht nicht nur einer Verdopplung zum Vormonat, sondern macht auch einen Anteil von 20,14% vom Gesamtvolumen aus.

Zudem hat Bondora bei der Schuldeneintreibung erstmals mehr als 70.000 Kredite, mit einem Wert von knapp 750.000 Euro zurückgewonnen. Bei meinen Portfolio Pro Krediten hat sich das jedoch leider nicht bemerkbar gemacht. Hier wurden 187,57 Euro an Krediten im letzten Monat abgeschrieben, was zu negativen Nettozinsen in Höhe von 126,18 Euro geführt hat.


Mintos

Mintos hat im Februar 2021 den Meilenstein von 6 Mrd. Euro an finanzierten Krediten erreicht. Dazu gab es aber noch jede Menge weitere an interessanten Neuigkeiten. Zum Beispiel:


6 Kreditgeber verlassen den Mintos Marktplatz

Insgesamt sechs Kreditgeber haben im Februar den Mintos Marktplatz verlassen. Dazu gehören: Stik Credit aus Bulgarien, Finko Georgien, BB Finance aus Finnland, die ITF Group aus Bulgarien, Aasa aus Schweden und Capitalia aus Lettland. Technisch gesehen haben einige Kreditgeber bereits im letzten Jahr die Kooperation mit Mintos beendet. Nun ist es jedoch auch von Mintos offiziell verkündet worden.

Bis auf Capitalia, die weiterhin darum bemüht sind die ausstehenden Kredite zurückzuzahlen, haben die anderen Kreditgeber ihre Rückzahlungsverpflichtungen soweit erfüllt. Was die genauen Gründe für die Auflösungen der Kooperationen sind, darüber kann man nur spekulieren. In den Erklärungen auf dem Mintos Blog erfährt man dazu, abseits der gängigen Marketing-Floskeln, relativ wenig.

Fakt ist, dass sich das Feld an Kreditgebern zunehmend ausdünnt und damit der Grad an Diversifikationsmöglichkeiten weiter verringert. In den Beweggründen zu meinem Mintos Exit 2021 bin ich unter anderem darauf eingegangen, dass mir momentan solide und von Mintos unabhängige Kreditgeber auf dem Marktplatz fehlen. Scheinbar ist es für viele Kreditgeber mittlerweile einfacher sich andere Finanzierungsquellen zu erschließen. Zum Beispiel, indem man sich eigene P2P Plattformen aufbaut (siehe Kviku Finance, Lendermarket oder Moncera) und den Mittelsmann außen vorlässt.


Historische Rendite auf Mintos

Ein weiterer Kritikpunkt ist bei meinem Mintos Exit gewesen, dass die tatsächliche Performance, aufgrund von noch nicht berücksichtigten Abschreibungen ausgefallener Kredite, stark verwässert wird. Mintos hat diesbezüglich reagiert, indem man im Februar eine Seite mit der historischen Performance des P2P Marktplatzes veröffentlicht hat. Die Kernaussage: Wer langfristig bei Mintos investiert, der wird auch mit einer guten Rendite belohnt werden – trotz temporärer Rückschläge wie im Jahr 2020.

Ein durchaus kluger Move von Mintos, der im Ansatz sicherlich auch seine Berechtigung hat.

Wer also rein zahlengetrieben anlegt und langfristig (bei Mintos) investiert bleiben möchte, den könnten die Zahlen – trotz aktuell ausgewiesener Nettorendite von 0,95% für das Jahr 2020 – durchaus beruhigen. Ob man allerdings Unternehmen wie Mintos mit seinem Geld unterstützen möchte, steht auf einem anderen Blatt Papier und sollte jeder für sich entscheiden.


EstateGuru

EstateGuru (0,5% Cashback) hat im Februar 2021, nachdem man zuletzt Monat für Monat neue Rekordwerte beim Kreditvolumen und dem Investorenwachstum erzielt hat, wieder etwas durchgeschnauft. Am Ende sind dennoch gut 10,8 Mio. Euro an Krediten hängengeblieben, was immerhin noch ca. 1,5 Mio. Euro mehr sind als noch im Vorjahresmonat.

Was die Neuigkeiten bei EstateGuru angeht, so hat man im letzten Monat einige aufschlussreiche Zahlen mit seiner Community zu der Unternehmensentwicklung geteilt. Sowohl rückblickend für das Jahr 2020 als im Hinblick auf die Ziele für 2021. Dazu zwei Beispiele:

  1. Akquise neuer Investoren: 2020 sind 31.038 neue Privatanleger auf der Immobilienplattform hinzugekommen. Für 2021 liegt das Ziel hingegen bei 46.000 neuen Investoren. Das entspricht einer angepeilten Steigerung um ca. 50%.
  2. Finanziertes Kreditvolumen: Hier hat sich das Unternehmen die Messlatte auf 240 Mio. Euro für das Jahr 2021 gelegt. Zum Vergleich: 2020 konnte man, nach einem starken Wachstumsanstieg im zweiten Halbjahr, stolze 120,2 Mio. Euro an Krediten finanzieren. Das bedeutet also, dass EstateGuru hier ein Verdopplung zum Vorjahr anstrebt. Statistisch betrachtet müsste man dafür jeden Monat 20 Mio. Euro an Krediten finanzieren. Nach den ersten zwei Monaten des Jahres, liegt man also ca. 17 Mio. Euro hinter dem durchschnittlichen Target.

Weitere Ziele umfassen den Erhalt einer europäischen Crowdfunding-Lizenz im Jahr 2021, den Ausbau des Teams in sämtlichen Bereichen (Sales, IT, Produktentwicklung) und weiterhin hohe und stabile Rückgewinnungsquoten.


Debitum Network

Bei Debitum Network (25 EUR Bonus) werden die Weichen aktuell ganz klar in Richtung Regulierung als Investment Brokerage Firm gestellt. Nachdem man im Januar 2021 seine operativen Tätigkeiten bereits auf die neu gegründete Gesellschaft „SIA DN Operator“ umgestellt hat, wurde jetzt im Februar 2021 auch ein obligatorisch von den Investoren auszufüllender Fragebogen bereitgestellt. Dieser umfasst mehrere Fragen, mit denen das Finanz-Wissen der Privatanleger abgefragt wird. Das Ausfüllen ist eine notwendige Bedingung für Investoren, sofern diese nach dem erfolgreichen Lizensierungsprozess weiter bei Debitum Network investieren wollen.

Im großen Debitum Network Interview 2021, hat das Unternehmen sich unter anderem auch zur Thematik der Regulierung geäußert und was sich dadurch konkret für die Plattform aber auch für uns als Investoren verändern wird. Aktuell gehe man davon aus, dass man zu den ersten Unternehmen gehören werde, welche die IBF-Lizenz erhalten werden.

Was das Kreditvolumen angeht, so konnte Debitum im Februar 2021 knapp 1,45 Mio. Euro an Krediten finanzieren. Dieser Wert liegt damit leicht über dem Ergebnis vom Vormonat und pendelt sich insgesamt in dem Niveau des letzten halben Jahres ein.


VIAINVEST

Stabilität ist ein häufig verwendetes Synonym, wenn man von der lettischen P2P Plattform VIAINVEST (10 Euro Bonus) spricht. Genau diese Stabilität zeigt sich auch durchgehend bei der Betrachtung des finanzierten Kreditvolumens. In den letzten zwölf Monaten lag dieses nämlich stets in einem Bereich von 3,8 bis 4,5 Mio. Euro – also einem Korridor von ca. 700.000 Euro.

Da sich der gute Ruf und die Zuverlässigkeit des Unternehmens mittlerweile herumgesprochen hat, sind zunehmende Cash-Drag Situationen die Folge. Wann VIAINVEST denn Schalter umlegen und auf Wachstum umschalten wird, ist momentan noch nicht abzusehen.

Persönlich habe im Februar den lange von euch erwarteten VIAINVEST Deep Dive veröffentlicht. In diesem ging es unter anderem um den Eigentümerwechsel bei der VIA SMS Group, mögliche Interessenskonflikte bei Kreditprojekten, den zukünftigen Fokus auf VIALET, Dividendenausschüttungen, Entwicklungen und Auffälligkeiten im Geschäftsbericht, sowie um die Performance des Kreditportfolios.

Schaut gerne nochmal in meine ausführliche Analyse rein und lasst mir auch euer Feedback dazu da. Für neue Investoren besteht zudem die Möglichkeit noch bis Ende des Monats einen 250 Euro Bonus abzugreifen. Mehr dazu am Ende des Artikels.


TWINO

TWINO (15 Euro Bonus) hat im Februar 2021 sowohl einige sichtbare als auch unsichtbare Veränderungen vorgenommen. Deutlich zu erkennen war für Investoren zum Beispiel das Makeover auf der Startseite, welche nach einigen Jahren mal wieder überarbeitet wurde ein gleich ein Stück übersichtlicher aussieht – zumindest nach meinem persönlichen Empfinden. Zudem hat man auch einige Änderungen und Updates für die TWINO App veröffentlicht.

Was den unsichtbaren, aber bei weitem nicht weniger wichtigen Teil angeht, hat TWINO im Februar 2021 die Umstrukturierung des Mutterkonzerns, der SIA TWINO, abgeschlossen. Twino hat seine Rechtsform jetzt, von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Limited Liability Company), nun hin zu einer Aktiengesellschaft (Joint Stock Company) verändert. Diese wird von nun an AS TWINO heißen und es dem Unternehmen unter anderem ermöglichen einfacher an externe Finanzierungsquellen heranzukommen. Wer bereits Investor ist, der sollte die veränderten Überweisungsdetails beachten.

Beim Kreditvolumen hat TWINO im Februar 2021, mit 13,2 Mio. Euro, einen ähnlichen Wert wie in den beiden Vorjahresmonaten erzielt. Dadurch zeigt sich zunehmend ein stabilisierender Trend, der sich seit dem Tiefststand, im April 2020, ungefähr verdoppelt hat.


Video: P2P Kredite Monatsrückblick Februar 2021

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