Bei der Analyse zur Schweizer P2P Plattform 7Harvests, die jetzt auf dem Blog veröffentlicht worden ist, sind weitere Auffälligkeiten ans Tageslicht gekommen. Erstens: Auf der Webseite mit einer Mindestanlage von 50 Euro und Renditen ab 15% geworben. Die rechtsverbindlichen AGB nennen dagegen einen Mindestbetrag von 500 Euro und begrenzen den Zinssatz auf bis zu 12%. Somit gibt es keine Überschneidung zwischen der beworbenen Untergrenze und der vertraglichen Obergrenze.
Zweitens: Dieselben AGB richten sich ausschließlich an Nutzer mit Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz. Anleger von außerhalb müssen bestätigen, dass diese die Plattform eigenständig entdeckt und den Erstkontakt selbst initiiert haben. Dabei handelt es sich um ein „Reverse Solicitation“ Konstrukt, um aktives Marketing in EU-Märkten formal zu bestreiten. Wer investiert, der verlässt sich demnach auf ein Vertragswerk, das ihn als Zielgruppe formal gar nicht vorsieht und das andere Konditionen nennt als die Werbung auf der Startseite.
