Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK hat am 16. Juni 2026 ein Verfahren gegenüber TWINO-Kreditgeber Fincard öffentlich gemacht, bei dem es um die Umgehung der Vorschriften zur maximalen Zinsobergrenze bei Verbraucherkrediten geht. Der konkrete Vorwurf lautet, dass Fincard eine zusätzliche Provision für die Nutzung des Kreditlimits berechnet habe, was nach Auffassung des UOKiK verdeckte Zusatzzinsen darstellt, wodurch die Vorschriften zur Begrenzung des maximalen Zinssatzes umgangen worden sind. Als mögliches Bußgeld drohen bis zu 10% vom Jahresumsatz, was ca. 5,3 Mio. Euro bedeuten würde.
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich hierbei um ein laufendes Verfahren, nicht um eine bereits abgeschlossene Entscheidung oder ein rechtskräftiges Bußgeld.
Der TWINO CEO Nauris Bloks hat bereits ausführlich auf mehreren Ebenen zu den Vorwürfen Stellung genommen. So stamme das Preismodell aus dem Jahr 2024 und sei seither bereits aus geschäftlichen Gründen angepasst worden, die polnische Finanzaufsichtsbehörde (KNF) habe diesbezüglich nie Einwände erhoben, in der Praxis würde das Strafmaß meistens bei zwischen 2 bis 3% vom Umsatz liegen, mögliche Bußgeldbescheide würden vor Gericht angefochten werden (Zeitraum bis zu drei Jahre) und operative Auswirkungen auf Portfolio, Wachstum oder Investorenauszahlungen auf TWINO werden ausgeschlossen.