Interview mit Mintos CEO Martins Sulte

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Ende November 2019 traf ich Mintos CEO Martins Sulte zum Interview in Berlin. Nach meinen Besuchen in Riga (Baltikum-Reise im März und p2pconference im Juni) war es der dritte Austausch im vergangenem Jahr.

Das Gespräch fand dabei in den wework Büroräumen statt, in der Nähe vom Potsdamer Platz, wo sich aktuell ca. zehn Mitarbeiter von Mintos befinden.

Interview mit Mintos CEO Martins Sulte – November 2019

Vereinzelt werde ich die Aussagen aus dem Interview ins deutsche Übersetzen. Wenn Du das komplette und ungeschnittene Gespräch sehen möchtest, schau Dir bitte das Interview auf YouTube an. Alternativ kannst Du dir das Interview mit dem Mintos CEO auch als Podcast anhören und herunterladen.   


Hi Martins! Wir haben uns bereits gestern beim AltFi-Summit getroffen, wo Du Teil einer Panel-Diskussion gewesen bist. Das Thema lautete „Mythos oder Realität? Hat die alternative Kreditvergabe den Mainstream erreicht?“. Für diejenigen die nicht dabei sein konnten, wie bewertest Du diese Frage?

Es ist eine gute, aber auch eine sehr allgemeine Frage. Wenn man sich die alternativen Kreditgeber anschaut, dann ist das ein riesiges Feld. P2P-Kredite bilden dabei ja nur einen sehr geringen Anteil. Wir als Mintos sind ja ebenfalls ein Teil der alternativen Kreditgeber, die sich außerhalb des klassischen Bankenwesens bewegen.

Es entwickelt sich gut. Aber würde ich es auch als Mainstream bezeichnen? Nein, denn es ist immer noch ein weiter Weg zu gehen.

Auf der anderen Seite stellt sich auch die Frage nach dem Zugang für Privatanleger zu diesen Krediten. Genau hier kommen wir [Anm. Mintos] ins Spiel. Ist das Mainstream? Nein, keinesfalls! Auch hier ist es noch ein weiter Weg. Aber wir haben hier definitiv Fortschritte hin zu unserer Vision gemacht, dass der Kreditmarkt als Anlageklasse für Privatanleger geöffnet wird. Es bleibt aber noch sehr viel Arbeit vor uns.

Mehr als 200.000 Investoren und ein monatliches Kreditvolumen von über 300 Mio. Euro sind sehr ordentlich. Wie bewertest Du die äußere Wahrnehmung, dass manche Personen Mintos bereits zum Mainstream dazu zählen?

Ich kann es auf der einen Seite nachvollziehen, sehe auf der anderen Seite aber auch das Tagesgeschäft. Die alternative Kreditvergabe, rund um die Welt, ist riesig. Wir sprechen hier von Milliarden von Krediten jedes Jahr. Und P2P-Kredite sind dabei nur ein sehr geringer Teil davon.

Auch auf der Investoren-Seite klingen 200.000 Privatanleger vielleicht nach sehr viel – was uns sicherlich auch im Vergleich zu vielen direkten und indirekten Wettbewerbern hilft – aber am Ende ist immer noch ein langer Weg vor uns, bis Investoren Kredite als ein Anlageinstrument verstehen, welches einfach zu verstehen und zugänglich ist. Die Zahlen sind auch für uns aussagekräftig, wir sehen aber auch den Weg, der noch vor uns liegt.

Nimmst Du dir manchmal die Zeit um zu reflektieren, wie schnell sich Mintos in den letzten Jahren entwickelt hat? Wenn ja, wie bewertest Du diese Entwicklung?

Ich schaue definitiv zurück. Aber was ich noch viel mehr mache ist, dass ich nach vorne schaue. Was vorbei ist, ist vorbei. Natürlich blickt man zurück und schaut was funktioniert hat oder was man verbessern kann.

Aber jedes Jahr, wenn ich zurückblicke würde ich sagen, dass wir erst am Anfang stehen. Auch heute noch. Wir stehen erst am Anfang unserer Reise, bei der noch sehr viel vor uns liegt. Die Vision, an der wir arbeiten ist gigantisch und wir haben gerade erst die Oberfläche dessen angekratzt.  

Jetzt sind wir bereits am Ende des Jahres 2019 angekommen. Wenn Du auf das Jahr zurückblickst, was sind dann aus Mintos-Sicht die Highlights gewesen?

Klar, das Kalenderjahr ist bald vorbei. Wir schauen allerdings eher auf kontinuierlicher Basis nach vorne und was noch vor uns liegt. Wenn es um 2019 geht, dann war es sicherlich ein Jahr der Skalierung.

Auf der Produktseite haben wir viel Zeit investiert, um auch mit dem Wachstum mitzuhalten. Viele Transaktionen passieren dabei hinter den Kulissen. Allein um die Webseite zu stabilisieren, was viele Anleger nicht mitbekommen, müssen im Hintergrund einige Dinge getan werden.

Auch beim Kreditangebot und auf der Investorenseite haben wir 2019 stark skaliert. Ende 2018 hatten wir knapp 100.000 Investoren. Mittlerweile sind wir bei ca. 215.000 Anlegern, die in den letzten zwölf Monaten hinzugekommen sind. Beim Kreditvolumen sind wir jetzt bei vier Mrd Euro. Angefangen haben wir das Jahr bei 1,5 Mrd. Euro.

Auch unser Team ist im letzten Jahr stark gewachsen. Wir haben jetzt neue Büros in Berlin und Vilnius. Auch unser Team in Riga wächst kontinuierlich. Vor einem Jahr waren wir 60 Mitarbeiter. Jetzt stehen wir bei 165.

Von 60 auf 165 Mitarbeiter in einem Jahr klingt sehr anspruchsvoll. Was ist die größte Herausforderung, um dieses Wachstum intern zu kontrollieren?

Ich denke, dass wir uns bei Mintos sehr gut auf diese Phase des Wachstums vorbereitet haben, bevor eine große Welle an neuen Mitarbeitern hinzugekommen ist. Die Strukturen waren klar definiert und auch das Management Team stand soweit fest, um das interne Wachstum zu kontrollieren.

Einige Herausforderungen, die immer mit dem Wachstum einhergehen, sind: Wer ist für was verantwortlich? Wie sind die Kommunikationsstrukturen? Wie sieht die Struktur aus, etc.

Das Unternehmen entwickeln wir dabei ähnlich dem Produkt. Ein wiederholender Prozess bei dem wir schauen was funktioniert und was nicht.


Weitere Aussagen, besonders zur Zukunft und der Vision von Mintos, findest Du im YouTube-Video. Das Thema „Mintos 2030“ werde ich allerdings in einigen Wochen auf dem Blog veröffentlichen und dabei auch Aussagen aus dem Interview mit einfließen lassen. 


Interview mit Mintos CEO Martins Sulte – Das Video


Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

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