P2P Kredite – Monatsrückblick September 2020

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Der P2P Kredite Monatsrückblick ist zurück! Nachdem ich im Vormonat wieder angefangen habe meine Einnahmen und die wichtigsten Updates der P2P Plattformen zu bewerten und einzuordnen, folgt dieses mal der Rückblick auf den Monat September 2020.


Mein P2P Portfolio im September 2020

Hier eine Übersicht, wie sich mein P2P Portfolio im Monat September 2020 entwickelt hat.

Einnahmen

Im September 2020 konnte ich Zinseinnahmen in Höhe von 49,03 Euro verzeichnen. Das bedeutet den niedrigsten Wert seit (aufgepasst!) Oktober 2017 (8,65 Euro). Oder in anderen Worten: Nachdem ich jetzt seit genau drei Jahren in P2P Kredite investiere, sind das die zweitniedrigsten Zinseinnahmen in den letzten 36 Monaten. Nur in meinem ersten Monat EVER, in dem ich angefangen habe jeweils 2.000 Euro bei Bondora und Mintos zu investieren, hatte ich noch niedrigere Zinseinnahmen.

Auf der einen Seite hängt dieser Trend natürlich mit einer starken Reduzierung meiner P2P Investments zusammen, zum anderen drücken aber auch meine negativ erhaltenen Nettozinsen bei Bondora Portfolio Pro (-122,03 Euro, negativer Rekordwert) ordentlich ins Kontor.

Transaktionen

Im September 2020 habe ich keine Transaktionen vorgenommen. Es gab weder Ein- noch Auszahlungen.

P2P Portfolio

Der Wert meines P2P Portfolios hat sich auf 35.622 Euro erhöht (Vormonat: 35.570 Euro). Perspektivisch gehe ich aktuell davon aus, dass sich der Wert in den nächsten Monaten zwischen 30.000 und 35.000 Euro einpendeln wird.


Bondora

Bondora hat im September 2020 mit der Ankündigung überrascht, dass Investoren bis auf weiteres nur noch maximal 1.000 Euro neu via Bondora Go & Grow investieren können. Schluss also mit dem vermeintlichen „Tagesgeld-Hopping“ der Anleger, was bei Bondora wohl öfters zu einer Imbalance im Angebots-Nachfrageverhältnis geführt hat.

Nachdem jetzt das neu finanzierte Kreditvolumen in den letzten sechs Monaten nie höher als 3 Mio. Euro gewesen war, ist davon auszugehen, dass Bondora das Angebot vorerst bewusst niedrig halten will. Ein Update wie es in den aktuell pausierten Märkten in Spanien und Finnland weitergehen soll, blieb Bondora schuldig – trotz angekündigter Benachrichtigung im September.

Aber auch die Performance des Kreditportfolios kann bei dieser Entscheidung durchaus eine Rolle gespielt haben. Denn eine versprochene Go & Grow Rendite von 6,75 Prozent p.a. muss auch erstmal erwirtschaftet werden, wohingegen die Performance bei Portfolio Pro oder Portfolio Manager – wo keine Restriktion bei der Investitionssumme eingeführt wurde – für Bondora keine Rolle spielt.

Da negative Renditen oder negativ erhaltene Nettozinsen jedoch keine Seltenheit bei Langfrist-Investoren sind (siehe meine Performance bei Portfolio Pro), könnte auch dieser Faktor eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben.

Unabhängig davon bewerte ich die Entscheidung von Bondora aber als richtig und wichtig, solange man den Markt nur mit angezogener Handbremse bespielen will, ohne blind der Investorennachfrage zu folgen.


NEO Finance

NEO Finance hat im September 2020 bekannt gegeben, dass die litauische P2P Plattform zwei Kredite in Höhe von insgesamt 150.000 Euro aufgenommen hat. Die Kredite, die bereits Ende Juni 2020 ausgegeben wurden, besitzen eine Laufzeit von drei Jahren und eine Verzinsung von 7,5 Prozent. Kreditgeber ist die ERA Capital, welche gleichzeitig das Unternehmen vom Vorstandsvorsitzenden Evaldas Remeikis ist.

Das Geld soll für die Entwicklung einer neuen Crowdfunding Plattform verwendet werden, welche den Namen Finomark trägt. Da der Cashflow von NEO Finance aktuell nicht ausreicht, um die Entwicklung der im Juni 2020 gegründeten Tochtergesellschaft voranzutreiben, hat der NEO Finance Chef vorsorglich selbst ausgeholfen. Über die finanzielle Situation bei NEO Finance hatte ich erst vor kurzem berichtet.


Mintos

Mintos hat Anfang des Monats September die Umfrageergebnisse bezüglich der ausstehenden Forderungen bei Capital Service veröffentlicht. Demnach haben 94 Prozent der Investoren den inakzeptablen Vorschlag vollkommen zurecht abgelehnt. 95 Prozent haben zudem angegeben, dass sich Mintos im Interesse seiner Investoren um die weiteren Verhandlungen kümmern soll.

Zudem wurde ein neues Dashboard für den Schuldenrückgewinnungsprozess (Funds in Recovery) eingerichtet. Und siehe da: Von den knapp 1.300 Euro die sich noch im Rückforderungsprozess befinden, machen 383 Euro bei Capital Service den größten Anteil in meinem Mintos Account aus.

Fragwürdig war für mich in diesem Monat die 1% Cashback Kampagne für den türkischen Kreditgeber Wowwo, welche noch bis Ende Oktober 2020 aktiv ist. Nachdem die türkische Lira in den letzten Monaten massiv entwertet worden ist (42 Prozent Verlust gegenüber dem Euro in den letzten 12 Monaten), wird dem türkischen Autohändler sicherlich das Arschwasser bis in die Kniekehlen runtergelaufen sein. So aufrichtig leid mir das für den Kreditgeber tut (keine Ironie), so sehr wundere ich mich aber (mal wieder) über Mintos, warum man bei dieser Gefahrenlage riskiert weiteres Anlegerkapital zu verbrennen.

Wir erinnern uns: Das letzte mal als eine Cashback Kampagne bei Mintos gab, wurden Varks Kredite von der Finko Gruppe beworben. Was daraus geworden ist, kannst Du hier nachlesen.  


Debitum Network

Bei Debitum Network waren die Anpassung des Mindestanlagebetrags pro Asset (50 Euro) und die neue Grenze bei der Mindestüberweisung (500 Euro), sicherlich die prägnantesten Themen im letzten Monat.

Nach meiner Analyse und Bewertung des Themas auf YouTube bleibe ich dabei, dass die Gründe aus meiner Sicht durchaus nachvollziehbar sind. Abgesehen von manchen Formulierungen, die durchaus als suboptimal bewertet werden können, steht aus meiner Sicht die Kosten-Nutzen Debatte im Zentrum der Diskussion.

Sofern Debitum Network zu dem Schluss kommt, dass man sich mit seinen Ressourcen lieber auf wenigere und dafür größere Accounts konzentrieren möchte, ist das ein legitimer Ansatz. Und da der Fokus und die Ausweitung auf institutionelle Investoren nicht erst seit gestern auf der Agenda steht, ist dieser Schritt in seiner Entwicklung auch nachvollziehbar.

Und wie haben die Investoren reagiert, die davon betroffen gewesen sind? Hier ein paar Zahlen, die mir von Debitum zur Verfügung gestellt worden sind:

  • Die durchschnittlichen Einzahlungen pro Investor sind von 474 Euro im August, auf 611 Euro im September angestiegen (Institutionelle Investoren ausgenommen)
  • Die Absoluten Einzahlungen sind auf der Plattform von 158.000 Euro auf 294.000 Euro gestiegen
  • Das monetäre Verhältnis von Einzahlungen und Auszahlungen lag im September bei +200.000 Euro 

Eine Anmerkung noch von meiner Seite: Natürlich sind die Ergebnisse leicht verfälscht, da Investoren, die jetzt als Konsequenz ihr Geld abziehen wollen, zunächst erstmal warten müssen bis die Assets zurückbezahlt worden sind. Da es keinen Sekundärmarkt gibt, kann die Liquidierung und der Abzug des Kapitals, in der Folge ein bisschen länger dauern – im Vergleich zu den neuen Überweisungen, welche sofort sichtbar werden. 

Auf der Kreditgeberseite hat sich hingegen, trotz mehrfacher Ankündigung, in den letzten beiden Monaten doch nichts getan. Als Folge lag der Wert der neu auf Debitum eingestellten Kredite, nur bei jeweils ca. 1,14 Mio. Euro pro Monat.  


VIAINVEST

Der konservativ gewählte Wachstumskurs hat sich bei VIAINVEST auch im September 2020 fortgesetzt. Das neu finanzierte Kreditvolumen lag mit 3,8 Mio. Euro absolut im Trend der letzten Monate, welches sich in einem Bereich zwischen 3,8 Mio. Euro und 4,2 Mio. eingependelt hat.

Da es ansonsten wieder wenig zu berichten gab, habe ich die Initiative übernommen und ein Interview mit VIAINVEST über die Ereignisse und Entwicklungen in den letzten Monaten geführt.

Im Interview ging es unter anderem um die Einflüsse und Auswirkungen von Covid-19 auf das Unternehmen, die Entwicklung des Kreditgeschäfts im Jahr 2020, den Lizensierungsprozess als regulierte P2P Plattform, die Zusammenarbeit mit TWINO, die finanziellen Ergebnisse für 2019 und die Entwicklung der digitalen Bezahlplattform VIALET.

Aufbauend auf diesen Themen, folgte dann im September 2020 außerdem noch meine persönliche Einschätzung und Bewertung zur Lage bei VIAINVEST.

Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle der Hinweis sein, dass neue wie bestehende Investoren noch bis zum 15.11.2020 die Möglichkeit haben ein Investitionsguthaben von bis zu 600 Euro zu gewinnen. Die genauen Teilnahmebedingungen findest Du im Artikel zu meinen VIAINVEST Erfahrungen 2020.


EstateGuru

EstateGuru hat die aus meiner Sicht gute Entwicklung der letzten Monate auch im September 2020 bestätigt. Zum einen konnten erneut mehr als 10 Mio. Euro an Krediten vermittelt werden (10,2 Mio. Euro; Rekordwert), was das weiterhin große Vertrauen der Investoren (2.914 neu hinzugekommen; zweitbester Wert) in die Immobilienplattform widerspiegelt.

Hinzu kam die Neuigkeit, dass man jetzt auch in Finnland – dem größten Markt von EstateGuru außerhalb des Baltikums – mit einer Lizenz als Crowdfunding Betreiber arbeite. Ein Schritt, der die Ambitionen und das weitere Wachstum verdeutlicht.

Der Auswertung des aktuellen Kreditportfolios vom 03.09.2020 war zu entnehmen, dass die Ausfallquote – bei einem ausstehendem Kreditportfolio von 105,7 Mio. Euro – minimal von 5,2 Prozent auf 5,4 Prozent angestiegen ist. Dafür konnte EstateGuru allerdings den größten Rückgewinn seiner Geschichte feiern. Der Entwicklungskredit für die Miiduranna Villa, welche über ein Jahr lang ausgefallen gewesen ist, konnte mit 900.000 Euro zurückgewonnen werden.

Mein Eindruck der letzten Monate, dass EstateGuru mit großer Professionalität agiert und eine klare Idee verfolgt, hat sich bei mir weiter verfestigt. Als Konsequenz werde ich die nächsten 1.000 Euro die von Mintos zurücklaufen werden, bei EstateGuru anlegen.


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