7Harvests Erfahrungen 2026

Letzte Aktualisierung: 14. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

7Harvests ist eine 2026 gestartete Schweizer Plattform, die entgegen der Vermarktung als Marktplatz faktisch nur Direktkredite an einzelne Unternehmen vergibt und die Forderungen an Anleger abtritt.
Die Plattform wirbt mit “Swiss regulated”, dabei ist die Mitgliedschaft bei der Selbstregulierungsorganisation VQF laut eigener Website erst beantragt. Die AGB sprechen dagegen bereits von einer bestehenden Aufsicht.
Der Standort Schweiz folgt demselben Muster wie bei Maclear: Als Nicht-EU-Staat fällt 7Harvests nicht unter die Europäische Crowdfunding-Verordnung (ECSPR).
Gründer und Chairman ist Ričardas Vandzinskas, zuvor Mitgründer und CEO von Hive5, wo es öffentliche Falschaussagen zur Profitabilität, gekaufte Trustpilot-Bewertungen und rechtliche Schritte gegen kritische Berichterstattung gegeben hat.
Skin in the Game

Ich bin bei 7Harvests weder aktuell noch zu einem anderen Zeitpunkt mit eigenem Kapital investiert gewesen. Aufgrund des aktuellen Risikoprofils der Plattform rate ich von einem Investment ab. Der Beitrag wird daher bewusst nicht über Affiliate-Links beworben.

Zum Portfolio

Was ist 7Harvests?

7Harvests-Logo7Harvests ist eine Schweizer P2P Plattform mit Sitz in Zug, die 2026 in den regulären Betrieb gegangen ist. Beworben wird ein Angebot aus Konsumenten-, KMU- und Immobilienkrediten mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten.

Tatsächlich liegt der Fokus bislang auf Geschäftskrediten an einzelne Unternehmen. Klassische Kreditgeber, die als bilanziell eigenständige Partner eigene Kreditportfolios auf einen Marktplatz bringen, existieren bei 7Harvests nicht.

Betrieben wird die Plattform von der 7 Harvests AG, eingetragen in Zug unter der Nummer CHE-356.409.118. Die Gesellschaft ist seit April 2024 im Handelsregister eingetragen, firmierte bis März 2026 jedoch unter einem anderen Namen und hat den Plattformbetrieb erst 2026 aufgenommen.

7Harvests Steckbrief

Nachfolgend sind alle wichtigen Zahlen und Informationen über 7Harvests kompakt zusammengefasst.

Gegründet / Gestartet: April 2024 / Mai 2026
Rechtlicher Name: 7 Harvests AG
Firmensitz: Zug, Schweiz
Reguliert: Nein (VQF-Mitgliedschaft beantragt)
Gründer und Chairman: Ričardas Vandzinskas
Verwaltetes Vermögen: Keine Angabe
Anzahl Investoren: Keine Angabe
Rendite: 15%
Sicherheits-Score: 0,1 / 10 (Platz 29 von 29) | Zur Methodik
Primäre Kreditart: Geschäftskredite

7Harvests News

P2P Kredite sind eine dynamische Anlageklasse, bei der man als Investor stets informiert bleiben sollte. Aktuelle News und Neuigkeiten rund um 7Harvests gibt es auf der P2P Kredite News-Seite, auf der parallel auch weitere Plattformen besprochen werden.

23. Juli 2026
7Harvests Analyse: Weitere Widersprüche aufgedeckt

Bei der Analyse zur Schweizer P2P Plattform 7Harvests, die jetzt auf dem Blog veröffentlicht worden ist, sind weitere Auffälligkeiten ans Tageslicht gekommen. Erstens: Auf der Webseite mit einer Mindestanlage von 50 Euro und Renditen ab 15% geworben. Die rechtsverbindlichen AGB nennen dagegen einen Mindestbetrag von 500 Euro und begrenzen den Zinssatz auf bis zu 12%. Somit gibt es keine Überschneidung zwischen der beworbenen Untergrenze und der vertraglichen Obergrenze.

Zweitens: Dieselben AGB richten sich ausschließlich an Nutzer mit Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz. Anleger von außerhalb müssen bestätigen, dass diese die Plattform eigenständig entdeckt und den Erstkontakt selbst initiiert haben. Dabei handelt es sich um ein „Reverse Solicitation“ Konstrukt, um aktives Marketing in EU-Märkten formal zu bestreiten. Wer investiert, der verlässt sich demnach auf ein Vertragswerk, das ihn als Zielgruppe formal gar nicht vorsieht und das andere Konditionen nennt als die Werbung auf der Startseite.

21. Juli 2026
7Harvests wirbt mit Schweizer Regulierung (die es noch nicht gibt?)

7Harvests wirbt auf der Startseite der Plattform prominent mit Begriffen wie „Swiss regulated", „Swiss regulatory principles" oder „Swiss-grade protection". Im FAQ-Bereich und in der Fußzeile relativiert sich diese Aussage. Dort ist nur von einer beantragten VQF-Mitgliedschaft die Rede, nicht von einer erteilten.

Zudem gibt es in den AGB einen weiteren Widerspruch. Dort heißt es, 7Harvests unterliege bereits der Aufsicht der VQF. Startseite und Vertragswerk behaupten damit übereinstimmend einen bestehenden Regulierungsstatus, während die eigene FAQ und die Fußzeile die Mitgliedschaft als bloßen Antrag ausweisen.

14. Juli 2026
7Harvests: Ex-Hive5 CEO gründet Schweizer P2P Plattform

Mit „7Harvests“ gibt es jetzt eine neue P2P Plattform im Marktumfeld. Diese bietet nach eigenen Angaben Konsumenten-, KMU- und Immobilienkredite aus mehreren Ländern ab 50 Euro Mindestanlage an. Beworben werden Renditen von 15%, sowie zusätzlich Treue- und Empfehlungs-Boni von bis zu 3%.

Warnsignal #1: 7Harvests wirbt auf der Startseite prominent mit „Swiss regulated“. Im Kleingedruckten Footer-Bereich steht dagegen nur, dass die VQF-Lizenz als Anschluss an eine Schweizer Selbstregulierungsorganisation (SRO) erst beantragt ist. Scheinbar wird hier ein ähnlicher Umweg wie bei Maclear gewählt, um somit der Europäischen Crowdfunding-Lizenzierung zu umgehen.

Warnsignal #2: Gründer und Chairman von 7Harvests ist der Litauer Ricardas Vandzinskas. Dieser wurde 2020 als CFO bei der Aventus Gruppe eingestellt und noch vor Ablauf der Probezeit wieder freigestellt. Im Anschluss war er CEO und Mitbegründer der Hive5-Plattform, an der er 35% der Anteile hielt. Unter seiner operativen Führung gab es öffentliche Falschaussagen zur Profitabilität der Plattform, gekaufte Trustpilot-Bewertungen und juristische Schritte gegen kritische Berichterstattung. Seine Anteile wurden 2025 an die Ruptela-Group verkauft, dem Unternehmen von Hauptgesellschafter Andrius Rupšys.

Fazit: Abseits der jungen Historie sollten die bestehenden Warnsignale ein deutlicher Fingerzeig im Hinblick auf das Risikoprofil der neuen Plattform sein. Eine aktive Bewerbung oder Monetarisierung von 7Harvests via re:think P2P wird kategorisch ausgeschlossen.

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Geschäftsmodell und Eigentümerstruktur

7Harvests arbeitet nach dem Modell der Forderungsabtretung: Die 7 Harvests AG schließt den Kreditvertrag direkt mit dem jeweiligen Unternehmen und tritt die daraus entstehende Forderung anschließend an die Investoren ab. Damit unterscheidet sich 7Harvests strukturell von Marktplätzen wie PeerBerry oder Mintos, auf denen mehrere eigenständige Kreditgeber ihre Portfolios anbieten.

7Harvests-Erfahrungen-Geschaftsmodell

Für Anleger hat das zwei Konsequenzen. Zum einen gibt es keine Diversifikation über mehrere Kreditgeber hinweg, sondern nur eine Projekt-für-Projekt-Auswahl, bei der die Prüfungsqualität der Plattform selbst zum entscheidenden Faktor wird. Zum anderen entsteht dadurch ein Widerspruch bei der beworbenen Rückkaufgarantie, der weiter unten aufgegriffen wird.

Gründer und Chairman der 7 Harvests AG ist der Litauer Ričardas Vandzinskas. Er startete seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsprüfer bei PWC und arbeitete anschließend überwiegend im Finanzbereich bei Logistik- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Im Mai 2020 wurde er als CFO der Aventus Gruppe eingestellt und dort bereits nach rund zwei Monaten, vor Ablauf der Probezeit, wieder freigestellt.

Im Anschluss war er Mitgründer und CEO der P2P Plattform Hive5, an der er über die litauische Holding Hive Finance 35% der Anteile hielt. Seine Anteile wurden 2025 an die Ruptela Group verkauft, wonach er vollständig aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Weitere Informationen folgen im Abschnitt “Aktuelle Risiko-Hinweise”.

Als unabhängiges Board-Mitglied wird zudem Kurt Schöllhorn genannt. Die konkrete Anteilsverteilung an der 7 Harvests AG ist öffentlich nicht einsehbar.


Investieren bei 7Harvests

Auf der 7Harvests-Plattform können Anleger Forderungen aus Unternehmenskrediten kaufen. Die Laufzeiten liegen laut Plattformangaben zwischen 6 und 60 Monaten, Zinsen werden im Regelfall monatlich ausgeschüttet. Neben der manuellen Auswahl steht auch eine Auto Invest Funktion zur Verfügung. Ein funktionierender Sekundärmarkt wird in den AGB zwar erwähnt, in der Praxis ist dieses allerdings noch nicht etabliert.

Auffällig ist eine Diskrepanz zwischen der Website und den rechtsverbindlichen Bedingungen. Die Website wirbt mit einem Mindestanlagebetrag von 50 Euro und Renditen ab 15%. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nennen dagegen einen Mindestbetrag von 500 Euro und begrenzen den Zinssatz auf bis zu 12%.

7Harvests-Erfahrungen-rethink-P2P-Kredite

Dieselben AGB richten sich zudem “ausschließlich an Nutzer mit Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz”. Anleger außerhalb der Schweiz müssen bestätigen, die Plattform eigenständig entdeckt und den Erstkontakt selbst initiiert zu haben.

Auch die Rückkaufgarantie ist erklärungsbedürftig. Die AGB definieren diese als Verpflichtung des Kreditgebers (“loan originator”), die Forderung nach mehr als 60 Tagen Verzug vollständig zurückzukaufen. Im 7Harvests-Geschäftsmodell existiert diese Zwischeninstanz jedoch nicht, weil die 7 Harvests AG selbst der Kreditgeber ist. Das Versprechen richtet sich damit nicht an eine dritte, bilanziell eigenständige Partei, sondern fällt auf die eigene Plattform zurück.

Zusätzlich bewirbt 7Harvests eine plattformseitige Schutzschicht, die aus einem Liquiditätspuffer von mindestens 10% des Portfoliowerts gespeist werden soll. Ein Nachweis über die tatsächliche Kapitalausstattung dieses Puffers liegt öffentlich nicht vor.

7Harvests-Erfahrungen-Ruckkaufgarantie

Die Besicherung wird projektabhängig ausgestaltet. Beim ersten öffentlich vorgestellten Kredit, einer litauischen Craft-Brauerei mit einem Volumen von 250.000 Euro, greifen in der ersten Tranche ausschließlich persönliche Bürgschaften der Gründer. Sicherheiten an Grundstück, Gebäude und Anlagen sollen erst in einer Folgetranche hinzukommen. Anleger sollten die Besicherung daher pro Projekt prüfen und nicht von einer durchgängigen Sachbesicherung ausgehen.


7Harvests Risiko

Das Risiko bei 7Harvests lässt sich nicht anhand von Performance-Kennzahlen bewerten, weil es diese noch nicht gibt. Bewerten lassen sich stattdessen die Struktur und die handelnden Personen. Die folgenden Abschnitte trennen dieses Bild in Plattform-Risiko und aktuelle Risiko-Hinweise auf.

Plattform Risiko

Sicherheits-Score
Platz 29 von 29
0,1 / 10 Hohes Risiko
Regulierung & Lizenz
0 / 15
Finanzielle Stabilität
0 / 20
Transparenz & Offenlegung
0 / 15
Kreditportfolio & Verluste
10 / 25
Track Record & Krisenverhalten
8 / 25
Red Flags -17
Kluster A: Governance-Belastungen (-10)
Gründer und Chairman war zuvor Mitgründer und CEO von Hive5, wo Falschaussagen zur Profitabilität, vergütete Trustpilot-Bewertungen und rechtliche Schritte gegen kritische Berichterstattung dokumentiert sind -10
Kluster B: Irreführung & Intransparenz (-7)
Werbung mit "Swiss regulated", obwohl die VQF-Mitgliedschaft laut eigener FAQ erst beantragt ist. Zusätzlich abweichende Angaben zwischen Website und AGB bei Rendite (ab 15% vs. bis zu 12%) und Mindestanlage (50 EUR vs. 500 EUR) -7
Der Sicherheits-Score bewertet ausschließlich das Plattform-Risiko. Kreditgeber-Risiken und länderspezifische Risiken werden nicht abgebildet und müssen separat betrachtet werden.

7Harvests wird von der Schweizer 7 Harvests AG mit Sitz in Zug betrieben. Die Plattform ist erst seit Mai 2026 operativ tätig, entsprechend kurz ist der Track Record. Eine Statistik-Seite mit Angaben zum verwalteten Investorenvermögen, zur Anzahl der Investoren oder zur Performance des Kreditportfolios ist bislang noch nicht veröffentlicht worden.

Die Plattform verfügt über keine Lizenz nach der EU-Crowdfunding-Verordnung (ECSPR), keine MiFID-II-Zulassung und keine sonstige Erlaubnis einer europäischen Finanzaufsicht. Damit unterliegt 7Harvests keiner laufenden Aufsicht, keinen Eigenkapitalanforderungen und keinen Compliance-Pflichten gegenüber einer Behörde. Ein Anlegerentschädigungssystem existiert demnach ebenfalls nicht.

7Harvests-Erfahrungen-RegulierungAuf der Startseite wirbt 7Harvests dennoch prominent mit dem Begriff “Swiss regulated”, “Swiss regulatory principles” oder “Swiss-grade protection”, ausgerichtet an den Standards einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation (SRO). Im FAQ-Bereich sowie in der Fußzeile der Website relativiert sich diese Aussage deutlich: Dort ist von einer VQF-Mitgliedschaft die Rede, die sich erst im Antragsstatus befindet.

Die eigenen AGB widersprechen dieser Formulierung. Dort heißt es, 7Harvests unterliege bereits der Aufsicht der VQF. Startseite und Vertragswerk behaupten damit übereinstimmend einen bestehenden Regulierungsstatus, während die eigene FAQ und die Fußzeile die Mitgliedschaft als bloßen Antrag ausweisen. Die einschränkende Angabe steht damit ausgerechnet an den Stellen, die Anleger tendenziell am seltensten aufrufen. Auf genau diesen Widerspruch hat auch der unabhängige Reviewer P2P Empire hingewiesen.

Hinzu kommt: Selbst eine erteilte VQF-Mitgliedschaft würde ausschließlich die Einhaltung der Sorgfaltspflichten nach dem Geldwäschereigesetz (GwG) abdecken, nicht jedoch die Finanzmarktstabilität oder den Anlegerschutz.

Schweizer Standort als Regulierungs-Umgehung?

Eine zentrale Frage lautet, warum eine Plattform mit litauischem Gründer und mit litauischen Kreditnehmern, ohne erkennbaren Bezug zum Schweizer Markt, einen Sitz in Zug wählt.

Die Antwort liegt nahe. Die Schweiz ist kein EU-Mitgliedsstaat, weshalb 7Harvests nicht unter die Europäische Crowdfunding-Verordnung fällt. Diese verpflichtet Plattformen unter anderem zu Eigenkapitalanforderungen, laufender Aufsicht durch eine nationale Finanzbehörde, standardisierten Anlegerinformationsblättern und einem Angemessenheitstest für unerfahrene Anleger. Statt einer echten Lizenz genügt in der Schweiz die Mitgliedschaft in einer Selbstregulierungsorganisation, die ausschließlich Geldwäschefragen abdeckt.

Genau dieses Muster ist bereits in meinen Maclear Erfahrungen dokumentiert worden: Eine Schweizer AG, deren Gesellschafter, Projekte und operative Steuerung komplett außerhalb der Schweiz liegen, mit einer SRO-Mitgliedschaft als regulatorischem Feigenblatt.

7Harvests-Erfahrungen-Registrierung

Verstärkt wird der Eindruck durch die bereits erwähnte AGB-Klausel, nach der Anleger außerhalb der Schweiz bestätigen müssen, den Erstkontakt selbst initiiert zu haben. Diese sogenannte Reverse Solicitation ist ein bekanntes Konstrukt, um aktives Marketing in EU-Märkten formal zu bestreiten, während die englischsprachige Website und die Bewerbung über internationale P2P-Kanäle faktisch genau dieses Publikum ansprechen.

Für Anleger aus dem EU-Raum bedeutet das eine doppelte Schwächung: Sie investieren ohne den Schutz der ECSPR und stützen sich dabei auf ein Vertragswerk, das sie als Zielgruppe formal gar nicht vorsieht.

Kontentrennung und Einlagensicherung

7Harvests gibt an, dass Anlegergelder auf einem vom operativen Geschäftskonto getrennten Konto verwahrt werden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angabe, etwa durch einen benannten Zahlungsdienstleister oder individuelle IBANs, liegt öffentlich nicht vor.

Die über 7Harvests angebotenen Investitionen werden zudem auch nicht durch ein nationales oder ein europäisches Einlagensicherungssystem abgesichert. Anleger sollten sich demnach bewusst sein, dass das investierte Kapital einem realen Verlustrisiko unterliegt, dass die Erträge nicht garantiert werden und dass man möglicherweise nicht den vollständig investierten Betrag zurückerhält.


Aktuelle Risiko-Hinweise

Bei einer Plattform ohne eigenen Track Record ist die Historie der handelnden Personen der belastbarste verfügbare Indikator. Ričardas Vandzinskas, Gründer und Chairman von 7Harvests, war zuvor Mitgründer und CEO von Hive5. Unter seiner operativen Führung sind in meinen Hive5 Erfahrungen folgende Punkte dokumentiert.

Falschaussagen zur Profitabilität: Als CEO erklärte er öffentlich, die Hive Finance Gruppe sei auf Holding-Ebene bereits profitabel. Der konsolidierte Geschäftsbericht für 2022 wies dagegen einen Verlust von 755.000 Euro aus.

Gekaufte Rezensionen: Hive5 vergütete Investoren mit einer Gutschrift von 25 Euro für das Hinterlassen einer Trustpilot-Bewertung (Quelle). Zum Stichtag 31.01.2024 waren 208 von 234 Bewertungen (89%) innerhalb der vorangegangenen 30 Tage erstellt worden.

Juristische Schritte gegen Berichterstattung: Nach Veröffentlichung meines kritischen Reviews ging Hive5 mit rechtlichen Mitteln gegen diesen Blog vor (siehe Dokument). Zwei YouTube-Videos wurden gemeldet und in der Folge gesperrt.

Rechtlich handelt es sich bei 7Harvests um eine vollständig getrennte Gesellschaft und keiner der genannten Vorgänge belastet die neue Plattform unmittelbar. Vandzinskas ist zudem seit 2025 vollständig aus der Hive-Finance-Struktur ausgeschieden.

Dennoch gibt es relevante und auffällige Parallelen: Bei Hive5 stand die öffentliche Profitabilitätsaussage im Widerspruch zum geprüften Abschluss. Bei 7Harvests steht die “Swiss regulated”-Werbung im Widerspruch zur eigenen FAQ und zu den eigenen AGB, ebenso wie die beworbene Rendite und die Mindestanlage. Das Muster, nach außen mehr Sicherheit zu behaupten als es die eigenen Dokumente hergeben, wiederholt sich.


Fazit 7Harvests Erfahrungen

7Harvests präsentiert sich als seriöse Schweizer Alternative zu bestehenden P2P Plattformen. Bei einer genaueren Prüfung der Dokumente relativiert sich dieses Bild jedoch deutlich.

Zwei Punkte stehen dabei im Vordergrund.

Erstens: Der Standort. Die Wahl einer Schweizer AG ohne erkennbaren Bezug zum Schweizer Markt folgt demselben Muster, das auf diesem Blog bereits bei Maclear dokumentiert ist. Als Nicht-EU-Staat unterliegt die Schweiz nicht der Europäischen Crowdfunding-Verordnung, sodass an die Stelle einer echten Lizenz mit Aufsicht, Eigenkapitalanforderungen und Anlegerinformationspflichten lediglich eine Selbstregulierungs-Mitgliedschaft für Geldwäschefragen tritt. Bei 7Harvests ist selbst diese bislang nur beantragt, während die Startseite bereits mit “Swiss regulated” wirbt.

Zweitens: Die verantwortliche Person an der Spitze. Mit Ričardas Vandzinskas führt dieselbe Person die Plattform, unter deren operativer Leitung bei Hive5 öffentliche Falschaussagen zur Profitabilität, gekaufte Trustpilot-Bewertungen und rechtliche Schritte gegen kritische Berichterstattung dokumentiert sind.

Keiner dieser Punkte bedeutet zwangsläufig, dass 7Harvests scheitern wird. In der Summe ergibt sich jedoch ein Risikoprofil, das eine aktive Bewerbung zum jetzigen Zeitpunkt ausschließt. Anleger, die die Plattform beobachten möchten, sollten auf drei Punkte achten: Die Klärung des VQF-Status, die Besicherungsqualität der finanzierten Projekte und die Veröffentlichung einer belastbaren Portfolio-Statistik.


7Harvests Alternativen

Hier sind drei 7Harvests Alternativen aus dem aktuellen P2P Marktumfeld.

Crowdpear: Eine in Litauen ansässige Crowdfunding-Plattform mit ECSP-Lizenz der litauischen Zentralbank. Im Vergleich zu 7Harvests bietet Crowdpear ein vergleichbares Modell der Projektfinanzierung, jedoch innerhalb des regulatorischen Rahmens der EU-Crowdfunding-Verordnung und mit hypothekarisch besicherten Krediten. Weitere Informationen in meinen Crowdpear Erfahrungen.

LANDE: Ein lettischer Anbieter mit ECSP-Lizenz der Latvijas Banka, spezialisiert auf Agrarkredite. Die Kredite sind durch Land, Ernte oder Maschinen besichert, wodurch sich das Sicherheitenkonzept für Anleger deutlich klarer nachvollziehen lässt als bei projektabhängigen Bürgschaftslösungen. Weitere Informationen in meinen LANDE Erfahrungen.

Nectaro: Ein in Lettland ansässiger P2P Marktplatz, reguliert gemäß MiFID II Vorgaben und gelenkt durch einen international aufgestellten Konzern. Nectaro richtet sich an Anleger, die eine attraktive Renditeerwartung im zweistelligen Bereich mit einem überschaubaren Risikoprofil kombinieren wollen. Weitere Informationen in meinen Nectaro Erfahrungen.

Weitere Alternativen findest Du im P2P Plattformen Vergleich.


HaftungsausschlussAffiliate Links / Interessenskonflikt
Investitionen in P2P-Kredite sind mit Risiken verbunden und können zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Frühere Ergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Die nachfolgenden Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche wird keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen. Eine Haftung für etwaige finanzielle Verluste oder Investitionsentscheidungen, die auf Grundlage der hier dargestellten Inhalte getroffen werden, ist ausgeschlossen. Mehr dazu im Haftungsausschluss.
Dieser Beitrag enthält keine Affiliate-Links. Eine aktive Bewerbung oder Monetarisierung von 7Harvests über diesen Blog wird zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Mögliche Interessenskonflikte können über die Seite “Mein P2P Portfolio“eingesehen werden.

FAQ

✅ Ist 7Harvests reguliert?

Nein, jedenfalls nicht im Sinne einer Finanzaufsicht. Die Mitgliedschaft bei der Schweizer Selbstregulierungsorganisation VQF ist laut eigener Website erst beantragt. Selbst nach Erteilung würde diese ausschließlich Geldwäsche-Sorgfaltspflichten abdecken und keinen Anlegerschutz bieten. Eine ECSP-Lizenz nach der EU-Crowdfunding-Verordnung liegt nicht vor.

✅ Wem gehört 7Harvests?

Die Plattform wird von der 7 Harvests AG mit Sitz in Zug betrieben (CHE-356.409.118). Gründer und Chairman ist Ričardas Vandzinskas, zuvor Mitgründer und CEO der P2P Plattform Hive5. Die konkrete Anteilsverteilung ist öffentlich nicht einsehbar.

✅ Warum ist der Schweizer Standort ein Warnsignal?

Als Nicht-EU-Staat unterliegt die Schweiz nicht der Europäischen Crowdfunding-Verordnung (ECSPR). Plattformen mit Schweizer Sitz können damit Eigenkapitalanforderungen, laufende Aufsicht und standardisierte Anlegerinformationen umgehen. Dasselbe Muster ist auf diesem Blog bereits bei Maclear dokumentiert worden.

✅ Wie sicher ist die Rückkaufgarantie bei 7Harvests?

Die AGB definieren die Rückkaufgarantie als Verpflichtung eines Kreditgebers nach 60 Tagen Verzug. Da 7Harvests die Kredite selbst vergibt und keine eigenständigen Kreditgeber zwischengeschaltet sind, fällt dieses Versprechen auf die Plattform selbst zurück. Eine zusätzliche plattformseitige Schutzschicht wird beworben, ist aber nicht durch veröffentlichte Zahlen belegt.

✅ Welche Rendite bietet 7Harvests?

Die Website wirbt mit Renditen ab 15%. Die rechtsverbindlichen AGB begrenzen den Zinssatz dagegen auf bis zu 12%. Beworbene Untergrenze und vertragliche Obergrenze überschneiden sich damit nicht einmal. Auch beim Mindestanlagebetrag weichen Website (50 Euro) und AGB (500 Euro) voneinander ab.

✅ Lohnt sich ein Investment bei 7Harvests?

Aufgrund der fehlenden Regulierung, des Schweizer Standorts als mutmaßliche Umgehung der ECSP-Verordnung, der widersprüchlichen Angaben zwischen Marketing und Vertragswerk sowie der Vorgeschichte des Gründers bei Hive5 rate ich aktuell von einem Investment ab.

Hi, ich bin Denny! Auf diesem Blog, den ich im Januar 2019 gestartet habe, helfe ich Investoren dabei kluge und gut informierte Investitionsentscheidungen im Bereich der Geldanlage P2P Kredite zu treffen. Dafür beschäftige ich mich ausführlich mit den tagesaktuellen Geschäftsentwicklungen und dem übergeordneten Rendite- und Risikoprofil der einzelnen P2P Plattformen.

Mein Bestseller „Geldanlage P2P Kredite“ gilt in Fachkreisen als das beste deutschsprachige Finanzbuch zum gleichnamigen Thema.

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