Portfolio Update 06/2024: €97.238 in P2P Kredite

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Das P2P Kredite Portfolio Update gehört seit Januar 2019 zu den regelmäßigen Formaten auf meinem Blog. Hier bekommen Investoren monatlich einen transparenten Einblick zu den Entwicklungen meines persönlichen P2P Kredite Portfolios, inkl. Einnahmen, Performance, Transaktionen und Wertentwicklung.

Außerdem gehe ich auf mögliche Veränderungen oder Anpassungen bei den P2P Kredite Plattformen in meinem Portfolio ein. Ausführliche und themenübergreifende Analysen gibt es hingegen in meinen P2P Kredite Erfahrungen.

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P2P Kredite Reise 2024

Seit dem 27. Mai bin ich im Baltikum unterwegs, um mich vor Ort mit den wichtigsten Ansprechpartner der P2P Plattformen zu treffen und um einige aktuelle Themen anzusprechen. So gab es unter anderem schon Treffen mit Estateguru, Bondora und Income Marketplace. Über meinen P2P Kredite Reise Live-Ticker könnt ihr die Reise mitverfolgen und über die wichtigsten Entwicklungen und Ergebnisse meiner Treffen informiert bleiben.


P2P Kredite Portfolio Update 06/2024

Zunächst eine allgemeine Übersicht, wie sich mein P2P Kredite Portfolio im Mai 2024 entwickelt hat.

Einnahmen

Im Mai 2024 konnte ich 729 Euro an Einnahmen durch mein ausstehendes P2P Kredite Portfolio erzielen. Somit lagen meine Einnahmen in vier der fünf Monate dieses Jahr bei mehr als 700 Euro. Einen neuen Bestwert, in Bezug auf meine persönlichen Einnahmen bei einzelnen P2P Plattformen, den gab es im Vormonat bei PeerBerry mit 304 Euro.

Performance

Die beste Gesamt-Performance in meinem P2P Portfolio wird von Income Marketplace mit 13,44% abgeliefert, gefolgt von PeerBerry mit 12,23% und Viainvest mit 11,14%. Die rote Laterne geht hingegen an Estateguru. Hier ist meine Gesamt-Performance in den letzten zwei Jahren von 8,61% auf 6,36% abgefallen.

Transaktionen

Im Vormonat gab es insgesamt nur zwei Transaktionen in meinem P2P Portfolio. Bei Income Marketplace als auch bei HeavyFinance sind jeweils 1.000 Euro neu eingezahlt worden.

P2P Portfolio

Der Wert meines ausstehenden P2P Kredite Portfolios hat sich im Mai 2024 von 94.509 Euro auf 97.238 Euro erhöht. Das entspricht dem höchsten Portfolio-Wert, den ich jemals bei der Anlageklasse P2P Kredite besessen habe. Die Marke von 100.000 Euro sollte im Verlauf der nächsten Monate so sicher fallen wie das Amen in der Kirche, wenngleich ich im nächsten Monat von einem sinkenden Portfolio-Wert ausgehe. Warum das so ist, erkläre ich in den kommenden Abschnitten.

Road to 160K

Im September 2021 habe ich mir das Ziel gesetzt bis März 2027 ein P2P Portfolio in Höhe von 160.000 Euro aufzubauen (siehe Video). Dafür müsste ich jeden Monat 1.000 Euro neu einzahlen und eine lineare Gesamtperformance von 10% erzielen.

Aktuell liege ich 5.082 Euro über dem geplanten Soll. Mein Performance-Delta liegt hingegen bei 3.009 Euro, welches sich somit leicht zum Vormonat erhöht hat (Vormonat: 2.984 Euro). Somit bin ich im Vormonat – plattformübergreifend – leicht unter der Performance von 10% p.a. geblieben.

Ein ausführliches Update zu meiner “Road to 160K” gibt es in diesem Artikel / Video.


Anmerkungen zu einzelnen P2P Kredite Plattformen

In den folgenden Absätzen gibt es eine kurze Einschätzung zu möglichen Veränderungen oder Anpassungen von einzelnen P2P Plattformen in meinem Portfolio.

Kriegsbetroffene Kredite auf PeerBerry bis Ende 2024 zurückgezahlt?

Bei PeerBerry gab es im Vormonat durchgehend positive Entwicklungen. Auf der einen Seite sind im Mai knapp 50 Mio. Euro über die Plattform finanziert worden, wodurch das verwaltete Investoren-Vermögen von 110 Mio. Euro auf 113 Mio. Euro angewachsen ist, auf der anderen Seite scheint sich das Thema der kriegsbetroffenen Kredite bis Ende des Jahres erledigt zu haben.

Wie in den vorangegangenen Monaten, hat die Gofingo Gruppe auch im Mai wieder 200.000 Euro an kriegsbetroffenen Krediten an die Investoren zurückgezahlt. Dadurch konnten in den letzten 27 Monaten bereits 47,9 Mio. Euro (95,4%) der ursprünglichen Forderungen abgedeckt werden. Sollte es keine unvorhergesehen Ereignisse geben, rechnet PeerBerry mit einer vollständigen Rückzahlung der kriegsbetroffenen Kredite bis Ende 2024.

Meine persönliche Gesamt-Rendite ist bei PeerBerry zwar weiterhin rückläufig, dennoch entsprechen 12,23% der zweitbesten Performance in meinem P2P Portfolio.

Neuer Esketit Kreditgeber: Genug Angebot gegen Cashdrag?

Esketit hat mit Credus Capital zuletzt einen neuen Kreditgeber präsentiert. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, welches unter demselben Management wie die bereits vertretene A24-Gruppe operiert. Die separate Einrichtung von Credus Capital ist speziell für die Partnerschaft mit Esketit gedacht, da die Plattform nun das Pfandrecht für das gesamte Geschäft behalten kann, was eine zusätzliche Sicherheit für die Investoren darstellt.

Abseits dessen bleibt jedoch fraglich, ob die Konditionen für eine große Nachfrage bei den Investoren sorgen wird, da die Kredite nur mit 7% verzinst werden und zudem eine Laufzeit von 3 Jahren besitzen. Für mich persönlich stellen Optionen wie Crowdpear oder Profitus, welche sich auf dieses Kredit-Segment spezialisiert haben, die deutlich besseren Alternativen dar.

Unabhängig von Credus Capital bleibt das Thema Cashdrag ein fortlaufendes Problem auf der Plattform. In meinem Konto haben sich zuletzt wieder mehr als 9.000 Euro angesammelt, die weder vom Auto Invest aufgenommen sind (nur ein Investment in den letzten zwei Wochen), noch konnte ich Kredite ohne Aufschlag über den Sekundärmarkt finden. Weil das Thema mich schon das gesamt Jahr über begleitet und meine Geduld jetzt am Ende ist, werde ich einen größeren Betrag im Juni abziehen und vereinzelt auf andere Plattformen umschichten.

Positives Momentum bei Income Marketplace: Rekordwert bei AUM!

Deutlich besser sieht die Angebots-Situation hingegen bei Income Marketplace aus. Durch die neuen Assets von Danarupiah, ITF, Hoovi und Current Auto scheint das Thema Cashdrag vorerst beendet zu sein und auch der Auto Invest kann nun wieder vernünftig arbeiten.

Weil viele Investoren die positive Entwicklung anzuerkennen scheinen und ihren Weg zurück zu Income finden, ist das verwaltete Investoren-Vermögen (AUM) nun schon den dritten Monat in Serie sehr deutlich angestiegen. So ging es im Mai von 11,5 Mio. Euro auf 12,9 Mio. Euro nach oben, was einem neuen Rekordwert in der Entwicklung der Plattform entspricht. Passend dazu konnte der estnische Marktplatz auch verkünden, dass seit Beginn der Plattform schon 100 Mio. Euro an Krediten finanziert werden konnten.

Ich habe das positive Momentum auf Income für mich genutzt und im Mai 2024 weitere 1.000 Euro eingezahlt. Mit einer Gesamt-Rendite von 13,44%, nach 2+ Jahren als aktiver Investor, liefert Income zudem die beste Performance in meinem P2P Portfolio ab.

Erster Ausfall bei Crowdpear: 354.000 EUR im Inkasso!

Etwas genauer hinsehen müssen Investoren aktuell bei der Plattform Crowdpear, die womöglich ihren ersten Fleck auf der bislang weißen Weste erhalten könnte. Denn eineinhalb Jahre nach dem operativen Start der litauischen Immo-Plattform ist nun der erste Kredit ausgefallen. Dabei handelt es sich um das Projekt “Avietyno 14”, welches in fünf Stufen von Mai 2023 bis Januar 2024 finanziert worden ist. Mit den knapp 354.000 Euro an eingesammelten Geldern hatte der Entwickler bereits begonnen drei Häuser zu bauen.

In Gesprächen mit der Plattform bin ich bereits über die Hintergründe des Ausfalls informiert worden, diese können aus rechtlichen Gründen jedoch noch nicht öffentlich kommuniziert werden.

Was man jedoch jetzt schon sagen kann ist, dass gemäß eines unabhängigen Wertgutachtens, vom Dezember 2023, die an die Plattform verpfändeten Immobilien wohl einen Wert von 485.000 EUR (73% LTV) besitzen würden. Theoretisch sollten die Chancen daher gut stehen, dass den Investoren keine Verluste entstehen werden. Crowdpear hat zudem darauf hingewiesen, dass Investoren 5% p.a. an Verzugszinsen erhalten.

Persönlich bin ich mit 300 Euro an dem Projekt beteiligt.

Lande Auto Invest Update + Cashback Kampagne

Schöne Neuigkeiten gab es hingegen zuletzt von der Agrar-Plattform Lande, wo man einige sinnvolle Ergänzungen bei der erweiterten Auto Invest Strategie vorgenommen hat. Neben dem Zinssatz, der Laufzeit und dem Beleihungswert, die vorher schon ausgewählt werden konnten, sind nun auch die Art der Besicherung, die Art der Rückzahlung und die Auswahl der Kreditnehmer-Länder hinzugefügt worden.

Zudem ist auch der Mindestanlagebetrag beim erweiterten Auto Invest von 250 Euro auf 100 Euro pro Kredit herabgesetzt worden. Die einfache Auto Invest Funktion bleibt hingegen unverändert bei 50 Euro Mindestanlagebetrag und ohne Auswahl möglicher Filter. Insgesamt schöne Entwicklungen, die zeigen, dass Lande auf das Feedback seiner Community zu hören scheint.

Parallel dazu hat Lande auch noch eine Cashback Kampagne veröffentlicht, welche bis zum 30.06. läuft. Für 500 Euro gibt es 0,5% Cashback, bei 1.000 Euro ist es 1% Cashback und bei 5.000 Euro gibt es sogar 2% Cashback. Wichtiger Hinweis: Der Cashback wird nur angewandt, wenn die genannten Beträge in einen einzelnen Kredit investiert werden.

HeavyFinance mit kleinen Fortschritten bei Green Loans

Das Thema der offenen Emissions-Gutschriften für die Green Loans bei HeavyFinance hat zuletzt etwas Fahrt aufgenommen. So sind im Mai akkreditierte Prüfer in Litauen zu Gast gewesen, um sich vor Ort die Methodiken des Carbon Farming Programms anzusehen. Die Prüfung umfasste Gespräche mit den wichtigsten Mitarbeitern von HeavyFinance als auch Besuche bei acht zufällig ausgewählten litauischen Landwirten.

In den vergangenen Monaten hatten die Gutachter bereits die Überwachungssysteme, die Datenerhebungs-Methoden sowie die Berechnungen der Emissions-Reduzierung und des Emissions-Abbaus überprüft.

Die externe Prüfung ist ein wesentlicher Bestandteil der Zertifizierung von Emissionsgutschriften bei Verra, der wichtigsten Zertifizierungsstelle für Emissionsgutschriften. HeavyFinance geht davon aus, dass man bis Mitte Juni eine erste Rückmeldung erhalten wird und man im Oktober den Abschlussbericht erhalte. Anschließend könne die Plattform das Registrierungs- und Ergebnis-Validierungsverfahren bei Verra einleiten, um Emissionsgutschriften zu erhalten. Hierfür werden nochmal weitere 45 Tage veranschlagt, weshalb man wohl erst gegen Ende Q4/2024 mit Emissions-Gutschriften für Green Loans rechnen könne.

Weil bislang nur zwei meiner 41 Agrar-Kredite mehr als 90 Tage im Verzug sind, habe ich mich entschlossen im Mai weitere 1.000 Euro einzuzahlen, welche jedoch nicht für die Green Loans verwendet werden.

Neue Gebühren bei Profitus

In den letzten Monaten scheint es einen Trend zu geben, dass Immo-Plattformen immer häufiger Gebühren bei ihren Investoren veranschlagen. So hat Profitus zuletzt mitgeteilt, dass man ab dem 27. Mai 2024 eine Gebühr von 1,88 Euro berechnen werde, sofern Anleger zwei Mal pro Monat eine Abhebung von der Plattform veranlassen würden. Bei einer einmaligen Abhebung pro Kalendermonat fallen hingegen keine Kosten an.

Estateguru noch weit hinter den Rückgewinnungs-Zielen

Auch bei “Feestateguru” hat man zuletzt wieder kräftig an der Preis-Schraube gedreht, um somit wohl auch noch die letzten treuen Anhänger der Plattform zu verscheuchen. Nachdem man im Oktober 2023 erst die absurde Vermögensverwaltungsgebühr eingeführt hatte, welche Investoren bis zu 0,6% Rendite pro Jahr wegnimmt, sind nun auch die Gebühren für Abhebungen und inaktive Konten angestiegen. Leider gab es diese Ankündigung erst vier Tage nach meinem Besuch bei der Plattform, die ich andernfalls auf dieses Vorgehen angesprochen hätte.

Konkret werden ab dem 1. Juni 2024 nunmehr 3 Euro pro Abhebung berechnet statt wie vorher 1 Euro und zudem werden inaktive Konten mit 10 Euro belastet, wenn diese keine Transaktionen in den vergangenen 12 Monaten vorweisen können.

Gefühlt sind solche Maßnahmen zwar unverständlich und ärgerlich, leider spiegeln diese aber nur die Spitze des Eisbergs an Problemen bei Estateguru wider. Denn während man bei den Neu-Investitionen kaum noch an die Marke von 10+ Mio. Euro pro Monat herankommt (zuletzt im Dezember 2022), weil das Vertrauen vieler Investoren scheinbar nachhaltig beschädigt zu sein scheint, wächst parallel auch der Inkasso-Berg immer weiter an, bei gleichzeitig ausbleibenden Rückgewinnungen.

Zwar konnte man im April 1,9 Mio. Euro an ausgefallenen Krediten zurückgewinnen (Rekordwert in 2024), gleichzeitig ist der Gesamt-Berg an Ausfällen jedoch um weitere 1,1 Mio. Euro angestiegen. Somit entsprechen 132,4 Mio. Euro an ausgefallenen Krediten (teilweise eingeholte Kredite nicht berücksichtigt) dem historisch betrachtet schlechtesten Wert der Plattform.

Was das bescheidene Ziel angeht, bis Ende des Jahres mindestens 30 Mio. Euro an ausgefallenen Krediten zurückzugewinnen, liegt man mit 3,9 Mio. Euro bis Ende April 2024 noch deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Eine ausführliche Auswertung meines Gesprächs mit Estateguru wird es nach meiner Baltikum Reise geben.

Das Video: P2P Portfolio Update 06/2024


Weitere Informationen zu besprochenen P2P Plattformen

Hi, ich bin Denny! Seit Januar 2019 schreibe ich auf diesem Blog über meine Erfahrungen beim Investieren in P2P Kredite. Meine Analysen sollen Privatanlegern dabei helfen reflektierte und gut informierte Anlageentscheidungen treffen zu können. Dafür schaue ich mir die Risikoprofile der einzelnen P2P Plattformen an, hinterfrage deren Entwicklungen, teile meine persönlichen Einschätzungen und beobachte übergeordnete Trends aus der Welt des Crowdlendings.    
Mein Bestseller "Geldanlage P2P Kredite" gilt in Fachkreisen als das beste deutschsprachige Finanzbuch zum gleichnamigen Thema. Zudem versammeln sich in der P2P Kredite Community auf Facebook tausende von Privatanlegern, die sich regelmäßig über die Anlageklasse P2P Kredite austauschen. 

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