LFDF: Entkräftet der geprüfte Geschäftsbericht die aktuellen Vorwürfe?

Veröffentlicht von

Gestern wurde ein neues Video zum geprüften LFDF-Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht. Der Tenor des Videos: Die Vorwürfe, dass der LFDF zu überteuerten Preisen eingekauft habe, würden durch den geprüften Bericht entkräftet werden und der Kern der Kritik sei damit unbegründet. Ist das wirklich so?

Positiv muss erwähnt werden, dass der Jahresabschluss für 2025 deutlich transparenter als im Vorjahr gewesen ist. So wurde erstmalig eine Inventaraufschlüsselung veröffentlicht, wonach ca. 22,8 Mio. Euro auf Schlagrechte für Holz entfallen und 13,6 Mio. Euro auf den Wert der Immobilien. So weit, so gut.

Das Problem: Der Auditor bestätigt im Rahmen eines solchen Testats lediglich die formale Korrektheit der Buchführung und ob die Bilanzwerte korrekt aus den Buchungsbelegen abgeleitet worden sind. Ob die Transaktionspreise zu fairen Konditionen erworben worden sind, darüber kann und wird im Rahmen eines solchen Testats keine Aussage getroffen.

Die Kernfrage, ob die Ankaufspreise für die Schlagrechte / Immobilien marktgerecht gewesen sind und ob die 36,4 Mio. Euro vom Inventarwert in einem Insolvenzfall tatsächlich realisierbar wären, bleibt daher weiter unbeantwortet. Der 50%-Aufschlag, den Netzwerkunternehmen laut Originalartikel durchschnittlich pro Transaktion erzielt haben, würde bedeuten, dass der realisierbare Wert des Inventars strukturell unter dem Buchwert liegt. Anders als in der Bewertung des Videos, kann das Testat des Prüfers den Kernvorwurf demnach nicht widerlegen.