Mintos und die Varks-Affäre: Kontrollverlust? Oder falsches Spiel?

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Vor zwei Wochen habe ich einen Artikel veröffentlicht, wo ich auf die Verstrickungen zwischen Mintos und dem armenischen Kreditgeber Varks eingegangen bin. Obwohl die Zentralbank Armeniens seit dem 25. Februar ein Ermittlungsverfahren gegen Varks eingeleitet hatte, wurden die armenischen PayDay Loans auf Mintos sehr aggressiv beworben. Seit dem 13. März mit dem neuen Produkt Forward Flow und seit dem 16. März auch mit einer zusätzlichen 2 Prozent Cashback-Kampagne.

Da Varks seit November 2019 zur Finko Group gehört, dem mit 96 Mio. Euro aktuell größten Kreditgeber auf Mintos, passte auch die Ankündigung am 20. März, über die scheinbar positiven Zahlen des Konzerns, sehr gut ins Bild.

Der am 24. März dann bekannt gegebene Lizenzentzug von Varks, lässt seitdem viele Fragen offen.

Auf Seiten von Varks, hat sich der Finko Group CEO Janis Pizics bereits zwei Mal auf dem Mintos Blog zu den Vorfällen geäußert [Teil 1 | Teil 2]. Die Entscheidung der Zentralbank Armeniens sei demnach nicht nachzuvollziehen, da man positive Bilanzen hätte und man sich Gesprächsbereit für mögliche Lösungen gezeigt habe. Gemäß den gesetzlichen Vorschriften, werde man nun die ausstehenden Rückzahlungen der Kreditnehmer an die Mintos Investoren, ab Mitte April wieder aufnehmen können.

According to the estimates in the liquidation plan approved by the CBA, it is expected that Varks will be able to resume the transfer of borrowers’ repayments to investors on Mintos in the middle of April 2020.

Von der Finko Gruppen-Garantie, welche zuvor zwei Mal als Sicherheit für die Investoren angepriesen wurde, war in beiden Statements übrigens keine Rede.

Auch die Rolle von Mintos muss in diesem Zusammenhang sehr stark hinterfragt werden.

  • Wusste das Unternehmen über die Vorkommnisse bei Varks Bescheid?
  • Sind der Forward Flow und die Cashback-Aktion bewusst gelenkte Kampagnen gewesen, mit denen man das Kapital der Investoren unnötig gefährdet hat?
  • Und welchen Einfluss können die überschneidenden Besitzverhältnisse bei der Mintos Holding und der Finko Group gehabt haben, deren Begünstigter am Ende die gleiche Person ist?

Seit dem letzten Beitrag habe ich zu diesem Thema weiter recherchiert. Heute möchte ich meine Ergebnisse präsentieren und euch zeigen, wie Mintos auf meine Fragen reagiert hat, wie sich die lettische Regulierungsbehörde zu den Vorfällen geäußert hat und was ich beim Varks Geschäftsbericht für 2018 entdeckt habe, was die Glaubwürdigkeit von Mintos sehr stark hinterfragt.


Reaktionen vom Mintos CEO auf die Varks-Affäre

Zum letzten Mintos-Video bin ich den Kommentaren darauf angesprochen worden, warum ich nicht auch Mintos zu den Vorfällen bei Varks befragt hätte. Ein guter Punkt, da somit allen Parteien die Möglichkeit zur Erklärung gegeben wird. Allerdings habe ich mir davon nicht wirklich viel versprochen und letztlich sehe ich mich jetzt, nachdem ich die Antworten des Mintos CEOs bekommen habe, darin auch bestätigt.

Auf die Frage, ob Mintos von den seit Ende Februar stattfindenden Ermittlungen bei Varks gewusst habe, kam ein klares Nein als Antwort zurück. Man wusste nichts von den Ermittlungen und zudem befänden sich Kreditgeber permanent in Diskussionen mit den Regulierungsbehörden.

“We were not aware of any ongoing investigation. Loan originators have ongoing discussions with regulators about various topics all the time.”

Das mag aus meiner Sicht zwar durchaus stimmen, deutet aber dennoch auf eine gewisse Unzulässigkeit bei der Kontrolle und Überwachung der Kreditgeber hin. Eine Annahme, die sich auch in den nächsten Antworten widerspiegelt.

Denn als zweites wollte ich wissen, warum man sich ausgerechnet für Varks Kredite beim Forward Flow entschieden und welche Aspekte Mintos dabei berücksichtigt habe.

Die Antwort: Man betrachte den Forward Flow genauso wie auch andere Kredite. Sollten Probleme erkannt werden, verbiete man einfach den Zugang zum Marktplatz, so wie jüngst bei AlexCredit am 28. März geschehen.

“We look at offering Forward Flow the same as at offering regular loans. If we see any issues then we don’t allow posting new loans (see e.g. Alexcredit case)”

Dass der Mintos CEO den ukrainischen Kreditgeber AlexCredit anführt, ist aus meiner Sicht sehr bezeichnend. Deren Kredite wurden nämlich vorübergehend ausgesetzt, weil das Unternehmen es am 18. und 25. März verpasst habe, überfällige Kreditrückzahlungen an die Investoren zu leisten. Die Reaktion an sich finde ich zwar gut und richtig, es zeigt aber auch, dass Mintos eine ungenügende Überwachung besitzt, um solche Szenarien auch frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu reagieren.

Abschließend wollte ich noch erfahren, ob Mintos nochmal eine zusätzliche Due Diligence durchführe, bevor man Cashback-Kampagnen mit einzelnen Kreditgebern durchführe.

Auch hier war die Antwort kurz und bündig, nämlich dass man den üblichen Überwachungsmechanismen folge.

“We follow our usual monitoring guidelines.”

Schreibt mir gerne mal in die Kommentare, wie ihr die Reaktionen interpretiert. Aus meiner Sicht zeigt das ziemlich deutlich, dass die Überwachung und Kontrolle der Kreditgeber nur ziemlich nachlässig funktioniert und einem Unternehmen mit diesen Ansprüchen nicht gerecht wird.

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Reaktionen der lettischen Regulierungsbehörde FCMC

Auch von der lettischen Regulierungsbehörde, der Financial and Capital Market Commission – kurz FCMC – wollte ich wissen, wie man die Vorfälle bei Mintos wahrgenommen hat und ob dies auch einen Einfluss auf den Lizensierungsprozess haben werde.

Wie in der letzten Woche bekannt wurde, bemüht sich Mintos nun aktiv um den Erwerb einer Lizenz als Investmentgesellschaft, wodurch man der regulatorischen Aufsicht dieser Behörde unterliegen würde.

Die Behörde antwortete, angesprochen auf die Varks-Affäre bei Mintos, dass man über die Entscheidung der Zentralbank Armeniens informiert wurde und im Bilde sei, es sich bei Varks jedoch nicht um ein Unternehmen der Mintos Holding handle.

“The Commission has been informed of decision of the Central Bank of Armenia on Varks AM UCO CJSC. According to the information available Varks AM UCO CJSC is not a Mintos group company.”

Technisch gesehen ist diese Antwort zwar richtig, jedoch sollte aus meiner Sicht auch der Interessenskonflikt zwischen den Inhabern der Finko Group und der Mintos Holding berücksichtigt werden, da es sich bei dem Begünstigten schlussendlich um die gleiche Person handelt. Nach meinem Empfinden spielt es demnach durchaus eine wichtige Rolle, welche Verbindungen zwischen den einzelnen Unternehmen bestehen, auch wenn sich diese nicht unter dem gleichen Dach befinden.

Auf meine Nachfrage wie die Behörde diesen Zusammenhang bewerte, habe ich leider keine Antwort mehr erhalten.

Für mich ist damit, ohne die Autorität der Regulierungsbehörde zu untergraben, fraglich, wie eine Kontrolle der Mintos Geschäftstätigkeiten genau ablaufen soll.

  • Verlässt man sich dabei ausschließlich auf die Aussagen und Dokumente von Mintos?
  • Gibt es eine unabhängige Recherche, welche versucht solchen Themen nachzugehen?

Offen gesagt, entstehen für mich dadurch nur noch mehr offene und ungeklärte Fragen.

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Der Varks Geschäftsbericht für 2018

Neben den vielen offenen Fragen und den für mich auch unbefriedigenden Antworten, war die Analyse des Varks Geschäftsberichts für 2018, der mit Abstand größte Augenöffner!

Die Zahlen sind zwar schon etwas älter, da die Ergebnisse für 2019 erst in ein paar Wochen erwartet werden, dennoch lassen die Zahlen und Informationen sehr tief blicken, wie das Konstrukt bei Varks funktioniert und dass die enge Verflechtung zu Mintos stark hinterfragt werden sollte.

Bevor ich auf die fünf Punkte eingehe, welche für mich am relevantesten waren, noch ein paar kurze Hinweise:

  1. Der Varks Geschäftsbericht für 2018, wurde am 26. April 2019 durch einen Wirtschaftsprüfer von KPMG unterzeichnet.
  2. Ich kein gelernter Finanzanalyst und musste mir daher viele Definitionen und Zusammenhänge selbst beibringen. Unabhängig davon hatte ich jedoch auch die großartige Unterstützung mehrere Personen, die mir bei der Recherche geholfen haben. Dennoch sei gesagt, dass es sich hierbei nur um meine persönlichen Interpretationen handelt.
  3. Mintos selbst hat den Finanzbericht auch auf seiner Webseite als Download zur Verfügung gestellt. Bitte schaut euch die Zahlen und Ergebnisse selbst an, um die Gültigkeit der Aussagen für euch zu überprüfen.

1 – Organisationsstruktur und Besitzverhältnisse

Dem Abschnitt Organisationsstruktur und Besitzverhältnisse kann man entnehmen, dass Varks – die Gesellschaft heißt übrigens Varks AM Universal Credit Organization CJSC – zu 100 Prozent der Finco Invest SIA gehört. Beziehungsweise gehörte.

Denn wie ich herausgefunden habe, hat sich dieses Unternehmen am 6. Dezember 2019 aufgelöst und stattdessen in zwei neue Gesellschaften aufgeteilt: Ein Teil des Unternehmens ging in die Finco Group AS über, also den Mutterkonzern, der andere Teil läuft unter der TIG Invest AS weiter.

Beide Gesellschaften befinden sich seit August 2019 im alleinigen Besitz eines alten Bekannten – nämlich Aigars Kesenfelds, einem von wohl vier Mintos Inhabern.

Über die Gründe der Aufteilung kann ich nur spekulieren, vermute aber, dass man Varks als eine Art „Risk Asset“ weiter ausgliedern wollte.


2 – Entleihungen an verbundene Parteien

Der aus meiner Sicht größte Knackpunkt im gesamten Geschäftsbericht, ist der Wert „Borrowings given to related parties“, den ich hier mal als Entleihungen an verbundene Parteien übersetzt habe.

Nach IFRS-Definition bedeutet dieser Wert, dass es sich dabei um eine Person oder ein Unternehmen handelt, dass mit dem berichtenden Unternehmen verbunden ist. Genauer: Eine Person oder ein nahe stehendes Familienmitglied dieser Person, ist dann mit dem berichtenden Unternehmen verbunden, wenn diese Person Kontrolle, gemeinsame Kontrolle oder einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen besitzt oder Mitglied in einer Schlüsselposition des Managements ist.

“A related party is a person or an entity that is related to the reporting entity: A person or a close member of that person’s family is related to a reporting entity if that person has control, joint control, or significant influence over the entity or is a member of its key management personnel.”

Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass dieser Posten im Zusammenhang mit der Finko Group steht, beziehungsweise mit Aigars Kesenfelds, da dieser der letztliche Besitzer des Unternehmens ist.

Nach mehreren Meinungen, die ich dazu gehört habe, dürfte dieser Wert normalerweise nicht als Teil der Vermögensbilanz auftauchen, da Bilanzen somit beliebig geschönt werden können. Daher ist auch der Hinweis so wichtig, dass es sich dabei um eine dem Unternehmen nahe stehende Personen oder Gesellschaft handelt.

Wahrscheinlich, so meine Theorie, hat Varks hierbei einen Vertrag mit einer weiteren Gesellschaft aus der Finko Gruppe abgeschlossen und hierbei Forderungen übertragen, damit als Konsequenz kein negatives Eigenkapital in der Bilanz stehen bleibt. In diesem Fall wären das, nach Abzug dieses Postens, nämlich -2,36 Mrd. AMD (-4,36 Mio. Euro) gewesen, anstatt der im Bericht präsentierten 1,93 Mrd. AMD (3,57 Mio. Euro).

Im Grunde genommen bedeutet dieser Wert nichts anderes, als dass ein Vertrag innerhalb eines großen Konzerns geschlossen wurde, um die Zahlen im Varks Bericht zu schönen. Aber es geht noch weiter.


3 – Starke Abhängigkeit von Mintos beim Kreditgeschäft

Auch die Nähe und Abhängigkeit von Varks zu Mintos, wird im Finanzbericht sehr deutlich. Der Bilanz ist zu entnehmen, dass Varks Ende 2018, 8,72 Mrd. AMD (16,11 Mio. Euro) an Kreditforderungen beim Vermögen aufgeführt hat. Auf der Seite der Verbindlichkeiten sehen wir hingegen Kredite und Entleihungen im Wert von 10,82 Mrd. AMD (19,98 Mio. Euro).

Ein Blick auf die Struktur dieses Postens verrät, dass davon 8,29 Mrd. AMD (15,3 Mio. Euro) auf besicherte Kredite von anderen Unternehmen zurückzuführen sind. Dabei kann es sich eigentlich nur um die Kredite handeln, welche Investoren via Mintos finanziert haben.

Setzt man nun das ausstehende Kreditportfolio auf der Vermögensseite mit diesem Wert in Korrelation, bedeutet das, dass allein 95 Prozent des Netto-Kreditportfolios von Minos Investoren finanziert worden sind.


4 – Dividende

Auch über die 1,72 Mrd. AMD (3,19 Mio. Euro) große Dividende, welche sich das Unternehmen 2018 ausbezahlt hat, sollte gesprochen werden. Dieser Betrag wurde den Gesellschaftern nicht direkt ausgezahlt, sondern über die Kreditbilanz der Gesellschafter abgerechnet. Das Kreditvolumen der Bilanz wäre also ursprünglich um diesen Betrag größer gewesen.

Wenn man nun davon ausgeht, dass der zusammenaddierte Betrag aus Bilanzgewinn und Eigenkapital, weniger wert ist als die Entleihungen an verbundene Parteien, bedeutet das auch, dass die Dividende nicht durch erwirtschaftetes oder eigenes Geld bezahlt wurde, sondern aus den Schulden des Unternehmens. Was wiederum nichts anderes wäre als das Geld der Mintos Investoren.

Aus meiner Sicht sieht es so aus als sei Varks, mehr oder weniger, allein auf dem Geld der Mintos Investoren aufgebaut worden, während Varks diese Schulden als seine Gewinne verbuchen lässt und oder an andere Gesellschaften des Konzerns weiterleitet.


5 – Gebrochene Schuldenklauseln mit Mintos

Auch dieser fünfte und letzte Punkt, hat es in sich. Denn wie sich im Finanzbericht auf Seite 42 herausstellt, besitzt Varks sogar eine Art Schuldenvertrag – einen debt covenent – mit Mintos. Gemäß den Bedingungen dieser Vereinbarung, darf Varks ab dem 31.12.2018, und zum Ende jedes folgenden Quartals, keine Eigenkapitalquote von unter 20 Prozent haben und kein Cash-Buffer Verhältnis von unter 5 Prozent.

“As at 31 December 2018, the Organization had secured loans from other entities amounting to AMD 8.286.674 xxx with a contractual maturity less than 1 month. According to the terms of the agreement, the Organization is subject to a debt covenant stating that starting from 31 December 2018 at the end of the each quarter the equity to assets ratio cannot fall below 20% and cash buffer ratio should not fall below 5%“

Gegen beide Vorgaben hat Varks, mit einer Eigenkapitalquote von 13,76 Prozent und einer Cash-Buffer Ratio von 1,33 Prozent, deutlich verstoßen.

Daraufhin hat das Varks Management am 23. April 2019 eine Verzichtserklärung vom Kreditgeber erhalten, also von Mintos, aus der hervorgeht, dass man über die Nichteinhaltung zum 31.12.2018 und zum 31.03.2019 hinweg sieht.

“As of 31 December 2018 the Organization was in breach of these covenants. Management obtained a waiver on 23 April 2019 stating that the lender has waived the Organizations failure to comply with the above mentioned covenants at 31 December 2018 and 31 March 2019.”

Wahrscheinlich war das auch eine notwendige Bedingung gewesen, ohne welche KPMG den Geschäftsbericht nicht unterzeichnet hätte.

Dass Mintos also, wohl wissend um die finanzielle Situation bei Varks, den Kreditgeber bis zuletzt noch mit einem B+ Rating geführt hat, zeigt aus meiner Sicht wie unglaubwürdig, verlogen und überflüssig die Aussagekraft des Mintos internen Kreditgeber-Ratings doch ist.

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Die Varks-Affäre bei Mintos – Mein Fazit

Abschließend nochmal die aus meiner Sicht wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

  1. Wie schon in der Vergangenheit mehrmals bewiesen, scheint Mintos nur ein sehr reaktives Risikomanagement bei den Kreditgebern zu besitzen. Ob das einem Marktplatz dieser Größenordnung angemessen und würdig ist, sollte hinterfragt werden.
  2. Beim armenischen Kreditgeber Varks sind 95 Prozent des Kreditportfolios, im Jahr 2018, allein durch die Investoren von Mintos finanziert worden.
  3. Varks hat gegen mehrere Bedingungen eines von Mintos auferlegten Schuldenvertrags verstoßen und wurde dennoch als einer der besten Kreditgeber des Marktplatzes beworben.
  4. Varks nutzt kreatives Accounting, um das negative Eigenkapital des Unternehmens zu verstecken und gleichzeitig werden Dividenden in der Bilanz verrechnet, welche nicht aus dem operativen Gewinn entstammen.
  5. Die Besitzverhältnisse bei Mintos, Varks und der Finko Group, bedeuten starke Interessenskonflikte, wodurch die Glaubwürdigkeit deutlich hinterfragt werden muss.

Durch diese ganze Varks-Affäre zeigt sich für mich zunehmend, dass man Mintos nicht mehr nur in der passiven und unschuldigen Rolle als P2P Marktplatz sehen sollte. So blind, wie sich das Unternehmen manchmal beim Risikomanagement der Kreditgeber gibt, ist Mintos bei weitem nicht. Das Unternehmen wusste über die Situation bei Varks sehr genau Bescheid, hat besseren Wissens aber dennoch nicht eingegriffen und somit erneut auf unnötige Art und Weise das Kapital der Investoren gefährdet.

Selbst wenn Mintos jetzt alle Vorgaben einer Regulierung erfüllen und weitere Maßnahmen zum Schutz der Investoren etablieren sollte, stellt sich aus meiner Sicht zunehmend die Vertrauensfrage und ob man sein Geld hier noch guten Gewissens anlegen sollte.


Die Varks-Affäre bei Mintos als Video-Zusammenfassung


Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

4 Kommentare

  1. Danke für den ausführlichen Beitrag. Nach Grupeer nun Mintos. Sollte man auch da vorsichtshalber alles Geld abziehen oder ist das weniger dramatisch, als bei Grupeer?

    1. Hi Martin,
      ich würde beide P2P Plattformen nicht auf eine Stufe stellen. Aber ich meine bei Mintos durchaus ein Verhalten zu erkennen, dass ich persönlich als Investor nicht bereit bin zu tolerieren. Ob es deshalb auch ein schlechtes Investment sei, steht auf einem anderen Blatt Papier. Die Frage, wie man jetzt reagieren sollte, kann sich nur jeder selbst beantworten.
      VG,
      Denny

  2. Borrowings to related parties
    „Nach mehreren Meinungen, die ich dazu gehört habe, dürfte dieser Wert normalerweise nicht als Teil der Vermögensbilanz auftauchen, da Bilanzen somit beliebig geschönt werden können. Daher ist auch der Hinweis so wichtig, dass es sich dabei um eine dem Unternehmen nahe stehende Personen oder Gesellschaft handelt.“

    Diese Aussage widerspricht gängigen Bilanzierungsanforderungen. Für den Kredit muss ein anderer Vermögenswert (normalerweise Cash) an das verbundene Unternehmen bzw. verbundene Person geflossen sein. Entsprechend hat dies nichts mit „Bilanzverschönerung“ zu tun. Solche Positionen sind an sich nichts Besonderes.

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