Der Fall rund um den Mintos Kreditgeber Nera Capital, einen auf die Finanzierung von Prozesskosten (Litigation Financing) spezialisierten Kreditgeber aus Irland, sorgt weiter für Unruhe und Unklarheiten. Grund für die ausbleibenden Rückzahlungen soll eine laufende Prüfung der britischen Anwaltsaufsichtsbehörde sein (SRA), die rund 80 Kanzleien auf ihre Solvenz hin untersucht. Laut Mintos haben die Kanzleien ihre Zahlungen daraufhin freiwillig eingestellt, um ihre Solvenz-Situation nicht weiter zu verschlechtern.
Die britischen Anwaltskanzleien zahlen daher seit April keine Zinsen mehr und auch die Rückzahlung des Kapitals werde sich laut Mintos wohl verzögern. Einen bestätigten Zeitplan für die Wiederaufnahme der Zahlungen gibt es aktuell nicht. Unklar ist zudem, ob es sich dabei um ein branchenweites Problem handelt, so wie von Nera Capital dargestellt, oder ob es sich gezielt um Ermittlungen gegenüber den von Nera Capital finanzierten Anwaltskanzleien handelt.
Ein Statement von Prozesskosten-Finanzierer Sandfield Capital, einem auf Income Marketplace vertretenen Kreditgeber, deutet auf keine akuten Probleme für das eigene Geschäftsmodell hin. Gemäß Sandfield Capital habe man bereits vor über zwölf Monaten relevante Vertragsunterlagen gegenüber dem Regulator offengelegt.
Positiv: Bislang sah Mintos noch keine Notwendigkeit Nera Capital als Kreditgeber zu suspendieren oder aber als Ausfall zu deklarieren. Sollte es dazu kommen, dann wären aktuell mehr als 61 Mio. Euro an Anlegergeldern in Gefahr, was gleichbedeutend mit dem größten Kreditgeber-Ausfall in der Geschichte des Marktplatzes wäre.
Für betroffene Investoren bleibt vorerst nur die Möglichkeit die Kredite über den Sekundärmarkt zu verkaufen, sofern sich Käufer dafür finden. Aktuell werden die Nera-Kredite auch mit einem 30% Abschlag nicht angefasst, was eine große Unsicherheit und wenig Zuversicht im Hinblick auf ein Happy End widerspiegelt.